
28. Juli 2025 – Dataquest (Quelle)+ Das chinesische KI-Unternehmen Zhipu AI, ein Spin-off der renommierten Tsinghua-Universität und direkter Herausforderer von OpenAI, hat ein neues Open-Source-Sprachmodell vorgestellt. Mit der Veröffentlichung von GLM 4.5 baut Zhipu seine GLM-Serie (General Language Model) weiter aus und positioniert sich zunehmend als ernstzunehmender globaler Wettbewerber im Bereich generativer KI.
Zu den aktuellen Neuvorstellungen zählen unter anderem GLM-4.1V-Thinking, ein multimodales Modell für kognitive Aufgaben, sowie die leistungsfähigen GLM-Z1-Modelle mit bis zu 32 Milliarden Parametern. Letztere punkten mit beeindruckender Geschwindigkeit: Laut Unternehmensangaben erreicht das GLM-Z1-Inferenzmodell auf handelsüblichen GPUs bis zu 200 Token pro Sekunde – und das bei einer bis zu achtfachen Inferenzgeschwindigkeit im Vergleich zur Konkurrenz.
Besondere Aufmerksamkeit erregt das Modell GLM-Z1-Rumination-32B-0414, das speziell für autonome KI-Agenten entwickelt wurde. Es kann eigenständig im Internet recherchieren, Werkzeuge nutzen, Informationen prüfen und komplexe Fragestellungen analysieren – ein Schritt in Richtung stärker autonomer Systeme.
Bereits im März dieses Jahres stellte Zhipu AutoGLM Rumination vor – einen kostenlosen KI-Agenten, der auf den GLM-Z1- und GLM-4-Air-Modellen basiert. AutoGLM kombiniert Recherchefähigkeiten mit praktischen Anwendungen wie Reiseplanung oder Berichtserstellung.
Ein weiteres Highlight: Mit GLM-4-Voice brachte Zhipu AI im Oktober 2024 ein quelloffenes Sprachmodell auf den Markt, das chinesische und englische Sprache versteht und generiert. Es lässt sich flexibel in Ton, Emotion, Sprechtempo und Dialekt anpassen und ermöglicht so eine natürliche Echtzeitkommunikation.
Das neueste Modell GLM-4.1V-Thinking verarbeitet neben Text auch Bilder, Videos und Dokumente und liefert dabei in vielen Benchmarks vergleichbare oder sogar bessere Ergebnisse als OpenAI’s GPT-4o – und das mit nur einer NVIDIA 3090-GPU.
Zhipu AI verfolgt eine konsequent offene Strategie: Die Modelle erscheinen unter der MIT-Lizenz, sind kommerziell nutzbar und sollen die Entwicklergemeinschaft aktiv einbinden. Zur Förderung des Open-Source-Ökosystems hat das Unternehmen kürzlich einen Förderfonds eingerichtet, der 1.000 KI-Chipkarten sowie finanzielle Unterstützung in Höhe von 10 Millionen Yuan (ca. 1,39 Mio. US-Dollar) bereitstellt.
Unterstützt wird Zhipu AI von Schwergewichten wie Alibaba und Tencent. Zudem engagiert sich das Unternehmen im sogenannten „Special Migration Program“, das OpenAI-API-Nutzern nach regionalen Sperrungen eine Alternative bietet.
Mit dieser Strategie unterstreicht Zhipu AI seinen Anspruch, nicht nur technologisch aufzuschließen, sondern sich als eigenständiger Innovationstreiber im globalen KI-Wettbewerb zu etablieren.
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