
Die Electronic Frontier Foundation (EFF) hat die Wiederaufnahme eines Vertrages zwischen der US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) und dem Überwachungsunternehmen Paragon Solutions scharf kritisiert.
Jack Poulson berichtete auf Substack, dass ICE den Vertrag mit einem Volumen von zwei Millionen Dollar mit Paragon reaktiviert habe. Paragon ist ein Anbieter von Überwachungssoftware, dessen Produkte bereits in mehreren Fällen mit Menschenrechtsverletzungen in Verbindung gebracht wurden.
Insbesondere die Paragon-Malware Graphite geriet in die Schlagzeilen, nachdem Forschungen des Citizen Lab an der Universität Toronto und von Meta ergaben, dass sie in Italien zum Ausspionieren von Journalisten, zivilgesellschaftlichen Akteuren und humanitären Helferen genutzt worden sei. Die EFF warnt, ohne wirksame gesetzliche Schutzmechanismen drohe ein ähnlicher Missbrauch auch durch US-Behörden.
Die Reaktivierung des Vertrags steht offenbar im Zusammenhang mit einer Übernahme: Die US-Tochter von Paragon Solutions wurde von der Private-Equity-Firma AE Industrial Partners in Miami erworben und anschließend mit dem Cybersicherheitsunternehmen REDLattice in Virginia fusioniert. Damit könne ICE nach Einschätzung der EFF die Executive Order 14093 umgehen, die den Erwerb von Spyware untersagt, wenn diese von ausländischen Regierungen oder Personen kontrolliert wird.
Die EFF sieht darin eine bewusste Umgehung bestehender Regeln, die weder Menschenrechtsverletzungen noch möglichen Missbrauch durch Regierungsmitarbeiter verhindere. Auch die Gefahr, dass Paragon-Insider die Software gegen US-Regierungsstellen einsetzten, werde nicht ausgeschlossen.
EFF-Technologe Cooper Quintin betont zudem, dass Paragons Software trotz ihres Images keine „Magie“ sei, sondern klassische Schadsoftware, die auf teure Zero-Day-Exploits angewiesen ist. Nutzer könnten sich schützen, indem sie ihre Geräte regelmäßig aktualisieren, auf iPhones den Lockdown-Modus oder auf Android den erweiterten Schutzmodus aktivieren und verschwindende Nachrichten nutzen. Weitere Empfehlungen gibt die EFF in ihren Leitfäden zur digitalen Selbstverteidigung.
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