
Authentifizierungslos zum Systemzugriff
Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA hat eine Sicherheitslücke in Oracle Fusion Middleware in ihren Katalog aktiv ausgenutzter Schwachstellen aufgenommen. Die unter CVE-2025-61757 geführte Verwundbarkeit betrifft den Identity Manager und ermöglicht Angreifern die vollständige Kompromittierung betroffener Systeme – ganz ohne vorherige Authentifizierung.
Oracle Identity Manager im Visier von Angreifern
Die Schwachstelle steckt in der REST-WebServices-Komponente des Oracle Identity Managers. Betroffen sind die noch unterstützten Versionen 12.2.1.4.0 und 14.1.2.1.0. Angreifer benötigen lediglich Netzwerkzugriff über HTTP, um die Lücke auszunutzen – administrative Privilegien oder Nutzerinteraktion sind nicht erforderlich.
Nach Einschätzung von Oracle erreicht die Verwundbarkeit den maximalen CVSS-3.1-Score von 9,8 (kritisch). Der vollständige CVSS-Vektor (CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:N/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:H) verdeutlicht die Brisanz: Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit sind gleichermaßen hochgradig gefährdet.
Fehlende Authentifizierungsprüfung als Einfallstor
Die Ursache liegt in einer fehlenden Authentifizierungsprüfung für kritische Funktionen. Diese Schwachstelle zählt zu den häufigsten Angriffsvektoren in der IT-Sicherheit und stellt insbesondere für Bundesbehörden und kritische Infrastrukturen ein erhebliches Risiko dar. Erfolgreiche Attacken führen zur vollständigen Übernahme des Identity-Management-Systems – mit weitreichenden Konsequenzen für die gesamte Authentifizierungs- und Berechtigungsinfrastruktur.
Handlungsbedarf für Administratoren
Die Aufnahme in den CISA-Katalog signalisiert, dass die Schwachstelle bereits aktiv in freier Wildbahn ausgenutzt wird. Organisationen, die Oracle Identity Manager einsetzen, sollten umgehend verfügbare Sicherheitsupdates einspielen. US-Bundesbehörden sind gemäß Binding Operational Directive (BOD) 22-01 verpflichtet, die Lücke innerhalb vorgegebener Fristen zu schließen.
Auch Unternehmen außerhalb des Regierungsumfelds sollten die Verwundbarkeit priorisiert behandeln, da Identity-Management-Systeme häufig Zugriff auf geschäftskritische Ressourcen und sensible Daten kontrollieren.
Weiteres
Bild/Quelle: https://depositphotos.com/de/home.html
Fachartikel

Keepit KI-Integration: Warum Backup-Systeme andere KI-Regeln brauchen

Phishing über LiveChat: Wie Angreifer SaaS-Plattformen für Datendiebstahl nutzen

XWorm 7.1 und Remcos RAT: Angreifer setzen auf dateilose Techniken und Windows-Bordmittel

KI im Cyberkonflikt: Warum Verteidiger die Nase vorn haben

KadNap: Wie ein neues Botnetz tausende Asus-Router als Proxy-Knoten missbraucht
Studien

Drucksicherheit bleibt in vielen KMU ein vernachlässigter Bereich

Sieben Regierungen einigen sich auf 6G-Sicherheitsrahmen

Lieferkettenkollaps und Internetausfall: Unternehmen rechnen mit dem Unwahrscheinlichen

KI als Werkzeug für schnelle, kostengünstige Cyberangriffe

KI beschleunigt Cyberangriffe: IBM X-Force warnt vor wachsenden Schwachstellen in Unternehmen
Whitepaper

Cloudflare Threat Report 2026: Ransomware beginnt mit dem Login – KI und Botnetze treiben die Industrialisierung von Cyberangriffen

EBA-Folgebericht: Fortschritte bei IKT-Risikoaufsicht unter DORA – weitere Harmonisierung nötig

Böswillige KI-Nutzung erkennen und verhindern: Anthropics neuer Bedrohungsbericht mit Fallstudien

Third Party Risk Management – auch das Procurement benötigt technische Unterstützung

EU-Toolbox für IKT-Lieferkettensicherheit: Gemeinsamer Rahmen zur Risikominderung
Hamsterrad-Rebell

Sichere Enterprise Browser und Application Delivery für moderne IT-Organisationen

Sicherer Remote-Zugriff (SRA) für Operational Technology (OT) und industrielle Steuerungs- und Produktionssysteme (ICS) – Teil 2

Incident Response Retainer – worauf sollte man achten?

KI‑basierte E‑Mail‑Angriffe: Einfach gestartet, kaum zu stoppen








