
Im laufenden Kartellrechtsprozess gegen Google bringt sich das KI-Startup Perplexity als möglicher Käufer für den Chrome-Browser in Stellung. Das Unternehmen wäre bereit, Chrome zu übernehmen, sollte Google im Rahmen einer gerichtlichen Entscheidung zur Veräußerung gezwungen werden. Das erklärte Perplexitys Chief Business Officer Dmitry Shevelenko in einer Anhörung vor Gericht.
„Ich denke, wir könnten das schaffen“, sagte Shevelenko auf die Frage eines Anwalts, ob Perplexity einen Browser wie Chrome ohne Qualitätsverlust und ohne Gebühren für Nutzer betreiben könne. Man sei bereit, das Projekt „gerne“ zu übernehmen, berichtete The Verge, das zuerst über die Aussage berichtete.
Zuvor hatte bereits OpenAI Interesse an Chrome signalisiert – sollte es zu einer Zerschlagung von Google kommen. Das US-Justizministerium (DoJ) hatte dem Konzern im Rahmen einer Klage wegen wettbewerbswidriger Praktiken im Suchmaschinenmarkt unter anderem die Abgabe einzelner Geschäftsbereiche nahegelegt.
Google weist die Vorwürfe und Vorschläge scharf zurück. Die vom DoJ angestrebten Maßnahmen seien „unnötig und schädlich“, warnte der Konzern. Sie könnten Innovationen behindern, Nutzern schaden und Risiken für die nationale Sicherheit mit sich bringen.
Obwohl Shevelenko ursprünglich nicht im Verfahren aussagen wollte, begrüßte er die gerichtliche Entscheidung über Googles Monopolstellung im Bereich der Online-Suche und Werbemärkte. Die aktuelle Situation eröffne neue Gesprächsmöglichkeiten, da Google nun „unter Druck“ stehe, so Shevelenko.
Gleichzeitig äußerte er sich jedoch skeptisch gegenüber einer vollständigen Aufspaltung des Unternehmens. In einem LinkedIn-Beitrag vor seiner Aussage sprach er sich gegen eine Zerschlagung aus. Auch Perplexity betonte in einem Unternehmensblog, dass nicht eine Zerschlagung, sondern mehr „Wahlfreiheit“ der richtige Weg sei.
Perplexity warnt: Chrome in den Händen von OpenAI?
Im Kartellverfahren gegen Google zeichnen sich erste Interessenten für den Chrome-Browser ab – darunter auch OpenAI. Das sorgt für Unruhe bei Mitbewerbern: Perplexity-Manager Dmitry Shevelenko warnte vor Gericht vor den Folgen, sollte ausgerechnet der Entwickler von ChatGPT den weltweit meistgenutzten Browser übernehmen.
Der Grund: OpenAI hat offiziell Interesse signalisiert. „Ja, das würden wir – wie viele andere auch“, sagte Nick Turley, Produktchef bei OpenAI, auf die Frage, ob sein Unternehmen bereit sei, Googles Browser-Sparte zu übernehmen. Als Zeuge der Anklage machte er deutlich, wohin die Reise gehen könnte: Die Verbindung von Chrome und ChatGPT könnte laut Turley ein „wirklich unglaubliches Erlebnis“ schaffen – und zeigen, „wie ein AI-first-Browser aussieht“.
Für Perplexity ist das offenbar ein beunruhigendes Szenario. Das Startup positioniert sich selbst als potenzieller Käufer – und warnt davor, dass durch eine solche Übernahme ein neuer, mächtiger KI-Monopolist entstehen könnte.
Perplexity kritisiert Googles Macht – trotz eigener Übernahmeambitionen
Perplexity positioniert sich als potenzieller Käufer des Chrome-Browsers – und spricht sich zugleich gegen eine Zerschlagung von Google aus. Dennoch wächst die Kritik des KI-Startups am dominanten Marktverhalten des Tech-Giganten. Wie viele kleinere Wettbewerber beklagt auch Perplexity den erschwerten Zugang zu Nutzern und Geräten – insbesondere im Android-Ökosystem.
Laut Dmitry Shevelenko, Chief Business Officer bei Perplexity, scheiterte eine geplante Partnerschaft mit einem Smartphone-Hersteller an Googles Auflagen. Das Unternehmen, das vor Gericht nicht namentlich genannt wurde, aber weithin als Motorola gilt, hatte demnach zugestimmt, den Perplexity-Assistenten auf seinen Geräten vorzuinstallieren. Doch trotz beidseitiger Einigung sei das Vorhaben an Googles rigiden Vorgaben gescheitert.
Perplexity versteht sich als KI-gesteuerte Suchmaschine – eine Alternative zu Google, die laut Shevelenko von Anfang an mit systematischen Markthürden zu kämpfen hatte.
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