
Hardware-Authentifikatoren wie die YubiKeys gelten als eine der sichersten Methoden der Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) und spielen eine zentrale Rolle beim Schutz vor Phishing und unbefugtem Zugriff. Damit Sicherheitsschlüssel jedoch als phishingresistentes Instrument im Cybersicherheitsportfolio eines Unternehmens eingesetzt werden können, müssen Unternehmen eine zentrale Kontrolle über sie haben. Ohne umfassende Transparenz und Verwaltung, die eine ordnungsgemäße und konsistente Nutzung gewährleisten, können Herausforderungen und Risiken entstehen, die den Schutz der digitalen Infrastruktur und die Produktivität der gesamten Belegschaft erheblich beeinträchtigen können.
Besonders problematisch ist der Umgang mit verlorenen oder nicht mehr genutzten Schlüsseln: Ohne ein zentrales Nachverfolgungssystem bleiben solche Geräte oft unentdeckt und können weiterhin von Unbefugten genutzt werden, solange sie nicht deaktiviert oder gesperrt werden.
Unklare Zuständigkeiten verschärfen das Problem, da ohne eindeutige Dokumentation nicht nachvollziehbar ist, welcher Mitarbeiter welchen Authentifikator besitzt. Im Ernstfall erschwert dies eine schnelle Reaktion auf Sicherheitsvorfälle und führt zu Unsicherheiten im Notfallmanagement.
Auch die Nachvollziehbarkeit leidet: Ohne zentrale Übersicht fehlen Audit-Trails und Berichte, was es nahezu unmöglich macht, regulatorische Anforderungen wie die DSGVO oder ISO 27001 zu erfüllen. Zudem besteht die Gefahr, dass veraltete oder kompromittierte Geräte weiter im Umlauf bleiben und zusätzliche Angriffsflächen bieten.
Fehlende Notfallprozesse und eine ineffiziente Verwaltung erschweren die schnelle Bereitstellung von Ersatz bei Verlust oder Defekt eines Tokens zusätzlich. Dadurch verlängern sich Ausfallzeiten, und die Produktivität sinkt. Darüber hinaus steigern manuelle Prozesse sowohl den Verwaltungsaufwand als auch das Risiko von Fehlern. Hierunter leidet die Gesamteffizienz, und es entstehen zusätzliche, vermeidbare Kosten.
Folglich kann der Verzicht auf eine zentrale Kontrolle und Nachverfolgbarkeit dazu führen, dass Angreifer Schwachstellen ausnutzen, Nachweise über Zugriffe fehlen und Unternehmen sowohl in puncto Sicherheit als auch Compliance erhebliche Nachteile erleiden.
Effektive Lösungen für ein sicheres Authentifikator-Management
Um die Risiken und Herausforderungen im Umgang mit Hardware-Authentifikatoren zu adressieren, empfehlen sich zentrale Managementlösungen. Diese Systeme bieten eine ganzheitliche Übersicht über sämtliche Authentifikatoren im Unternehmen und ermöglichen es, deren gesamten Lebenszyklus effizient zu steuern. Von der Erstzuweisung an Mitarbeitende über regelmäßige Überprüfungen bis hin zur Sperrung oder Deaktivierung bei Verlust oder Ausscheiden eines Mitarbeiters – alle Prozesse lassen sich zentral steuern und automatisieren.
Ein wesentlicher Vorteil solcher Lösungen ist die klare und lückenlose Dokumentation: Verantwortlichkeiten werden eindeutig zugeordnet, und alle Vorgänge – wie die Ausgabe, Rückgabe oder Sperrung von Geräten – werden nachvollziehbar protokolliert. Dadurch erfüllen Unternehmen nicht nur interne Sicherheitsanforderungen, sondern auch externe Vorgaben, etwa aus der DSGVO oder der ISO 27001. Die Managementsysteme unterstützen zudem die Integration in bestehende IT-Landschaften, beispielsweise durch Anbindung an Verzeichnisdienste wie Microsoft Active Directory oder die Nutzung von Zertifikatsdiensten.
Ein konkretes Beispiel für eine solche Lösung ist das Appterix YubiKey Lifecycle Management (LCM) von EgoMind. Mit dieser Plattform sind Unternehmen in der Lage, ihre YubiKeys zentral verwalten und den gesamten Lebenszyklus der Geräte automatisiert abbilden. Die Lösung ermöglicht es, Konfigurationen und Zertifikate zentral bereitzustellen, Authentifikatoren bei Bedarf umgehend zu sperren oder neu zuzuweisen und alle Aktivitäten detailliert zu protokollieren. Die nahtlose Integration in Unternehmensumgebungen mit Microsoft Active Directory erlaubt es, bestehende Nutzer- und Rechteverwaltungen voll auszuschöpfen. Darüber hinaus sorgen umfangreiche Audit- und Reporting-Funktionen dafür, dass Organisationen jederzeit den Überblick behalten und Compliance-Anforderungen effizient erfüllen können.
Ein weiterer wichtiger Baustein im Appterix YubiKey Lifecycle Management ist das Enrollment. In herkömmlichen Rollouts zeigt sich schnell, dass die manuelle Einrichtung eine erhebliche Hürde darstellt: Die Konfiguration eines einzelnen Sicherheitsschlüssels dauert durchschnittlich rund 15 Minuten. Hochgerechnet auf große Belegschaften entstehen dadurch mehrere Arbeitstage reiner Einrichtungsaufwand, was in vielen Fällen dazu führt, dass Pilotprojekte selbst nicht kleinen Gruppen nicht weitergeführt werden.
Mit Appterix LCM reduziert sich dieser Aufwand deutlich. Die grundlegende Einrichtung erfolgt einmalig in etwa 15 Minuten, unabhängig von der Anzahl der später auszurollenden Geräte. Danach können Mitarbeitende ihren Sicherheitsschlüssel selbst mit minimalem Aufwand aktivieren, sodass auch größere Rollouts innerhalb weniger Tage abgeschlossen werden können. In der aktuellen Version wird dieser Prozess zusätzlich unterstützt, indem neue Geräte automatisch erkannt und das passende Enrollment vorgeschlagen wird. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit des „Enrollment on behalf of“: So können Administratoren YubiKeys für Benutzer direkt vorbereiten, wodurch sich der Zeitbedarf von bislang etwa 15 Minuten auf nur wenige Sekunden reduziert.
Durch den Einsatz solcher zentralen Managementsysteme lassen sich sowohl die Sicherheit als auch die Effizienz im Umgang mit Hardware-Authentifikatoren deutlich verbessern. Unternehmen profitieren von reduzierten Ausfallzeiten, geringeren Verwaltungskosten und einem nachhaltig erhöhten Schutzniveau für ihre digitale Infrastruktur.
Fazit
Die zentrale Kontrolle und Nachverfolgbarkeit von Hardware-Authentifikatoren ist ein wesentlicher Faktor für die Sicherheit sich dynamisch entwickelnder IT-Landschaften. Unternehmen, die auf entsprechende Managementlösungen setzen, können Risiken deutlich reduzieren, regulatorische Anforderungen besser erfüllen und ihre Sicherheitsprozesse effizienter gestalten. Ohne eine solche Übersicht entsteht eine unsichtbare Schwachstelle, die Angreifern unerwünschte Zugänge ermöglicht und die Schutzmaßnahmen insgesamt untergräbt.
Von Alexander Koch, SVP Sales EMEA und Sergej Schlotthauer, CEO bei EgoMind
Bild/Quelle: https://depositphotos.com/de/home.html
Fachartikel

Wenn Angreifer selbst zum Ziel werden: Wie Forscher eine Infostealer-Infrastruktur kompromittierten

Mehr Gesetze, mehr Druck: Was bei NIS2, CRA, DORA & Co. am Ende zählt

WinDbg-UI blockiert beim Kopieren: Ursachenforschung führt zu Zwischenablage-Deadlock in virtuellen Umgebungen

RISE with SAP: Wie Sicherheitsmaßnahmen den Return on Investment sichern

Jailbreaking: Die unterschätzte Sicherheitslücke moderner KI-Systeme
Studien

Deutsche Unicorn-Gründer bevorzugen zunehmend den Standort Deutschland

IT-Modernisierung entscheidet über KI-Erfolg und Cybersicherheit

Neue ISACA-Studie: Datenschutzbudgets werden trotz steigender Risiken voraussichtlich schrumpfen

Cybersecurity-Jahresrückblick: Wie KI-Agenten und OAuth-Lücken die Bedrohungslandschaft 2025 veränderten
![Featured image for “Phishing-Studie deckt auf: [EXTERN]-Markierung schützt Klinikpersonal kaum”](https://www.all-about-security.de/wp-content/uploads/2025/12/phishing-4.jpg)
Phishing-Studie deckt auf: [EXTERN]-Markierung schützt Klinikpersonal kaum
Whitepaper

ETSI veröffentlicht weltweit führenden Standard für die Sicherung von KI

Allianz Risk Barometer 2026: Cyberrisiken führen das Ranking an, KI rückt auf Platz zwei vor

Cybersecurity-Jahresrückblick: Wie KI-Agenten und OAuth-Lücken die Bedrohungslandschaft 2025 veränderten

NIS2-Richtlinie im Gesundheitswesen: Praxisleitfaden für die Geschäftsführung

Datenschutzkonformer KI-Einsatz in Bundesbehörden: Neue Handreichung gibt Orientierung
Hamsterrad-Rebell

Cyberversicherung ohne Datenbasis? Warum CIOs und CISOs jetzt auf quantifizierbare Risikomodelle setzen müssen

Identity Security Posture Management (ISPM): Rettung oder Hype?

Platform Security: Warum ERP-Systeme besondere Sicherheitsmaßnahmen erfordern

Daten in eigener Hand: Europas Souveränität im Fokus







