
Steigende IT-Ausgaben allein reichen nicht mehr aus: Wer 2026 in Technologie investiert, muss den konkreten Nutzen für das Unternehmen belegen können. Das zeigt der aktuelle Technology Investments Management Report 2026 von Apptio, einem IBM-Unternehmen. Für die Studie wurden weltweit 1.510 Technologie-Entscheider ab Direktorenebene befragt, darunter 200 aus Deutschland.
Budgets wachsen – Erwartungen ebenso
Rund 82 Prozent der deutschen Unternehmen planen, ihre IT-Budgets im kommenden Jahr aufzustocken. Investitionsschwerpunkte sind Cybersicherheit (56 %), Public Cloud (53 %) sowie Künstliche Intelligenz und Machine Learning (46 %). Damit spiegeln deutsche Unternehmen den globalen Trend wider – legen beim Thema Cloud jedoch noch stärkeren Fokus als der internationale Durchschnitt.
Gleichzeitig wächst der Rechtfertigungsdruck: Vorstände und Finanzverantwortliche verlangen zunehmend nachweisbare Ergebnisse. Als wichtigste erwartete Geschäftsergebnisse nennen deutsche Befragte höhere Betriebseffizienz (93 %), Kostenreduzierung (92 %), Risikominderung (87 %) sowie Umsatzwachstum (84 %).
KI-Finanzierung über Umschichtung statt Neubudgets
Die Finanzierung von KI-Projekten erfolgt in Deutschland mehrheitlich nicht über frische Mittel, sondern durch interne Umverteilung: 74 Prozent der Unternehmen planen, bestehende Budgets zugunsten von KI-Initiativen umzuschichten. Nur 33 Prozent beabsichtigen, Einsparungen aus KI-bedingten Effizienzgewinnen direkt in neue KI-Vorhaben zu reinvestieren – global liegt dieser Wert mit 45 Prozent deutlich höher.
Kostenseitig zeigt sich, dass 54 Prozent der deutschen Führungskräfte die Ausgaben für Cybersicherheit und Cloud-Dienste als belastend einstufen. Weniger verbreitet sind hingegen Vorbehalte gegenüber KI- und ML-Kosten: Nur 35 Prozent äußern entsprechende Bedenken, während es global 43 Prozent sind.
Datenqualität als zentrales Vertrauensproblem
Während international vor allem Unsicherheit über den ROI von Technologieinvestitionen das Vertrauen der Entscheider mindert, steht in Deutschland ein strukturelles Datenproblem im Vordergrund. 47 Prozent der deutschen Befragten nennen mangelndes Vertrauen in die eigenen Daten als größtes Hindernis, 40 Prozent verweisen auf fortbestehende Datensilos. Diese fragmentierte Informationslage erschwert es, Ausgaben fundiert zu begründen und Entscheidungen zu beschleunigen. Zum Vergleich: Nur 40 Prozent der deutschen Führungskräfte sehen ROI-Unsicherheit als wesentlichen Faktor – global sind es 49 Prozent.
ITFM und FinOps: Selbsteinschätzung trifft auf Werkzeugmangel
Im Bereich IT Financial Management (ITFM) schätzen 55 Prozent der deutschen Experten ihre Prognosegenauigkeit als hoch ein – mit einer Abweichung von zwei bis fünf Prozent. Allerdings nutzen lediglich 37 Prozent spezialisierte ITFM-Tools; die Mehrheit verlässt sich weiterhin auf ERP-Systeme oder Tabellenkalkulationen. Daraus ergibt sich eine potenzielle Lücke zwischen Selbstwahrnehmung und tatsächlicher Validierungsfähigkeit.
Ähnliches gilt für FinOps: 62 Prozent der deutschen Unternehmen stufen ihre FinOps-Reife als „etabliert“ oder höher ein. Dennoch arbeiten 91 Prozent der FinOps-Teams noch mit manuellen Prozessen bei der Ressourcenoptimierung. Angesichts wachsender KI-Workloads und zunehmender Containerisierung werden für 2026 verbesserte Prognosegenauigkeit (58 %) und mehr Kostentransparenz (52 %) als vorrangige Ziele genannt – Vorhaben, die ohne Automatisierung und spezialisierte Tools kaum umsetzbar sind.
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