Share
Beitragsbild zu IT-Budgets 2026 im Fokus: Wie Unternehmen 27 % Cloud-Kosten einsparen können

IT-Budgets 2026 im Fokus: Wie Unternehmen 27 % Cloud-Kosten einsparen können

6. Februar 2026

Die IT-Landschaft befindet sich im Umbruch: Während klassische Hardware-Investitionen zurückgehen, steigen nutzungsbasierte Cloud-Ausgaben. Europäische IT-Verantwortliche können durch moderne Steuerungsmethoden erhebliche Einsparungen realisieren – wie Praxisbeispiele zeigen.

Paradigmenwechsel bei IT-Investitionen

Die traditionelle IT-Finanzierung über einmalige Großinvestitionen in Hardware und Rechenzentren gehört zunehmend der Vergangenheit an. An ihre Stelle tritt ein nutzungsorientiertes Kostenmodell, bei dem Unternehmen für Cloud-Dienste, Software-Lizenzen und Plattformen nach tatsächlichem Verbrauch zahlen.

Laut Gartner-Analysen werden bis Ende 2026 über drei Viertel der IT-Budgets auf operative Ausgaben entfallen. Diese Flexibilität hat jedoch ihren Preis: Unternehmen melden durchschnittliche Kostenüberschreitungen von 23 Prozent – ein Phänomen, das in der Branche als „Bill Shock“ bezeichnet wird.

KI als neuer Kostenfaktor

Generative künstliche Intelligenz entwickelt sich zum zusätzlichen Ausgabentreiber. Die Rechenleistung für GPU-basierte KI-Workloads und die Verarbeitung großer Datenmengen verursachen erhebliche Kosten. Prognosen gehen davon aus, dass KI-Anwendungen bis 2030 rund 15 Prozent der gesamten operativen IT-Kosten beanspruchen könnten. Viele Organisationen berechnen den Ertrag ihrer KI-Investitionen bislang nicht systematisch, was eine präzise Budgetsteuerung erschwert.

Neue Steuerungslogik erforderlich

Philipp Maier, Senior Manager CIO Advisory bei Sopra Steria Next, empfiehlt IT-Verantwortlichen einen grundlegend anderen Ansatz: „CIOs sollten ihre IT ab einer gewissen Größe mit klaren Renditekennzahlen managen, ähnlich wie ein Finanzportfolio.“ Dies bedeutet, Abrechnungen von Cloud-Anbietern wie Finanzberichte zu analysieren, Kosten pro Transaktion oder KI-Anfrage zu erfassen und Investitionen nach ihrem Geschäftswert zu bewerten.

Methoden wie FinOps und GreenOps seien mittlerweile unverzichtbar geworden, so Maier weiter. Dabei arbeiten Finanz-, Technologie- und Geschäftsteams eng zusammen, um Transparenz über IT-Kosten zu schaffen und diese kontinuierlich zu optimieren.

Erfolgsbeispiele aus der Praxis

Die Wirksamkeit dieser Ansätze belegen konkrete Fallstudien aus dem Kundenkreis von Sopra Steria:

Ein Versicherungskonzern aus der Fortune-500-Liste reduzierte seine Infrastrukturkosten um 65 Prozent. Durch die Migration in eine Hybrid-Cloud-Umgebung und die Implementierung von FinOps-Prozessen erreichte das Unternehmen innerhalb von 14 Monaten einen positiven Return on Investment.

Eine internationale Reisebuchungsplattform senkte ihre Cloud-Ausgaben um 27 Prozent. Zusätzlich konnte das Unternehmen die Hosting-Kosten um etwa 64 Millionen US-Dollar verringern. Dies gelang durch optimierte Ressourcennutzung, den Einsatz der Open-Source-Plattform Kubernetes sowie durch Neuverhandlungen mit IT-Dienstleistern.

Nachhaltigkeitskennzahlen gewinnen an Bedeutung

Die veränderte IT-Steuerung führt zu engerer Zusammenarbeit zwischen Finanzverantwortlichen, CIOs und Budget-Ownern in den Fachbereichen. Neben der Kostenkontrolle rücken zunehmend ESG-Kriterien in den Fokus der Betrachtung.

Ab 2030 wird GreenOps durch die CSRD-Richtlinie verpflichtend. Das etablierte Konzept der Total Cost of Ownership erweitert sich um ökologische Komponenten. Unternehmen müssen künftig nicht nur finanzielle, sondern auch CO₂-bezogene Auswirkungen ihrer IT-Aktivitäten in Kennzahlen abbilden. „Wie in der Kostensteuerung gilt auch hier: Was man nicht messen kann, kann man nicht nachhaltig steuern“, betont Maier.

Strategische Orientierung für IT-Entscheider

Der CIO Compass von Sopra Steria Next bietet europäischen IT-Verantwortlichen einen Rahmen für strategische Entscheidungen. Die Publikation identifiziert zehn zentrale Handlungsfelder für die kommenden 18 bis 24 Monate. Dazu gehören die Industrialisierung von KI-Anwendungen, der Aufbau vertrauenswürdiger Datenplattformen sowie die Modernisierung hybrider Infrastrukturen.

Das Thema „Entering the Post-CAPEX Age“ bildet den Auftakt einer Reihe von Analysen, die Sopra Steria Next sukzessive veröffentlichen wird. Die Analysen sollen IT-Leitern helfen, ihre Organisationen auf die veränderten Rahmenbedingungen auszurichten.

Über die Studie: Die Analysen basieren auf dem CIO Compass von Sopra Steria Next, der Managementberatung von Sopra Steria, und umfassen Daten des Analystenhauses Gartner sowie Praxiserfahrungen aus Kundenprojekten.

Weitere Informationen:

Deep Dive „Entering the Post-CAPEX Age – Master New Performance and Cost Control Paradigm“

CIO Compass – Executive Summary

Landing page CIO Compass

Mehr erfahren