
Open-Source-Software ist in der deutschen Wirtschaft längst etabliert: 75 Prozent der Unternehmen nutzen inzwischen frei verfügbare Programme. Als größte Vorteile nennen die Betriebe Kosteneinsparungen sowie den direkten Zugang zum Quellcode, der individuelle Anpassungen ermöglicht.
Auch die strategische Bedeutung wächst. Laut dem aktuellen Open Source Monitor 2025 betrachten 73 Prozent der befragten Firmen Open Source als wichtigen Baustein für mehr digitale Souveränität. Vorgestellt wurde die Studie heute auf dem Open Source Forum des Digitalverbands Bitkom.
Die große Mehrheit der Unternehmen in Deutschland setzt Open-Source-Software ein – und sieht darin auch eine Chance für mehr digitale Souveränität. Aktuell nutzen fast drei Viertel (73 Prozent) Open-Source-Software, vor zwei Jahren waren es 69 Prozent. Ebenfalls 73 Prozent halten Open Source für ein geeignetes Mittel, um die Digitale Souveränität zu stärken, 60 Prozent wollen, dass der Staat aufgrund der aktuellen geopolitischen Lage mehr in Open-Source-Software investiert. Das sind Ergebnisse des „Open Source Monitor 2025“, für den 1.152 Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland sowie 103 Personen aus der öffentlichen Verwaltung im Auftrag des der Digitalverbands Bitkom befragt wurden. „Open Source hat weiter an Aufmerksamkeit gewonnen. Ohne Open-Source-Lösungen würden unsere Wirtschaft stillstehen, zugleich sind sie ein Innovationstreiber, etwa bei Cloud-Technologien oder Künstlicher Intelligenz“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst.
Unter Open Source versteht man Software, bei der die Quellcodes offengelegt sind und deren Lizenz es erlaubt, die Software frei auszuführen, sie zu analysieren, anzupassen und sowohl in unveränderter als auch veränderter Form weiterzugeben. 61 Prozent der Unternehmen geben ausdrücklich an, Open Source aufgeschlossen gegenüberzustehen, 2023 waren es erst 53 Prozent. Ebenfalls gestiegen ist der Anteil der Unternehmen, die eine Open-Source-Strategie haben, von 32 Prozent 2023 auf jetzt 37 Prozent. 4 von 10 (42 Prozent) erwarten, dass die Bedeutung von Open-Source-Software im eigenen Unternehmen künftig zunehmen wird. „Open Source hat sich in Deutschland etabliert, aber es bleibt noch einiges zu tun. Open Source sollte strategisch angegangen werden. Das bedeutet, Ziele zu definieren, Zuständigkeiten festzulegen und Ressourcen bereitzustellen“, so Wintergerst.
Als größten Vorteil sehen Unternehmen dabei Kosteneinsparungen (26 Prozent), dicht dahinter folgt die Möglichkeit, auf den Quellcode zugreifen zu können (19 Prozent). Damit werden unter anderem individuelle Anpassungen möglich, aber auch eine Prüfung auf mögliche Sicherheitslücken. Gegen den Einsatz von Open-Source-Software sprechen vor allem fehlende Fachkräfte im Unternehmen (2o Prozent), die unklare Gewährleistungssituation (15 Prozent) sowie rechtliche Unsicherheiten bei der Lizenzierungsverpflichtung (13 Prozent).
Diese und weitere Ergebnisse, unter anderem auch zum Thema Compliance, zu praktischen Anwendungsbeispielen sowie zur Nutzung in der öffentlichen Verwaltung enthält der „Open Source Monitor 2025“ des Bitkom. Er wird morgen auf dem Forum Open Source des Digitalverbands in Erfurt vorgestellt und steht danach zum kostenlosen Download bereit unter: www.bitkom.org/Open-Source-Monitor-2025.
Alle Informationen zum Forum Open Source 2025 unter: www.bitkom.org/Forum-Open-Source-2025
Lesen Sie auch
Bild/Quelle: https://depositphotos.com/de/home.html
Fachartikel

Google dokumentiert zunehmenden Missbrauch von KI-Systemen durch Cyberkriminelle

Sicherheitslücke in Claude Desktop Extensions gefährdet Tausende Nutzer

KI-Agenten: Dateisystem vs. Datenbank – Welche Speicherlösung passt zu Ihrem Projekt?

NPM-Paket „duer-js“ tarnt Infostealer mit Mehrfach-Payload-Architektur

Ivanti-Exploits: 83 Prozent der Angriffe stammen von einer einzigen IP-Adresse
Studien

Deutsche Wirtschaft unzureichend auf hybride Bedrohungen vorbereitet

Cyberkriminalität im Dark Web: Wie KI-Systeme Betrüger ausbremsen

Sicherheitsstudie 2026: Menschliche Faktoren übertreffen KI-Risiken

Studie: Unternehmen müssen ihre DNS- und IP-Management-Strukturen für das KI-Zeitalter neu denken

Deutsche Unicorn-Gründer bevorzugen zunehmend den Standort Deutschland
Whitepaper

BSI setzt Auslaufdatum für klassische Verschlüsselungsverfahren

Token Exchange: Sichere Authentifizierung über Identity-Provider-Grenzen

KI-Agenten in Unternehmen: Governance-Lücken als Sicherheitsrisiko

KuppingerCole legt Forschungsagenda für IAM und Cybersecurity 2026 vor

IT-Budgets 2026 im Fokus: Wie Unternehmen 27 % Cloud-Kosten einsparen können
Hamsterrad-Rebell

KI‑basierte E‑Mail‑Angriffe: Einfach gestartet, kaum zu stoppen

NIS2: „Zum Glück gezwungen“ – mit OKR-basiertem Vorgehen zum nachhaltigen Erfolg

Cyberversicherung ohne Datenbasis? Warum CIOs und CISOs jetzt auf quantifizierbare Risikomodelle setzen müssen

Identity Security Posture Management (ISPM): Rettung oder Hype?







