
Die wichtigsten Neuigkeiten im Überblick:
- Microsoft zerschlägt weltweit aktive Malware-Infrastruktur: In Kooperation mit internationalen Strafverfolgungsbehörden wie Europol und dem US-Justizministerium wurde das Info-Stealing-Tool „Lumma Stealer“ massiv eingeschränkt.
- Malware-as-a-Service: Die Schadsoftware wird über Internetforen vermarktet, ist modular erweiterbar und schwer zu erkennen.
- Hunderttausende infizierte Geräte identifiziert: Zwischen März und Mai 2025 wurden mehr als 394.000 infizierte Windows-Systeme weltweit entdeckt – darunter viele in Europa. Die Malware bedroht nahezu alle Branchen.
- Koordiniertes Vorgehen mit Industriepartnern: Unternehmen wie ESET, Lumen, Bitsight, Cloudflare, CleanDNS und GMO Registry unterstützten Microsoft bei der schnellen Deaktivierung der Infrastruktur.
- Microsoft investiert weiter in Prävention: Die Digital Crimes Unit (DCU) arbeitet kontinuierlich daran, neue Bedrohungen frühzeitig zu erkennen, Angriffsvektoren zu unterbrechen und Nutzer sowie kritische Infrastrukturen zu schützen
Ein großer Erfolg im Kampf gegen Cyberkriminalität: Microsoft hat gemeinsam mit internationalen Strafverfolgungsbehörden und Partnerorganisationen einen bedeutenden Schlag gegen die Schadsoftware „Lumma Stealer“ erzielt. Die Digital Crimes Unit (DCU) des Konzerns reichte am Dienstag, dem 13. Mai, vor dem U.S. District Court im Northern District of Georgia eine Klage gegen die Hintermänner des Informationsstealers ein. Die Malware wurde weltweit von Cyberkriminellen eingesetzt, um sensible Daten wie Passwörter, Kreditkartennummern, Bankzugänge und Kryptowährungs-Wallets zu stehlen.
Basierend auf der gerichtlichen Anordnung konnte Microsoft rund 2.300 Domains identifizieren, beschlagnahmen und deaktivieren, die das technische Rückgrat der Lumma-Infrastruktur bildeten. Parallel setzte das US-Justizministerium das zentrale Kontrollsystem der Schadsoftware außer Betrieb und störte Handelsplattformen, über die das Tool an andere Kriminelle vertrieben wurde.
Internationale Unterstützung kam unter anderem vom European Cybercrime Centre (EC3) bei Europol sowie vom japanischen Cybercrime Control Center (JC3). Diese halfen dabei, lokale Infrastrukturen von Lumma in ihren jeweiligen Regionen zu deaktivieren.
Zwischen dem 16. März und dem 16. Mai 2025 entdeckte Microsoft weltweit über 394.000 Windows-Geräte, die mit der Malware infiziert waren. Durch enge Zusammenarbeit mit Ermittlungsbehörden und IT-Partnern gelang es, die Verbindung zwischen den betroffenen Systemen und den Steuerungsservern der Angreifer zu unterbrechen.
Insgesamt wurden mehr als 1.300 Domains entweder beschlagnahmt oder an Microsoft übertragen. Darunter befinden sich auch rund 300 Domains, die Europol gemeinsam mit Ermittlungsbehörden identifizieren konnte. Diese werden nun auf sogenannte Sinkholes von Microsoft umgeleitet. Diese Technik ermöglicht es, das Verhalten der Malware weiter zu analysieren und Sicherheitslücken zu schließen.
Microsoft wertet die gesammelten Daten aus, um seine Schutzmaßnahmen weiter zu verbessern und Nutzer*innen weltweit effektiver zu schützen. Zudem werden die Erkenntnisse mit öffentlichen und privaten Partnern geteilt, um laufende Ermittlungen zu unterstützen und weitere Schäden durch Lumma zu verhindern.
Das koordinierte Vorgehen zielt darauf ab, die Geschwindigkeit und Reichweite künftiger Angriffe zu begrenzen, kriminelle Netzwerke zu schwächen und deren Einnahmequellen auszutrocknen – ein bedeutender Schritt im globalen Kampf gegen Cyberkriminalität.
Heatmap zeigt weltweite Verbreitung der Lumma-Stealer-Malware auf Windows-Geräten
Hinweisseite auf über 900 von Microsoft beschlagnahmten Domains
Fachartikel

KI-Agenten als interne Sicherheitsrisiken: Was Experimente zeigen

MCP-Sicherheitsstudie: 555 Server mit riskanten Tool-Kombinationen identifiziert

SOX-Compliance in SAP: Anforderungen, IT-Kontrollen und der Weg zur Automatisierung

Irans Cyberoperationen vor „Epic Fury“: Gezielter Infrastrukturaufbau und Hacktivisten-Welle nach den Angriffen

Steuersaison als Angriffsfläche: Phishing-Kampagnen und Malware-Wellen im Überblick
Studien

Drucksicherheit bleibt in vielen KMU ein vernachlässigter Bereich

Sieben Regierungen einigen sich auf 6G-Sicherheitsrahmen

Lieferkettenkollaps und Internetausfall: Unternehmen rechnen mit dem Unwahrscheinlichen

KI als Werkzeug für schnelle, kostengünstige Cyberangriffe

KI beschleunigt Cyberangriffe: IBM X-Force warnt vor wachsenden Schwachstellen in Unternehmen
Whitepaper

Quantifizierung und Sicherheit mit modernster Quantentechnologie

KI-Betrug: Interpol warnt vor industrialisierter Finanzkriminalität – 4,5-fach profitabler

Cloudflare Threat Report 2026: Ransomware beginnt mit dem Login – KI und Botnetze treiben die Industrialisierung von Cyberangriffen

EBA-Folgebericht: Fortschritte bei IKT-Risikoaufsicht unter DORA – weitere Harmonisierung nötig

Böswillige KI-Nutzung erkennen und verhindern: Anthropics neuer Bedrohungsbericht mit Fallstudien
Hamsterrad-Rebell

Sichere Enterprise Browser und Application Delivery für moderne IT-Organisationen

Sicherer Remote-Zugriff (SRA) für Operational Technology (OT) und industrielle Steuerungs- und Produktionssysteme (ICS) – Teil 2

Incident Response Retainer – worauf sollte man achten?

KI‑basierte E‑Mail‑Angriffe: Einfach gestartet, kaum zu stoppen













