
Google Cloud hat den neuen DORA-Bericht 2025: Stand der KI-gestützten Softwareentwicklung vorgestellt. Grundlage sind mehr als 100 Stunden qualitativer Interviews sowie die Antworten von knapp 5.000 Technologieexperten weltweit.
Die zentrale Botschaft: Künstliche Intelligenz ist kein Allheilmittel, sondern wirkt vor allem als Verstärker bestehender Strukturen. Teams mit klaren Prozessen und hoher Reife können mithilfe von KI ihre Produktivität und Effizienz weiter steigern. Schwächere Teams dagegen laufen Gefahr, dass die Technologie vorhandene Probleme noch sichtbarer und gravierender macht.
Der Bericht betont zudem, dass der eigentliche Mehrwert nicht allein in den KI-Werkzeugen liegt. Entscheidend seien vielmehr strategische Faktoren wie die Qualität interner Plattformen, transparente Arbeitsabläufe und die enge Abstimmung innerhalb der Teams.
KI, der große Verstärker
Wie bereits im DORA-Bericht 2024 und im Sonderbericht „Auswirkungen generativer KI auf die Softwareentwicklung” festgehalten, setzen Unternehmen in großem Stil auf Künstliche Intelligenz – und ziehen daraus vielfältigen Nutzen. Immer deutlicher zeigt sich, dass die Tools zunehmend reibungslos in Arbeitsprozesse eingebettet werden. Im Vergleich zum Vorjahr wird nun ein klarer positiver Zusammenhang zwischen dem Einsatz von KI, der Geschwindigkeit der Softwarebereitstellung und der Produktleistung sichtbar. Menschen, Teams und Werkzeuge scheinen gelernt zu haben, wo und wie KI am effektivsten eingesetzt werden kann. Gleichzeitig bleibt die Einführung von KI mit einem Nachteil behaftet: Sie steht weiterhin in negativem Zusammenhang mit der Stabilität der Softwarebereitstellung.
Damit bestätigt sich die zentrale These: KI beschleunigt die Entwicklung, kann jedoch Schwachstellen in nachgelagerten Bereichen offenlegen. Fehlen robuste Kontrollsysteme wie automatisierte Tests, etablierte Versionskontrolle oder schnelle Feedback-Schleifen, führt das höhere Änderungsvolumen zu Instabilität. Teams mit lose gekoppelten Architekturen und kurzen Feedback-Zyklen profitieren, während in stark verknüpften Systemen mit langsamen Prozessen kaum Vorteile spürbar sind.
Wichtige Erkenntnisse aus dem Bericht 2025
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Nahezu universeller Einsatz: 90 Prozent der Befragten nutzen KI in ihrer Arbeit, über 80 Prozent berichten von höherer Produktivität. Dennoch bleibt Skepsis bestehen: 30 Prozent haben wenig oder kein Vertrauen in den von KI erzeugten Code – ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr, aber weiterhin ein bedeutender Trend.
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Nutzerorientierung als Erfolgsfaktor: Am wirksamsten ist KI, wenn sie auf ein konkretes Problem ausgerichtet ist. Eine klare Nutzerfokussierung verstärkt den positiven Einfluss auf die Teamleistung.
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Plattform-Engineering als Grundlage: 90 Prozent der Unternehmen haben mindestens eine interne Plattform eingeführt. Die Daten zeigen einen direkten Zusammenhang zwischen der Qualität dieser Plattformen und der Fähigkeit, den Mehrwert von KI zu realisieren – sie bilden damit das Fundament für nachhaltigen Erfolg.
Die sieben Team-Archetypen
Einfache Software-Lieferkennzahlen allein reichen nicht aus. Sie sagen Ihnen, was passiert, aber nicht, warum es passiert. Um Leistungsdaten mit Erfahrungen zu verknüpfen, wurde eine Clusteranalyse durchgeführt, die sieben gängige Teamprofile oder Archetypen aufzeigt, die sich jeweils durch ein einzigartiges Zusammenspiel von Leistung, Stabilität und Wohlbefinden auszeichnen. Dieses Modell bietet Führungskräften eine Möglichkeit, die Gesundheit ihres Teams zu diagnostizieren und die richtigen Maßnahmen zu ergreifen.
Grafik Quelle: Google Cloud
Die Gruppe der „grundlegenden Herausforderungen“ befindet sich im Überlebensmodus und hat mit erheblichen Lücken in ihren Prozessen und ihrer Umgebung zu kämpfen, was zu geringer Leistung, hoher Systemstabilität und einem hohen Maß an Burnout und Reibungen führt. Die „harmonischen Leistungsträger“ hingegen zeichnen sich in mehreren Bereichen aus und weisen positive Kennzahlen für das Wohlbefinden des Teams, die Produktergebnisse und die Softwarebereitstellung auf.
Weitere Details zu den einzelnen Archetypen finden Sie im Kapitel „Ihre Softwarebereitstellungsleistung verstehen: Ein Blick auf sieben Teamprofile“ des Berichts.
Den Wert von KI mit dem „DORA AI Capabilities Model” erschließen
In diesem Jahr haben wir uns nicht nur mit den Auswirkungen von KI befasst, sondern auch untersucht, unter welchen Bedingungen KI-gestützte Technologieexperten die besten Ergebnisse erzielen. Der Wert von KI wird nicht durch die Tools selbst erschlossen, sondern durch die damit verbundenen technischen Praktiken und das kulturelle Umfeld.
Die Forschung hat sieben Fähigkeiten identifiziert, die nachweislich die positiven Auswirkungen von KI in Unternehmen verstärken.
Grafik Quelle: Google Cloud
Wo Führungskräfte ansetzen sollten
Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus der diesjährigen Studie ist, dass der Wert von KI durch eine Neukonzeption des Systems, in dem sie eingesetzt wird, freigesetzt werden kann. Technologieführer sollten die Einführung von KI als organisatorische Transformation betrachten.
Wir empfehlen Ihnen, an folgenden Punkten anzusetzen:
- Klären und kommunizieren Sie Ihre KI-Richtlinien
- Verbinden Sie KI mit Ihrem internen Kontext
- Priorisieren Sie grundlegende Praktiken
- Stärken Sie Ihre Sicherheitsnetze
- Investieren Sie in Ihre interne Plattform
- Konzentrieren Sie sich auf Ihre Endnutzer
Das DORA-Forschungsprogramm hat es sich zur Aufgabe gemacht, Teams und Organisationen als Kompass zu dienen, während wir diese wichtige und transformative Phase mit KI durchlaufen. „Wir hoffen, dass die neuen Teamprofile und das DORA-KI-Fähigkeitenmodell Ihnen einen klaren Fahrplan an die Hand geben, um über die reine Einführung von KI hinauszugehen und durch Investitionen in Teams und Mitarbeiter ihren Wert freizusetzen. Wir freuen uns darauf, zu erfahren, wie Sie diese Erkenntnisse in die Praxis umsetzen.“
- Laden Sie den vollständigen Bericht herunter
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