
Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA hat gemeinsam mit der MITRE Corporation die aktualisierte Liste der 25 kritischsten Software-Schwachstellen vorgelegt. Das jährliche Ranking nach Common Weakness Enumeration identifiziert jene Sicherheitslücken, die von Angreifern bevorzugt ausgenutzt werden, um IT-Systeme zu infiltrieren, sensible Informationen abzugreifen oder Betriebsabläufe lahmzulegen.
Strategische Bedeutung für Secure by Design
Die Priorisierung dieser Schwachstellen bildet einen Kernbestandteil der CISA-Strategien „Secure by Design“ und „Secure by Demand“. Beide Initiativen zielen darauf ab, bereits in der Entwicklungs- und Beschaffungsphase sichere Technologielösungen zu etablieren. Die Cybersecurity and Infrastructure Security Agency arbeitet hierfür mit dem Homeland Security Systems Engineering and Development Institute der MITRE Corporation zusammen. Organisationen werden aufgefordert, das aktuelle Ranking als Orientierungshilfe für ihre individuellen Sicherheitskonzepte heranzuziehen.
Nutzen der CWE Top 25 im Überblick
Die diesjährige Aufstellung bietet Unternehmen mehrere strategische Vorteile bei der Absicherung ihrer Softwareprodukte und Infrastrukturen.
Gezielte Schwachstellenreduktion
Durch die Fokussierung auf die Top 25 können Organisationen ihre Ressourcen gezielt einsetzen. Dies ermöglicht es, Entwicklungsprozesse anzupassen, sicherheitsorientierte Architekturentscheidungen zu treffen und besonders kritische Schwachstellen in den Bereichen Injection-Angriffe, Zugriffssteuerung und Speicherverwaltung systematisch abzubauen.
Wirtschaftliche Effizienz
Die frühzeitige Identifikation und Behebung von Sicherheitslücken minimiert nachträglichen Korrekturaufwand erheblich. Schwachstellen vor dem Produktiveinsatz zu beseitigen erweist sich als deutlich ressourcenschonender als spätere Patches, Neukonfigurationen oder die Bewältigung von Sicherheitsvorfällen.
Vertrauensbildung bei Geschäftspartnern
Transparente Maßnahmen zur Erkennung, Eindämmung und kontinuierlichen Überwachung von Schwachstellen demonstrieren die Verpflichtung gegenüber Secure-by-Design-Grundsätzen. Unternehmen, die der systematischen Beseitigung wiederkehrender Sicherheitslücken Priorität einräumen, leisten einen messbaren Beitrag zu einem robusteren Software-Ökosystem.
Aufklärung der Anwenderseite
Die Top-25-Liste versetzt Endanwender in die Lage, die grundlegenden Ursachen häufig auftretender Schwachstellen nachzuvollziehen. Dies unterstützt informierte Beschaffungsentscheidungen und fördert die Akzeptanz von Produkten, die nach etablierten Security-Engineering-Standards entwickelt wurden.
Handlungsempfehlungen für verschiedene Zielgruppen
CISA und MITRE sprechen differenzierte Empfehlungen für unterschiedliche Stakeholder-Gruppen aus.
Entwicklungsteams und Produktverantwortliche
Entwicklerteams sollten die CWE Top 25 für 2025 analysieren, um prioritäre Schwachstellen zu identifizieren. Die konsequente Anwendung von Secure-by-Design-Methoden während des gesamten Entwicklungszyklus ist entscheidend.
Security-Abteilungen
Sicherheitsverantwortliche werden aufgefordert, die Top 25 in ihre Prozesse für Schwachstellenmanagement und Anwendungssicherheitstests zu integrieren. Dadurch lassen sich kritische Sicherheitslücken systematisch bewerten und wirksam eindämmen.
Einkauf und Risikomanagement
Beschaffungsverantwortliche und Risikomanager können die Aufstellung als Bewertungsmaßstab bei der Lieferantenauswahl einsetzen. Die Anwendung der Secure-by-Demand-Leitlinien stellt sicher, dass Investitionen in nachweislich sichere Produkte fließen.
Gemeinsame Verantwortung für Cybersicherheit
Mit der Identifikation der gefährlichsten Software-Schwachstellen unterstreichen CISA und MITRE die kollektive Verantwortung, Sicherheitslücken bereits an ihrer Entstehungsquelle zu minimieren. Die Initiative zielt darauf ab, die nationale Cybersicherheit zu festigen und die langfristige Resilienz digitaler Infrastrukturen zu erhöhen. Die vollständige Liste der 2025 CWE Top 25 steht auf der offiziellen CISA-Website zur Verfügung.
Empfehlung
Bild/Quelle: https://depositphotos.com/de/home.html
Fachartikel

PKI-Management: Wenn Zertifikatsverwaltung zum Kostentreiber wird

Prompt-Injection: Wenn KI-Systeme ihre Anweisungen vergessen

AWS IAM Identity Center: IPv6-Unterstützung für direkte Netzwerkverbindungen

Sicherheitslücke in MCP-Servern: Wie unbeschränkte URI-Aufrufe Cloud-Infrastrukturen gefährden

Sicherheitszertifizierungen: Mehr als nur Siegel – Warum unabhängige Prüfungen im Backup-Geschäft unverzichtbar sind
Studien

Deutsche Unicorn-Gründer bevorzugen zunehmend den Standort Deutschland

IT-Modernisierung entscheidet über KI-Erfolg und Cybersicherheit

Neue ISACA-Studie: Datenschutzbudgets werden trotz steigender Risiken voraussichtlich schrumpfen

Cybersecurity-Jahresrückblick: Wie KI-Agenten und OAuth-Lücken die Bedrohungslandschaft 2025 veränderten
![Featured image for “Phishing-Studie deckt auf: [EXTERN]-Markierung schützt Klinikpersonal kaum”](https://www.all-about-security.de/wp-content/uploads/2025/12/phishing-4.jpg)
Phishing-Studie deckt auf: [EXTERN]-Markierung schützt Klinikpersonal kaum
Whitepaper

Insider-Risiken in Europa: 84 Prozent der Hochrisiko-Organisationen unzureichend vorbereitet

ETSI veröffentlicht weltweit führenden Standard für die Sicherung von KI

Allianz Risk Barometer 2026: Cyberrisiken führen das Ranking an, KI rückt auf Platz zwei vor

Cybersecurity-Jahresrückblick: Wie KI-Agenten und OAuth-Lücken die Bedrohungslandschaft 2025 veränderten

NIS2-Richtlinie im Gesundheitswesen: Praxisleitfaden für die Geschäftsführung
Hamsterrad-Rebell

Cyberversicherung ohne Datenbasis? Warum CIOs und CISOs jetzt auf quantifizierbare Risikomodelle setzen müssen

Identity Security Posture Management (ISPM): Rettung oder Hype?

Platform Security: Warum ERP-Systeme besondere Sicherheitsmaßnahmen erfordern

Daten in eigener Hand: Europas Souveränität im Fokus







