
Verbraucher und Einzelhändler in den Niederlanden sollten sich auf eine mögliche dreitägige Unterbrechung des elektronischen Zahlungsverkehrs vorbereiten. Wie das Nationale Forum für den Zahlungsverkehr (NFPS) mitteilt, kann es in Krisensituationen zu Ausfällen bei Zahlungsterminals, Geldautomaten und Online-Banking-Diensten kommen.
Um im Ernstfall zahlungsfähig zu bleiben, empfehlen die beteiligten Institutionen – darunter die De Nederlandsche Bank (DNB), Banken, Verbraucherschutzorganisationen, Einzelhandelsverbände sowie das niederländische Finanzministerium – Bargeldreserven von etwa 70 Euro pro Erwachsenen und 30 Euro pro Kind. Zudem sollten mehrere alternative Zahlungsmöglichkeiten bereitgehalten werden.
Auch eine funktionsfähige Banking-App auf dem Smartphone könne im Notfall hilfreich sein, etwa um Geld zu überweisen oder Online-Zahlungsanforderungen zu begleichen. Nutzerinnen und Nutzer, die hauptsächlich mit Handy oder Smartwatch bezahlen, sollten zusätzlich eine physische Debitkarte mitführen, raten die Experten.
Der Handel wird aufgefordert, sich ebenfalls vorzubereiten. Geschäfte, Hotels, Gastronomiebetriebe, Tankstellen und Apotheken sollten technische Alternativen wie QR-Code-Zahlungen ermöglichen und ausreichend Wechselgeld für einen Ausfall von bis zu 72 Stunden bereithalten. Ziel der Empfehlungen ist es, im Krisenfall eine möglichst reibungslose Zahlungsabwicklung sicherzustellen.
Ratschläge zur Zahlungsresilienz
Der Ratschlag, Bargeld vorrätig zu halten, ist Teil der heute vom NFPS veröffentlichten „Ratschläge zur Zahlungsresilienz“ für Notfälle im Zahlungssystem.
Er wird in die umfassenderen Empfehlungen der niederländischen Zentralregierung unter dem Motto „Think Ahead“ (Verweist auf eine externe Website) aufgenommen, um die Gesellschaft auf mehrtägige Ausfälle vorzubereiten. Den Vorsitz des NFPS hat die DNB inne.
Geopolitische und Cyber-Bedrohungen
Die Zuverlässigkeit unseres elektronischen Zahlungssystems ist hoch. Dennoch ist es immer ratsam, auf Notfälle vorbereitet zu sein. Im November letzten Jahres kündigte die NFPS ihre Absicht an, Vorsichtsmaßnahmen zu prüfen, die die niederländische Gesellschaft kurzfristig ergreifen kann, um ein widerstandsfähiges Zahlungssystem in Notfällen zu gewährleisten. Diese Initiative wurde durch zunehmende geopolitische Spannungen und Cyber-Bedrohungen ausgelöst, die unser Zahlungssystem gefährden könnten.
Berechnungen des Nibud
Der Bargeldbetrag von 70 € pro Erwachsenem und 30 € pro Kind basiert auf Berechnungen (nur auf Niederländisch) des Nationalen Instituts für Familienfinanzinformationen (Nibud). Er sollte ausreichen, um die notwendigen Mindestausgaben für einen Zeitraum von drei Tagen zu decken, beispielsweise für Wasser, Lebensmittel, Medikamente und Transport. Verbraucher können natürlich selbst entscheiden, ob der empfohlene Betrag ihren Bedürfnissen entspricht oder ob sie den Betrag entsprechend ihren eigenen Ausgaben und ihrem Budget anpassen möchten.
Ausreichende Bargeldbestände
Die vom Nibud berechneten Beträge sollten laut NFPS am besten in einer Mischung aus Euro-Banknoten und -Münzen vorgehalten werden. Viele Verbraucher haben bereits Bargeld zu Hause, auch für Notfälle. Reichen die Bargeldbestände zu Hause noch nicht aus, können sie über einige Monate hinweg schrittweise aufgestockt werden, indem von Zeit zu Zeit Kleingeld beiseite gelegt wird. Die DNB, Geldmaat und Geldtransportunternehmen verfügen über ausreichende Bargeldvorräte, um einen zusätzlichen Bedarf zu decken.
Hinweise für Einzelhändler und andere Verkaufsstellen
Der NFPS weist außerdem darauf hin, dass Verkaufsstellen bereits jetzt verschiedene Maßnahmen ergreifen können, um auf Situationen vorbereitet zu sein, in denen Zahlungsterminals nicht funktionieren. So können sie beispielsweise sicherstellen, dass sie über eine zusätzliche Telekommunikationsverbindung eines anderen Telekommunikationsanbieters verfügen. Oder sie können einen QR-Code erstellen, den Kunden scannen können, um eine Online-Zahlungsaufforderung zu begleichen.
Verkaufsstellen wird außerdem empfohlen, sich auf Situationen vorzubereiten, in denen Kunden im Falle eines Ausfalls nur mit Bargeld bezahlen können. Die NFPS rät Einzelhändlern daher, ausreichend Bargeld in Wechselgeld bereitzuhalten.
Redaktion AllAboutSecurity
Bild/Quelle: https://depositphotos.com/de/home.html
Fachartikel

Wenn Angreifer selbst zum Ziel werden: Wie Forscher eine Infostealer-Infrastruktur kompromittierten

Mehr Gesetze, mehr Druck: Was bei NIS2, CRA, DORA & Co. am Ende zählt

WinDbg-UI blockiert beim Kopieren: Ursachenforschung führt zu Zwischenablage-Deadlock in virtuellen Umgebungen

RISE with SAP: Wie Sicherheitsmaßnahmen den Return on Investment sichern

Jailbreaking: Die unterschätzte Sicherheitslücke moderner KI-Systeme
Studien

Deutsche Unicorn-Gründer bevorzugen zunehmend den Standort Deutschland

IT-Modernisierung entscheidet über KI-Erfolg und Cybersicherheit

Neue ISACA-Studie: Datenschutzbudgets werden trotz steigender Risiken voraussichtlich schrumpfen

Cybersecurity-Jahresrückblick: Wie KI-Agenten und OAuth-Lücken die Bedrohungslandschaft 2025 veränderten
![Featured image for “Phishing-Studie deckt auf: [EXTERN]-Markierung schützt Klinikpersonal kaum”](https://www.all-about-security.de/wp-content/uploads/2025/12/phishing-4.jpg)
Phishing-Studie deckt auf: [EXTERN]-Markierung schützt Klinikpersonal kaum
Whitepaper

ETSI veröffentlicht weltweit führenden Standard für die Sicherung von KI

Allianz Risk Barometer 2026: Cyberrisiken führen das Ranking an, KI rückt auf Platz zwei vor

Cybersecurity-Jahresrückblick: Wie KI-Agenten und OAuth-Lücken die Bedrohungslandschaft 2025 veränderten

NIS2-Richtlinie im Gesundheitswesen: Praxisleitfaden für die Geschäftsführung

Datenschutzkonformer KI-Einsatz in Bundesbehörden: Neue Handreichung gibt Orientierung
Hamsterrad-Rebell

Cyberversicherung ohne Datenbasis? Warum CIOs und CISOs jetzt auf quantifizierbare Risikomodelle setzen müssen

Identity Security Posture Management (ISPM): Rettung oder Hype?

Platform Security: Warum ERP-Systeme besondere Sicherheitsmaßnahmen erfordern

Daten in eigener Hand: Europas Souveränität im Fokus






