
Am 5. Mai um 16:00 Uhr GMT entdeckte eine automatisierte Malware-Analyse-Pipeline ein verdächtiges Update des npm-Pakets rand-user-agent (Version 1.0.110). Die Untersuchung förderte verdächtigen Code zutage – ein Hinweis auf einen gezielten Supply-Chain-Angriff. Das betroffene Paket, das wöchentlich rund 45.000 Mal heruntergeladen wird, wurde offenbar mit einem schadhaften Skript namens „RATatouille“ kompromittiert.
Lieferkettenangriff auf npm: Beliebtes JavaScript-Paket „rand-user-agent“ mit hochentwickeltem Trojaner infiziert
Die Sicherheitsplattform Aikido hat einen schwerwiegenden Angriff auf die Software-Lieferkette aufgedeckt: Das beliebte npm-Paket rand-user-agent wurde mit einem raffiniert getarnten Remote-Access-Trojaner (RAT) kompromittiert. Die Malware soll mutmaßlich von einem staatlich unterstützten Hacker aus Russland eingeschleust worden sein.
Obwohl das Paket vom ursprünglichen Entwickler nicht mehr aktiv gepflegt wird, wird es weiterhin rund 45.000 Mal pro Woche heruntergeladen. Es generiert zufällige, realistisch wirkende User-Agent-Strings, um automatisierte Web-Anfragen – etwa beim Web-Scraping – schwerer erkennbar zu machen. Genau diese nützliche Funktion macht es zu einem attraktiven Ziel für Angreifer.
Das npm-Repository, ein zentrales Verzeichnis für Open-Source-JavaScript-Bibliotheken, ist in jüngster Zeit zunehmend ins Visier von Cyberkriminellen geraten. Über manipulierte Pakete lassen sich zahlreiche Entwickler und deren Anwendungen infizieren – oft ohne ihr Wissen. Auch KI-Codierungsassistenten könnten verseuchte Bibliotheken vorschlagen. Laut Aikido sind mindestens 30 weitere npm-Pakete direkt von rand-user-agent abhängig.
Das kompromittierte Paket wurde ursprünglich von WebScrapingAPI entwickelt, einem Unternehmen mit Fokus auf Datenextraktion aus dem Web. Das letzte legitime GitHub-Update liegt bereits sieben Monate zurück. Dennoch tauchten in den vergangenen zwei Wochen drei neue Versionen des Pakets auf – allesamt mit schadhaften Inhalten.
Die Aikido-Forscher gehen davon aus, dass Angreifer Zugriff auf das npm-Token des ursprünglichen Entwicklers erlangt haben. Der eingeschleuste Schadcode war besonders schwer zu erkennen: Er war nicht nur stark verschleiert, sondern auch durch strategisch platzierte Leerzeichen im Quellcode verborgen. Die enthaltene RAT kann über einen Command-and-Control-Server (C2) beliebige Shell-Befehle ausführen und kompromittiert dabei unbemerkt legitime Python-Tools, indem sie diese durch schädliche Binärdateien ersetzt.
„Die technische Raffinesse ist bemerkenswert. Alles deutet auf eine APT-Gruppe (Advanced Persistent Threat) hin, vermutlich mit staatlicher Unterstützung“, erklärte Aikido in einem begleitenden Video. Die Experten konnten den C2-Server zu einer russischen Organisation zurückverfolgen.
Die infizierten Versionen von rand-user-agent wurden inzwischen aus dem npm-Repository entfernt.
Fachartikel

Google dokumentiert zunehmenden Missbrauch von KI-Systemen durch Cyberkriminelle

Sicherheitslücke in Claude Desktop Extensions gefährdet Tausende Nutzer

KI-Agenten: Dateisystem vs. Datenbank – Welche Speicherlösung passt zu Ihrem Projekt?

NPM-Paket „duer-js“ tarnt Infostealer mit Mehrfach-Payload-Architektur

Ivanti-Exploits: 83 Prozent der Angriffe stammen von einer einzigen IP-Adresse
Studien

Deutsche Wirtschaft unzureichend auf hybride Bedrohungen vorbereitet

Cyberkriminalität im Dark Web: Wie KI-Systeme Betrüger ausbremsen

Sicherheitsstudie 2026: Menschliche Faktoren übertreffen KI-Risiken

Studie: Unternehmen müssen ihre DNS- und IP-Management-Strukturen für das KI-Zeitalter neu denken

Deutsche Unicorn-Gründer bevorzugen zunehmend den Standort Deutschland
Whitepaper

BSI setzt Auslaufdatum für klassische Verschlüsselungsverfahren

Token Exchange: Sichere Authentifizierung über Identity-Provider-Grenzen

KI-Agenten in Unternehmen: Governance-Lücken als Sicherheitsrisiko

KuppingerCole legt Forschungsagenda für IAM und Cybersecurity 2026 vor

IT-Budgets 2026 im Fokus: Wie Unternehmen 27 % Cloud-Kosten einsparen können
Hamsterrad-Rebell

KI‑basierte E‑Mail‑Angriffe: Einfach gestartet, kaum zu stoppen

NIS2: „Zum Glück gezwungen“ – mit OKR-basiertem Vorgehen zum nachhaltigen Erfolg

Cyberversicherung ohne Datenbasis? Warum CIOs und CISOs jetzt auf quantifizierbare Risikomodelle setzen müssen

Identity Security Posture Management (ISPM): Rettung oder Hype?






