
Meta hat eine neue Sicherheitsfunktion für WhatsApp angekündigt, die sich an besonders gefährdete Nutzergruppen richtet. Mit strengen Kontoeinstellungen sollen künftig Journalisten und Personen des öffentlichen Lebens besser vor gezielten digitalen Angriffen geschützt werden.
WhatsApp erhält erweiterte Schutzoptionen gegen gezielte Angriffe
Meta hat am Dienstag die Einführung einer neuen Sicherheitsfunktion für WhatsApp bekannt gegeben. Die Funktion richtet sich an Nutzergruppen, die aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit oder öffentlichen Stellung einem erhöhten Risiko durch komplexe Cyberangriffe ausgesetzt sind.
Funktionsweise der neuen Schutzmaßnahme
Der neue Sicherheitsmodus ähnelt in seiner Konzeption dem Lockdown-Modus von Apple iOS sowie dem erweiterten Schutzprogramm von Android. Die Funktion zielt darauf ab, Anwender wie Journalisten oder öffentlich bekannte Persönlichkeiten vor gezielter Spionagesoftware zu schützen. Dafür werden bestimmte Funktionen der Anwendung eingeschränkt, um die Sicherheit zu erhöhen.
Nach der Aktivierung des Modus werden verschiedene Kontoeinstellungen automatisch auf die restriktivsten verfügbaren Optionen gesetzt. Gleichzeitig blockiert das System Anhänge und Mediendateien von Kontakten, die nicht in der Kontaktliste des Nutzers gespeichert sind.
Technische Umsetzung der Schutzfunktion
Die neue Sicherheitsebene ermöglicht es Anwendern, ihr Konto mit wenigen Eingaben auf maximale Sicherheitseinstellungen umzustellen. Dazu gehört das automatische Blockieren von Anhängen und Mediendateien unbekannter Absender sowie das Stummschalten von Anrufen von nicht gespeicherten Kontakten. Weitere Einstellungen, die die normale Funktionsweise der Anwendung beeinflussen könnten, werden ebenfalls angepasst.
Meta betont, dass diese Funktion besonders für Personen relevant ist, die potenzielle Ziele seltener, aber hochentwickelter Cyberangriffe darstellen könnten.
Verfügbarkeit und Aktivierung
Die strengen Kontoeinstellungen werden in den kommenden Wochen ausgerollt. Nutzer können die Funktion aktivieren, indem sie in den WhatsApp-Einstellungen den Bereich „Datenschutz“ aufrufen und dort zum Punkt „Erweitert“ navigieren.
Meta verweist darauf, dass WhatsApp bereits standardmäßig End-to-End-Verschlüsselung für alle persönlichen Nachrichten und Anrufe bietet. Die neue Funktion stelle eine zusätzliche Schutzebene für die wenigen Personen dar, die einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind.
Hintergrund und Zielsetzung
Das Unternehmen begründet die Einführung mit dem Grundsatz, dass Nutzer auf ihren Geräten ebenso private Gespräche führen können sollten wie in persönlichen Begegnungen. Daher arbeite man kontinuierlich an zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen, um diesem Anspruch gerecht zu werden.
Anwendung der strikten Kontoeinstellungen
Die strikten Kontoeinstellungen aktivieren erweiterte Datenschutz- und Sicherheitsmechanismen, die Konten vor komplexen digitalen Angriffen schützen sollen. Die Funktion wurde speziell für jene Nutzer konzipiert, die potenziell Ziel solcher Attacken werden könnten. Eine Aktivierung wird nur dann empfohlen, wenn Anwender davon ausgehen, dass sie Ziel einer gezielten Cyber-Kampagne sein könnten. Die überwiegende Mehrheit der Nutzer ist von derartigen Angriffen nicht betroffen.
Definition und Wirkungsweise
Bei den strikten Kontoeinstellungen handelt es sich um optionale Sicherheitsfunktionen, die einer Sperrfunktion ähneln. Nach der Aktivierung wird die Anfälligkeit für Cyberangriffe durch gezielte Funktionseinschränkungen reduziert. Das Konto wird auf Einstellungen mit erhöhter Privatsphäre umgestellt, während die Kommunikation mit Nutzern außerhalb der eigenen Kontaktliste eingeschränkt wird.
Schutzmaßnahmen im Detail
Die strikten Kontoeinstellungen schützen das Konto durch folgende Anpassungen:
Kontosicherheit: Die Zwei-Faktor-Authentifizierung wird aktiviert. Sicherheitsbenachrichtigungen sind eingeschaltet und gegen nachträgliche Änderungen gesichert. Anwendern mit aktivierten Datensicherungen wird die Nutzung Ende-zu-Ende-verschlüsselter Backups empfohlen.
Nachrichtenaustausch und Medienverwaltung: Die automatische Linkvorschau wird deaktiviert.
Profil und Sichtbarkeit: Angaben zum Zeitstempel der letzten Aktivität sowie der Online-Status, das Profilbild und die Profilinformation sind ausschließlich für gespeicherte Kontakte oder eine zuvor definierte, restriktivere Personengruppe sichtbar.
Gruppenverwaltung: Nur bekannte Kontakte oder eine vorher festgelegte, eingeschränktere Liste von Personen können den Nutzer zu Gruppen hinzufügen.
Verwaltung der Einstellungen
Die Aktivierung oder Deaktivierung der strikten Kontoeinstellungen ist ausschließlich über das Hauptgerät möglich. Eine Verwaltung über WhatsApp Web ist nicht vorgesehen.
Passend dazu:
Fachartikel

DarkSword: iOS-Exploit-Kit von Staatshackern und Spyware-Anbietern aktiv genutzt

Cortex XDR: Wenn Erkennungslogik zur Schwachstelle wird

Keepit KI-Integration: Warum Backup-Systeme andere KI-Regeln brauchen

Phishing über LiveChat: Wie Angreifer SaaS-Plattformen für Datendiebstahl nutzen

XWorm 7.1 und Remcos RAT: Angreifer setzen auf dateilose Techniken und Windows-Bordmittel
Studien

Drucksicherheit bleibt in vielen KMU ein vernachlässigter Bereich

Sieben Regierungen einigen sich auf 6G-Sicherheitsrahmen

Lieferkettenkollaps und Internetausfall: Unternehmen rechnen mit dem Unwahrscheinlichen

KI als Werkzeug für schnelle, kostengünstige Cyberangriffe

KI beschleunigt Cyberangriffe: IBM X-Force warnt vor wachsenden Schwachstellen in Unternehmen
Whitepaper

KI-Betrug: Interpol warnt vor industrialisierter Finanzkriminalität – 4,5-fach profitabler

Cloudflare Threat Report 2026: Ransomware beginnt mit dem Login – KI und Botnetze treiben die Industrialisierung von Cyberangriffen

EBA-Folgebericht: Fortschritte bei IKT-Risikoaufsicht unter DORA – weitere Harmonisierung nötig

Böswillige KI-Nutzung erkennen und verhindern: Anthropics neuer Bedrohungsbericht mit Fallstudien

Third Party Risk Management – auch das Procurement benötigt technische Unterstützung
Hamsterrad-Rebell

Sichere Enterprise Browser und Application Delivery für moderne IT-Organisationen

Sicherer Remote-Zugriff (SRA) für Operational Technology (OT) und industrielle Steuerungs- und Produktionssysteme (ICS) – Teil 2

Incident Response Retainer – worauf sollte man achten?

KI‑basierte E‑Mail‑Angriffe: Einfach gestartet, kaum zu stoppen










