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Schwachstellenmanagement vs. Expositionsmanagement: Der vollständige Vergleich

24. November 2025

Lassen Sie uns einen Moment über Katzen und Hunde sprechen. Beide pelzigen Freunde fallen unter die Kategorie „Haustier“ und helfen uns Menschen, Stress abzubauen und ein längeres, gesünderes Leben zu führen. Aber jeder, der schon einmal ein Haustier besessen hat, weiß, dass hier die Gemeinsamkeiten enden. Ebenso scheinen Schwachstellen- und Expositionsmanagement auf den ersten Blick sehr ähnliche Prozesse zu sein. Aber obwohl sie ein gemeinsames Ziel haben – die Reduzierung des Risikos von Cyberangriffen für eine Organisation – sind ihre Methoden und Werkzeuge sehr unterschiedlich.

Das Schwachstellenmanagement konzentriert sich auf die Identifizierung, Bewertung und Minderung von Schwachstellen (d. h. Schwachstellen) in den Systemen und Anwendungen einer Organisation. Dies bedeutet, dass Schwachstellen gescannt, nach Schweregrad und Auswirkungen priorisiert und anschließend Abhilfemaßnahmen (Patches, Konfigurationsänderungen usw.) umgesetzt werden. Die Idee dahinter ist, die allgemeine Sicherheitslage zu stärken, indem interne Schwachstellen behoben werden.

Das „Exposure Management“ hingegen ist breiter angelegt. Es umfasst die interne Perspektive des Vulnerability Managements, bezieht aber auch die externe Angriffsfläche der Organisation mit ein. Dies geschieht durch die Identifizierung und Priorisierung von Assets, die potenziellen Bedrohungen ausgesetzt sind, durch das Verständnis der Konfiguration und Vernetzung dieser Assets und durch den Versuch, Risiken zu minimieren.

Sowohl das Schwachstellen- als auch das Expositionsmanagement sind Schlüsselelemente eines umfassenden Cybersicherheitsprogramms. In diesem Blog werden wir uns eingehend mit den Unterschieden zwischen ihnen befassen, um Organisationen dabei zu helfen, das richtige Gleichgewicht zu finden.

Backgrounder: Was ist Schwachstellenmanagement?

Schwachstellenmanagement ist ein systematischer Prozess zur Identifizierung, Bewertung, Priorisierung und Minderung von Schwachstellen in den Informationssystemen einer Organisation. Es handelt sich um einen kritischen Prozess, da Schwachstellen in Software, Hardware oder Verfahren von Cyberangreifern ausgenutzt werden können, um sich unbefugten Zugang zu verschaffen oder Schaden anzurichten.

Das Schwachstellenmanagement beginnt mit gründlichen Scans und Bewertungen der digitalen Assets einer Organisation, um potenzielle Schwachstellen zu identifizieren. Diese Scans werden in der Regel von automatisierten Tools durchgeführt, die veraltete Software, Fehlkonfigurationen oder ungepatchte Systeme erkennen – allesamt mögliche Einfallstore für Angreifer.

Sobald Schwachstellenmanagementsysteme Schwachstellen identifizieren, bewerten sie das Risiko, das jede einzelne Schwachstelle darstellt. Bei dieser Bewertung werden Faktoren wie die Schwere der Schwachstelle, die potenziellen Auswirkungen auf die Organisation im Falle einer Ausnutzung und die Wahrscheinlichkeit eines Angriffs berücksichtigt. Auf der Grundlage dieser Bewertung werden Schwachstellen priorisiert, sodass die kritischsten zuerst angegangen werden können.

Als Nächstes folgt die Behebungsphase. Bei der Behebung von Schwachstellen setzen Sicherheitsbeauftragte Maßnahmen um, die Schwachstellen beseitigen oder abschwächen. Dies kann das Anwenden von Patches, das Aktualisieren von Software, das Neukonfigurieren von Systemen oder das Verbessern von Sicherheitskontrollen umfassen. In einigen Fällen können Ausgleichskontrollen eingeführt werden, wenn eine sofortige Behebung nicht möglich ist.

Das Schwachstellenmanagement sollte keine einmalige Angelegenheit sein, sondern ein fortlaufender Zyklus, der regelmäßige Aktualisierungen und Überprüfungen erfordert. Eine kontinuierliche Überwachung ist beim Schwachstellenmanagement unerlässlich, da sich die Schwachstellenlandschaft buchstäblich von Minute zu Minute ändert, da neue Schwachstellen entdeckt werden und sich bestehende Schwachstellen weiterentwickeln.

Es ist erwähnenswert, dass ein effektives Schwachstellenmanagement eine klare Kommunikation zwischen IT-Teams, Management und anderen Interessengruppen erfordert, um sicherzustellen, dass jeder sowohl die Risiken als auch die ergriffenen Maßnahmen versteht. Insgesamt ist das Schwachstellenmanagement ein entscheidender Bestandteil von Cybersicherheitsprogrammen, da es Organisationen dabei unterstützt, das Risiko von Cyberangriffen erheblich zu reduzieren und ihre Sicherheitslage zu verbessern.

Backgrounder: Was ist Exposure Management?

Exposure Management ist der strategische Prozess zur Identifizierung, Bewertung und Minderung der Gefährdung der digitalen Assets einer Organisation durch Cyber-Bedrohungen. Im Gegensatz zum Vulnerability Management, das sich auf spezifische Schwachstellen in Systemen konzentriert, geht es beim Exposure Management darum, die Risiken zu ermitteln und zu mindern, die sich aus der Art und Weise ergeben, wie die Assets einer Organisation konfiguriert, miteinander verbunden und von außen zugänglich sind.

Das Exposure Management beginnt mit der Katalogisierung aller digitalen Assets, einschließlich Hardware, Software, Daten und Netzwerkkomponenten. Dieses Inventar hilft Sicherheitsteams zu verstehen, was geschützt werden muss und wo die Organisation potenziellen Bedrohungen ausgesetzt sein könnte.

Als Nächstes überwacht das Exposure Management diese Assets kontinuierlich, um zu beurteilen, wie sie der Außenwelt ausgesetzt sind. Dazu gehört auch das Verständnis der Angriffsfläche – aller Punkte, an denen ein Angreifer Zugriff erlangen könnte. Beispielsweise sind internetbasierte Dienste, offene Ports und öffentlich zugängliche Datenbanken Teil der Angriffsfläche einer Organisation.

Sobald Schwachstellen identifiziert wurden, hilft das Exposure Management Organisationen dabei, Maßnahmen zu ergreifen, um diese zu beheben. Dies kann die Neukonfiguration von Systemen, die Anwendung von Zugriffskontrollen oder die Segmentierung von Netzwerken umfassen, um den potenziellen Schaden durch einen Angriff zu begrenzen. In einigen Fällen kann es auch das Entfernen oder Isolieren von Assets beinhalten, die für den Betrieb nicht unbedingt erforderlich sind, aber ein Sicherheitsrisiko darstellen. Und natürlich erfordert das Expositionsmanagement eine kontinuierliche Überprüfung und Anpassung, wenn sich die digitale Landschaft der Organisation weiterentwickelt – wenn neue Technologien eingeführt werden, sich Geschäftsprozesse ändern und sich die branchenspezifische Bedrohungslandschaft verschiebt.

Schwachstellen- und Expositionsmanagement – Fünf Schritte zur Umsetzung

Sowohl das Schwachstellen- als auch das Expositionsmanagement sind wesentliche Prozesse für die Aufrechterhaltung einer sicheren IT-Umgebung. Die folgenden Schritte helfen Ihnen, Schwachstellen in Ihren Systemen zu identifizieren, zu bewerten und zu beheben und Ihre Angriffsfläche zu kontrollieren, um das Risiko von Cyberangriffen zu reduzieren.

Beginnen wir mit einer Aufschlüsselung der wichtigsten Schritte bei der Umsetzung des Schwachstellenmanagements:

Ermittlung von Assets – Identifizieren und katalogisieren Sie alle Hardware-, Software- und Netzwerkkomponenten innerhalb der Organisation.

  1. Schwachstellen-Scans – Verwenden Sie automatisierte Tools wie Schwachstellen-Scanner und Sicherheitsscanner, um bekannte Schwachstellen in diesen Assets zu erkennen.
  2. Risikobewertung – Bewerten Sie den Schweregrad und die potenziellen Auswirkungen der erkannten Schwachstellen.
  3. Behebung – Wenden Sie Patches an, aktualisieren Sie Software, konfigurieren Sie Systeme neu oder implementieren Sie zusätzliche Sicherheitskontrollen, um die erkannten Schwachstellen zu beseitigen oder zu mindern.
  4. Kontinuierliche Überwachung – Überwachen Sie neu auftretende Schwachstellen, gefolgt von einer Neubewertung und Behebung, um eine sichere Umgebung zu gewährleisten.

Im Gegensatz dazu sind hier die wichtigsten Schritte des Exposure Managements:

  1. Asset-Inventarisierung – Erstellen Sie ein umfassendes Inventar aller digitalen Assets, einschließlich Konfigurations- und Zugriffsdetails. Dazu gehört die Identifizierung all Ihrer Hardware-, Software- und Datenbestände sowie das Verständnis dafür, wie diese miteinander verbunden sind und wie von externen Quellen darauf zugegriffen wird.
  2. Angriffsflächenkartierung – Identifizieren Sie alle potenziellen externen Zugriffspunkte auf die Systeme der Organisation. Dazu gehören Dinge wie öffentlich zugängliche Webserver, Remote-Desktop-Protokolle (RDP) und offene Ports.
  3. Kontinuierliche Überwachung – Überwachen Sie die Angriffsfläche auf Änderungen, wie z. B. neue Dienste, die dem Internet ausgesetzt sind, offene Ports oder falsch konfigurierte Einstellungen, die die Gefährdung erhöhen. Dies kann durch eine Vielzahl von Methoden erfolgen, wie z. B. SIEM-Systeme (Security Information and Event Management) und Schwachstellenscanner.
  4. Exposure Assessment – Bewertung der potenziellen Risiken, die mit diesen Zugriffspunkten verbunden sind, unter Berücksichtigung der Sensibilität der betroffenen Daten oder Systeme und der Wahrscheinlichkeit einer Ausnutzung.
  5. Mitigation – Implementierung von Strategien zur Reduzierung der Exposition, wie z. B. Netzwerksegmentierung und Firewalls. Dies kann die Reduzierung der Anzahl der Zugriffspunkte, die Segmentierung des Netzwerks oder die Bereitstellung zusätzlicher Sicherheitskontrollen wie Firewalls und Intrusion Detection Systems (IDS) umfassen.
Die richtige Herangehensweise wählen: Wann sollte man sich auf Schwachstellen- vs. Expositionsmanagement konzentrieren?

Wie wir gesehen haben, sind Schwachstellen- und Expositionsmanagement unterschiedliche, aber miteinander verbundene Sicherheitsdisziplinen. Nun fragen Sie sich vielleicht, wann Sie sich auf die eine oder die andere konzentrieren sollten.

Beim Schwachstellenmanagement geht es darum, Schwachstellen in den Systemen, Anwendungen und Netzwerken einer Organisation zu identifizieren, zu bewerten und zu beheben. Es priorisiert die Behebung auf der Grundlage der Schwere der Schwachstelle, der Ausnutzbarkeit und der potenziellen Auswirkungen und ist für die Stärkung der allgemeinen Sicherheitslage einer Organisation von entscheidender Bedeutung.

Das Expositionsmanagement umfasst das Gesamtbild – es betrachtet das Schwachstellenmanagement zusammen mit der externen Angriffsfläche der Organisation. Das Expositionsmanagement priorisiert die Behebung auf der Grundlage der Wahrscheinlichkeit und der potenziellen Auswirkungen eines erfolgreichen Angriffs, wobei Faktoren wie Bedrohungsinformationen und der geschäftliche Kontext berücksichtigt werden.

Wie in der folgenden Tabelle zusammengefasst, ist das Schwachstellenmanagement von entscheidender Bedeutung für die Behebung interner Schwachstellen, während das Expositionsmanagement einen ganzheitlicheren Ansatz bietet, indem es die gesamte Angriffsfläche bewertet und Risiken entsprechend priorisiert.

Feature Vulnerability Management Exposure Management
Focus Internal weaknesses External attack surface
Primary Goal Identify, assess, and mitigate vulnerabilities Identify and prioritize assets exposed to potential threats
Key Activities Vulnerability scanning, risk assessment, patch management, system hardening Attack surface discovery, asset inventory, threat intelligence analysis
Prioritization Based on vulnerability severity, exploitability, and impact Based on likelihood and potential impact of a successful attack
Outcome Reduced system vulnerabilities Minimized overall risk from external threats
Example Patching a critical vulnerability in a web application Identifying and securing exposed databases
Wo CTEM ins Spiel kommt

Jede Diskussion zu diesem Thema wäre unvollständig, ohne das Continuous Threat Exposure Management (CTEM) Framework von Gartner zu erwähnen. Viele Lösungen zielen darauf ab, einen oder mehrere Teile der Prozesse zu adressieren, die im Rahmen eines jeden Exposure-Management-Programms durchgeführt werden müssen. Und seit seiner Einführung im Jahr 2022 hat sich CTEM zum Goldstandard für die Bereitstellung der für das Exposure Management erforderlichen Fähigkeiten entwickelt.

CTEM ist an sich keine Lösung, sondern, wie bereits erwähnt, ein Rahmenwerk, das fünf Phasen umfasst (Scoping, Discovery, Prioritization, Validation und Mobilization). Der ganzheitliche und kontinuierliche Ansatz von CTEM ermöglicht es Organisationen, das Exposure Management optimal umzusetzen, indem potenziell problematische Bereiche identifiziert und behoben werden, bevor Angreifer sie ausnutzen können. Und laut Gartner werden „bis 2026 Unternehmen, die ihre Sicherheitsinvestitionen auf der Grundlage eines kontinuierlichen Programms zum Management von Bedrohungen priorisieren, eine Reduzierung der Sicherheitsverletzungen um zwei Drittel erreichen“ (Gartner Top Strategic Technology Trends for 2024: Continuous Threat Exposure Management, 16. Oktober 2023). CTEM unterstützt Unternehmen bei der Entwicklung eines proaktiven, risikobasierten und maßgeschneiderten Ansatzes zur Risikominderung, der die Sicherheit mit den Geschäftszielen in Einklang bringt.

Fazit

Durch die effektive Kombination von Schwachstellen- und Expositionsmanagement können Organisationen ihre Cybersicherheit erheblich verbessern. Das Schwachstellenmanagement befasst sich mit internen Schwachstellen, während das Expositionsmanagement den Fokus auf externe Bedrohungen legt. Zusammen bieten sie einen umfassenden Ansatz zur Identifizierung, Bewertung und Minderung von Risiken in der gesamten IT-Umgebung. Eine gut durchgeführte Strategie erfordert ein klares Verständnis der Unterschiede zwischen diesen beiden Disziplinen sowie die Fähigkeit, Prioritäten zu setzen und Ressourcen entsprechend zuzuweisen.

Autor: Batya Steinherz 

Quelle: XM Cyber-Blog


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