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Cyberkriminalität im Dark Web: Wie KI-Systeme Betrüger ausbremsen

11. Februar 2026

Das Dark Web entwickelt sich zum vollständigen Service-Marktplatz für Cyberkriminalität. Eine aktuelle Analyse von LexisNexis Risk Solutions dokumentiert, wie einfach der Zugang zu Betrugstools geworden ist – und welche modernen Sicherheitstechnologien den Tätern die größten Schwierigkeiten bereiten.

Fraud-as-a-Service: Der digitale Schwarzmarkt wächst

Der Markt für kriminelle Dienstleistungen im Dark Web expandiert kontinuierlich. Die Studie „Fraud for Sale: Untangling the Dark Web“, Teil des Global State of Fraud Report, dokumentiert ein umfassendes Ökosystem aus Tools, Anleitungen und vorgefertigten Ressourcen für Betrugstätigkeiten.

Das Angebot umfasst KYC-verifizierte Bankkonten, Schritt-für-Schritt-Tutorials für Einsteiger und fertige Betrugskits. Personen mit grundlegenden IT-Kenntnissen erhalten damit niederschwelligen Zugang zu kriminellen Aktivitäten gegen Privatpersonen und Unternehmen.

„Die verborgene Struktur des Dark Web zieht das kriminelle Milieu seit mehr als einem Jahrzehnt an und schützt Betrüger vor Aufdeckung“, erklärt Kimberly Sutherland, Global Head of Fraud and Identity bei LexisNexis Risk Solutions. Obwohl Behörden regelmäßig illegale Plattformen schließen, entstehen rasch neue Angebote für die anhaltende Nachfrage.

KI-Erkennungssysteme als wirkungsvolle Barriere

Die Analyse zeigt eine interessante Entwicklung: Während Deepfakes und KI-Tools für Betrugszwecke bereits weit verbreitet sind, sorgen KI-gestützte Sicherheitssysteme in Dark-Web-Foren für zunehmende Frustration.

Banken und Finanzinstitute setzen auf Technologien, die Blutfluss oder kleinste Muskelbewegungen analysieren. In den Foren dokumentieren Nutzer ihre Schwierigkeiten mit diesen Systemen. Ein Kommentar lautet schlicht: „Es gibt keine Möglichkeit, sie zu umgehen.“

Parallel dazu finden sich Berichte über kreative Umgehungsversuche, etwa durch Latexmasken. Mehrere Marktplätze reagieren auf die gestiegenen Anforderungen mit dem Verkauf bereits etablierter E-Mail-Konten und Geräte, die einfachere Prüfmechanismen passieren können.

Welche Schutzmechanismen wirken am besten

Die Studie identifiziert konkrete Sicherheitsmaßnahmen, die Täter als größte Hindernisse nennen:

  • Echtzeit-Liveness-Prüfung
  • Analyse von Kontoaktivitäten
  • Telefon- und E-Mail-Verifizierung
  • Geräte-Fingerprinting

„Unsere Recherche zeigt das Dark Web als eine Art Betrugs-Supermarkt, der Tätern leichten Zugang zu Wissen und Instrumenten für unterschiedlichste Delikte verschafft“, so Sutherland. Besonders die Videoanleitungen für Einsteiger senken die Einstiegshürden erheblich.

Betrug unter Betrügern verändert die Landschaft

Die Untersuchung deckt ein Paradox auf: Das Dark Web bietet auch für Kriminelle keine sichere Umgebung. Exit-Scams – bei denen Plattformbetreiber abrupt verschwinden und Kundengelder mitnehmen – sind weit verbreitet.

Als Reaktion versuchen einige Marktplätze, Vertrauen aufzubauen. Sie prangern Fehlverhalten öffentlich an, schließen unseriöse Nutzer aus oder verbieten nachweislich wertlose Produkte.

Diese Entwicklung hat Folgen: Vereinfachte Varianten der Dark-Web-Marktplätze tauchen vermehrt auf etablierten Social-Media-Plattformen auf. Kriminelle bevorzugen zunehmend die einfachere Zugänglichkeit gegenüber der Anonymität des Dark Web.

Positive Perspektive durch technologischen Fortschritt

Trotz der Herausforderungen sieht Sutherland Grund für Optimismus: „Positiv ist jedoch, dass wir Cyberkriminellen nicht schutzlos ausgeliefert sind. Je schneller sie neue Technologien einsetzen, desto deutlicher wird, wie dieselben KI-Innovationen ihre Aktivitäten vereiteln können.“

Die Studie basiert auf einer 2025 durchgeführten Analyse des Dark Web und ist Teil des LexisNexis Risk Solutions Global State of Fraud and Identity Report 2026.

Quelle: LexisNexis Risk Solutions – Global State of Fraud and Identity Report 2026

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