
Die Digitalisierung und der Boom der Künstlichen Intelligenz sorgen in Deutschland für einen rasanten Ausbau der Rechenzentrumslandschaft. Allein im Jahr 2025 werden Investitionen von rund 12 Milliarden Euro erwartet.
Bis 2030 dürfte die Gesamtkapazität der Rechenzentren um etwa 70 Prozent zulegen. Besonders stark wächst dabei der Bereich der KI-Rechenzentren, deren Zahl sich nach aktuellen Prognosen vervierfachen wird.
Mit dem Ausbau steigt auch der Energiebedarf deutlich: Bereits 2025 sollen die deutschen Rechenzentren rund 21,3 Milliarden Kilowattstunden Strom verbrauchen – ein neuer Rekordwert.
Während Frankfurt am Main seine Position als führender Standort weiter festigt, zeichnen sich Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg als neue Wachstumsregionen ab. Beide Bundesländer profitieren von verfügbaren Flächen, erneuerbaren Energien und einer strategisch günstigen Lage für künftige Großinvestitionen.
KI treibt Ausbau deutscher Rechenzentren rasant voran
Künstliche Intelligenz wird zum zentralen Wachstumstreiber der deutschen Rechenzentrumsbranche. Laut einer aktuellen Bitkom-Studie sollen sich die KI-Kapazitäten bis 2030 vervierfachen – von derzeit 530 auf rund 2.020 Megawatt. Damit würde ihr Anteil an der gesamten installierten Leistung in Deutschland auf 40 Prozent steigen.
Insgesamt sind hierzulande rund 2.000 Rechenzentren mit einer Leistung von über 100 Kilowatt in Betrieb, davon 100 Großanlagen über 5 Megawatt. 2025 wächst die gesamte Rechenzentrumsleistung um neun Prozent auf knapp 3.000 Megawatt, 2030 soll die Marke von 5.000 Megawatt erreicht werden – fast doppelt so viel wie 2024.
Die Branche investiert in diesem Jahr rund 12 Milliarden Euro in IT-Hardware sowie 3,5 Milliarden Euro in Gebäude und technische Ausrüstung – ein Rekordwert. Rund 2,5 Milliarden Euro fließen allein in Kühlung, Stromversorgung und andere Infrastruktur.
Trotz des Wachstums bleibt Deutschland im internationalen Vergleich zurück: USA und China verfügen über ein Vielfaches an Rechenleistung und errichten Mega-Center speziell für KI-Anwendungen. „Deutschland muss jetzt handeln“, mahnt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. „Ohne leistungsfähige Rechenzentren keine KI – und keine digitale Souveränität.“
Auch der Strombedarf steigt weiter: Für 2025 wird er auf 21,3 Milliarden Kilowattstunden geschätzt – zwei Drittel davon entfallen auf Server, Speicher und Netzwerktechnik. Zwar werden die Systeme effizienter, doch der Energieverbrauch bleibt eine Herausforderung.
Frankfurt am Main bleibt mit über 1.100 Megawatt der wichtigste Standort und vereint mehr als ein Drittel der deutschen Kapazitäten. Dahinter folgen Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern entwickeln sich dank günstiger Flächen und grünem Strom zu neuen Wachstumsregionen.
Bitkom fordert von Bund und Ländern schnellere Genehmigungsverfahren, wettbewerbsfähige Strompreise und bessere Wärmeplanung. Nur mit einer modernen, leistungsfähigen Infrastruktur könne Deutschland im internationalen Wettbewerb bestehen – und den digitalen Wandel souverän gestalten.
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