
Die Zahl der neuen Angriffsmethoden, welche die Cybersicherheit von Unternehmen gefährden, nimmt jedes Jahr zu. Cyberkriminelle sind mehr denn je in der Lage, ihre Angriffsformate anzupassen und zu verbessern, um die Abwehrmechanismen auf Seiten ihrer Opfer zu durchbrechen. Nach einer Statistik von Astra hat sich 2023 ein neuer Rekord eingestellt: Danach wurden täglich 560.000 neue Arten von Malware entdeckt. Somit steigt die Zahl der derzeit existierenden Malware-Varianten auf über eine Milliarde. In dieser Flut sind einige Bedrohungen jedoch besorgniserregender als andere.
Anpassungsfähige Malware
Die Ducktail-Malware sticht in dieser Hinsicht heraus. Aufgrund seiner Entwicklung und Auswirkungen ist dieses Schadprogramm – vor allem in der Mode-Industrie – weiter ins Rampenlicht gerückt. Die Ducktail-Malware stammt von einer in Vietnam ansässigen Organisation, die es darauf abgesehen hat, Konten auf Social-Media-Plattformen (konkret via LinkedIn Ads und Facebook Business) zu kapern. Dabei stehen insbesondere Unternehmen oder Nutzer mit Schwerpunkt auf den Themenfeldern (digitales) Marketing oder Personalwesen im Fokus. Besondere Sorge bereitet die Fähigkeit dieser Malware, sich an Veränderungen anzupassen und neue Funktionen zu nutzen, die ihre Angriffe effektiver machen. Es werden bösartige Dateien versendet, die als Fotos oder Videos im PDF-Format getarnt sind. In der Regel finden dabei konkret auf das Opfer zugeschnittene Begrifflichkeiten Anwendung. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass der adressierte Nutzer die Dateien aufruft. Beim Öffnen wird dann bösartiger Code freigesetzt, der die Installation der Malware auf dem System einleitet und so die Konten von Unternehmen und Dritten gefährdet.
Wie kann man sich vor Ducktail-Malware schützen?
Obwohl Ducktail-Malware sehr anpassungsfähig ist und es sich daher schwierig gestaltet, ein spezifischen Abwehrmechanismus für diese Bedrohung zu etablieren, gibt es mehrere Möglichkeiten, den Schutz vor einem Angriff zu erhöhen. Einige werden im Folgenden benannt:
- MitarbeiterschulungCybersicherheit in Unternehmen beginnt oft bei den Mitarbeitenden. Sie spielen eine entscheidende Rolle, wenn Vorkehrungen getroffen werden sollen, um nicht Opfer eines solchen Angriffs zu werden. Unternehmen sollten in Schulungen investieren, damit die Belegschaft betrügerische Aktivitäten erkennen kann. Dies stärkt das Bewusstsein der Teams und ist der erste Schritt zum Schutz der Organisation.
- Einsatz von FirewallsObwohl Prävention der Schlüssel ist, muss man im Fall einer potenziellen Bedrohung auch über ein System verfügen, das bösartige Schadsoftware daran hindert, in IT-Infrastrukturen einzudringen. Die Installation einer Firewall, welche der Verbreitung von Malware einen Riegel vorschiebt, ist ein wesentliches Element beim Schutz von Geräten und internen Systemen eines Unternehmens.
- Implementierung eines einheitlichen Cybersecurity-KonzeptsDie Installation einer Firewall ist das Fundament einer wirksamen IT-Sicherheitsstrategie. Die Ergänzung durch weitere Lösungen kann jedoch den Unterschied ausmachen, wenn es um konsequenten Schutz des Unternehmens geht. Ein effektives Zusammenspiel der verschiedenen Bausteine – insbesondere die Kombination von Firewall und Endpunktsicherheit – im Hinblick auf XDR-Funktionalität zur Erkennung von Bedrohungen trägt entscheidend dazu bei, potenzielle Sicherheitslücken zu schließen und Abwehrmechanismen zu vereinheitlichen bzw. zielführend auszurichten.
Auch wenn Ducktail-Malware und viele andere Malware-Kampagnen gerade aufgrund ihrer enormen Anpassungsfähigkeit nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollten – es gibt Wege, um diesen Bedrohungen adäquat zu begegnen. Für Unternehmen ist es essenziell, sich über neue bösartige Cyberakteure, die interne Systeme gefährden könnten, im Klaren zu sein. So können sie jederzeit geeignete Abwehrmaßnahmen ergreifen – für einen konsequenten Schutz von Unternehmens- und Kundendaten.
Viele spannende Informationen über weitere Malware-Varianten und die passenden Abwehrmethoden liefern die folgenden Blogbeiträge:
• ChatGPT kann polymorphe Malware erstellen, und nun?
• Ransomware-Angriffe kosteten Unternehmen im Jahr 2023 Millionen
• Im Visier der Angreifer: WLAN-Router und Access Points
Fachartikel

Wenn Angreifer selbst zum Ziel werden: Wie Forscher eine Infostealer-Infrastruktur kompromittierten

Mehr Gesetze, mehr Druck: Was bei NIS2, CRA, DORA & Co. am Ende zählt

WinDbg-UI blockiert beim Kopieren: Ursachenforschung führt zu Zwischenablage-Deadlock in virtuellen Umgebungen

RISE with SAP: Wie Sicherheitsmaßnahmen den Return on Investment sichern

Jailbreaking: Die unterschätzte Sicherheitslücke moderner KI-Systeme
Studien

Deutsche Unicorn-Gründer bevorzugen zunehmend den Standort Deutschland

IT-Modernisierung entscheidet über KI-Erfolg und Cybersicherheit

Neue ISACA-Studie: Datenschutzbudgets werden trotz steigender Risiken voraussichtlich schrumpfen

Cybersecurity-Jahresrückblick: Wie KI-Agenten und OAuth-Lücken die Bedrohungslandschaft 2025 veränderten
![Featured image for “Phishing-Studie deckt auf: [EXTERN]-Markierung schützt Klinikpersonal kaum”](https://www.all-about-security.de/wp-content/uploads/2025/12/phishing-4.jpg)
Phishing-Studie deckt auf: [EXTERN]-Markierung schützt Klinikpersonal kaum
Whitepaper

ETSI veröffentlicht weltweit führenden Standard für die Sicherung von KI

Allianz Risk Barometer 2026: Cyberrisiken führen das Ranking an, KI rückt auf Platz zwei vor

Cybersecurity-Jahresrückblick: Wie KI-Agenten und OAuth-Lücken die Bedrohungslandschaft 2025 veränderten

NIS2-Richtlinie im Gesundheitswesen: Praxisleitfaden für die Geschäftsführung

Datenschutzkonformer KI-Einsatz in Bundesbehörden: Neue Handreichung gibt Orientierung
Hamsterrad-Rebell

Cyberversicherung ohne Datenbasis? Warum CIOs und CISOs jetzt auf quantifizierbare Risikomodelle setzen müssen

Identity Security Posture Management (ISPM): Rettung oder Hype?

Platform Security: Warum ERP-Systeme besondere Sicherheitsmaßnahmen erfordern

Daten in eigener Hand: Europas Souveränität im Fokus






