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Studie: Störungen in der globalen Lieferkette kosten Unternehmen durchschnittlich 184 Millionen Dollar pro Jahr

Der jährliche Global Supply Chain Report von Interos zeigt, dass die Transparenz der Lieferkette für große Unternehmen wichtiger ist als je zuvor

Die Weltwirtschaft befindet sich aktuell im Lieferketten-Schockzustand: nicht zuletzt wegen COVID, der SolarWinds-Supply-Chain-Attacken in den USA, dem Suezkanal-Debakel und so weiter. In Folge dessen kommt die neue internationale Studie „Interos Annual Global Supply Chain Report“ zu dem Schluss, dass globale Lieferketten-Störungen große Unternehmen im Durchschnitt 184 Millionen Dollar pro Jahr kosten. Der Bericht wurde von Interos in Washington D.C., USA in Auftrag gegeben, dessen KI-gestützte Plattform globale Lieferketten abbildet, überwacht und modelliert.

Nahezu alle (94 %) der befragten 900 leitenden IT-, IT-Sicherheits- und Beschaffungsentscheider aus Unternehmen in den USA und der EU berichteten, dass sich ihr Umsatz aufgrund von Unterbrechungen in der Lieferkette negativ entwickelt hat. Dies ist auf eine Vielzahl von Risiken in der Lieferkette zurückführen, darunter die Verletzlichkeit gegenüber Cyber-Attacken, finanzielle Risiken und ESG-Probleme (Umwelt, Soziales, Governance).

Die Studie, die vom Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne im Auftrag von Interos durchgeführt wurde, zeigt zudem, dass Probleme in der Lieferkette nicht nur Auswirkungen auf den Umsatz haben, sondern auch die öffentliche Wahrnehmung beeinträchtigen. Demnach gaben 83 Prozent der Befragten an, dass ihr Unternehmen dadurch einen Imageschaden erlitten hat.

„Unsere Umfrageergebnisse unterstreichen die wachsende Bedeutung einer operativ belastbaren Lieferkette in der heutigen global vernetzten Welt“, sagt Jennifer Bisceglie, CEO von Interos. „Wir können digitale und physische Lieferketten nicht mehr sauber voneinander trennen. Deshalb brauchen wir eine höhere Transparenz in Bezug auf verborgene Risiken, Beziehungen und Abhängigkeiten in der Lieferkette. Diese Faktoren werden von Unternehmen als kritisch wichtig eingestuft, um sowohl das Umsatzziel als auch das Unternehmensimage schützen zu können.“

Handelskonflikte, Cyberattacken und COVID wirken sich weiter auf die Lieferkette aus

Zusätzlich zu den monetären und Reputationsschäden, die sie erleiden, haben die Führungskräfte der globalen Lieferkette weiterhin mit Unterbrechungen durch COVID zu kämpfen und sind sehr besorgt über die zukünftigen Auswirkungen eines sich anbahnenden internationalen Handelskonflikts. Etwas mehr als die Hälfte (51 %) der globalen Lieferketten von Unternehmen waren in den letzten zwei Jahren von der COVID-19-Pandemie betroffen, wobei fast alle (89 %) der Betroffenen von Unterbrechungen bei der Produktion berichteten.

Angesichts der jüngsten Ransomware-Angriffe, darunter die Hacks von Colonial Pipeline und JBS, überrascht es nicht, dass mehr als Dreiviertel (77 %) der Befragten im letzten Jahr mindestens einen Cyberangriff auf ihre Lieferkette erlebt haben.

Eine überwältigende Mehrheit (88 %) gab außerdem an, dass internationale Handelsstreitigkeiten erhebliche, nennenswerte oder mäßige Auswirkungen auf ihr Unternehmen haben würden, wobei die häufigsten Auswirkungen unter anderem erzwungene Änderungen der Produktionsstandorte, Störungen der Bank-/Zahlungsinfrastruktur und eine Zunahme der Cyberspionage gegen ihr Unternehmen waren.

Sichtbarkeit ist wichtiger denn je

Der Status quo – also manuelle, überwachungsgesteuerte Prozesse, die periodische Transparenz über einen Teil der Lieferkette bieten – ändert sich rapide. Durch Cyberattacken und eine Vielzahl anderer Faktoren wird die Lieferkette unbeständiger. Unternehmer erkennen dies und sehen die Sicherheit und Widerstandsfähigkeit der Lieferkette zukünftig als eine der zentralen Geschäftsprioritäten.

Tatsächlich glaubt die Hälfte der Befragten (50 %), dass dies in zwei Jahren die oberste Geschäftspriorität ihres Unternehmens sein wird, im Vergleich zu knapp 39 % heute. Diese Verschiebung spiegelt sich in der zunehmenden Häufigkeit wider, mit der sich die Vorstände treffen, um Lieferkettenrisiken zu besprechen. Mehr als drei Viertel (78 %) gaben an, dass sich ihre Vorstände mindestens einmal pro Monat mit diesem Thema befassen.

Doch der Wandel vollzieht sich möglicherweise nicht schnell genug

Während viele Unternehmen Supply-Chain-Risiken und betriebliche Ausfallsicherheit zu wichtigen Geschäftsbereichen machen, hinkt die vollständige Implementierung neuer, schneller Technologien zur Risikominderung – wie KI/Daten und Analytik – hinterher. Nur ein Drittel (34 %) der Unternehmen wertet derzeit ihre globale Lieferkette regelmäßig aus. Die dazu verwendeten Tools werden zeitgleich von 45 % der Führungskräfte als die drei nützlichsten Tools zur Überwachung ihrer globalen Lieferkette eingestuft.

Weitere Informationen finden Sie unter www.interos.ai


Anmerkung der Redaktion:

Wir haben die Studie heruntergeladen und komplett durchgecheckt. Note: 3+