
Eine Welle automatisierter Kontosperrungen trifft Entwickler, die das Open-Source-Tool OpenClaw mit Googles Antigravity-Plattform verbunden haben. Auch Nutzer der teuersten Abonnement-Stufe sind betroffen – und warten teils tagelang auf eine Reaktion des Supports.
Google sperrt Antigravity-Konten nach OAuth-Missbrauch durch OpenClaw
Googles KI-Entwicklerplattform Antigravity hat in jüngster Zeit eine Reihe von Kontosperrungen ausgelöst, die sich gegen Nutzer richten, welche das seit November 2025 verfügbare Open-Source-Tool OpenClaw in Verbindung mit dem dortigen OAuth-Plugin eingesetzt haben. Hintergrund ist eine Praxis, bei der über Drittanbieter-Integrationen subventionierte Token der Gemini-Modelle abgerufen wurden – darunter auch Gemini 2.5 Pro –, ohne die offiziellen Zugangswege zu nutzen.
Nach Angaben betroffener Nutzer führte dieses Nutzungsverhalten zu Backend-Lastspitzen, die Googles automatisierte Überwachungssysteme als Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen einstuften. OpenClaw selbst verzeichnet auf GitHub über 219.000 Sterne und unterstützt lokale KI-Agenten für Aufgaben wie E-Mail-Verwaltung und Web-Browsing.
Sperrungen ohne Vorankündigung – auch bei Premium-Abonnenten
Was die Situation für viele Betroffene besonders belastend macht, ist nicht allein die Sperrung an sich, sondern das Fehlen jeglicher vorheriger Kommunikation. Ein Nutzer, der nach eigenen Angaben monatlich 250 US-Dollar für ein Google AI Ultra-Abonnement zahlt, schilderte öffentlich, dass sein Konto ohne Warn-E-Mail, ohne Benachrichtigung und ohne Karenzzeit deaktiviert wurde. Als einzige Rückmeldung erschien der Hinweis, der Dienst sei wegen eines Verstoßes gegen die Nutzungsbedingungen gesperrt worden.
Dieser Fall steht nicht allein: In einschlägigen Foren häufen sich Berichte gleichartig betroffener Nutzer. Ein Unternehmen gab an, dass die Hälfte seiner Pro-Konten an einem einzigen Tag gesperrt wurde. Andere Nutzer berichten von vier und mehr Tagen ohne Reaktion des Supports.
Support ohne klare Zuständigkeit
Mehrere Betroffene beschreiben außerdem, dass sie im Kontakt mit dem Google-Support zwischen verschiedenen Abteilungen weitergeleitet wurden, ohne dass eine Lösung zustande kam. Während der Google Cloud-Support auf Google One verwies, tat Google One das Gegenteil. Eine zentrale Anlaufstelle oder ein dedizierter Kanal für solche Vorgänge existiert offenbar nicht.
Hinzu kommt, dass Google die Abonnementgebühren trotz gesperrter Dienste weiter abbuchte – ein Umstand, der die Frustration der Nutzer weiter verstärkte.
Forderungen der betroffenen Entwickler
Aus der Nutzer-Community werden konkrete Erwartungen an Google formuliert: Vor einer Kontosperrung sollte eine Warnung erfolgen, Support-Anfragen sollten innerhalb von 24 Stunden beantwortet werden, und der Wiederherstellungsprozess müsste transparent und nachvollziehbar gestaltet sein. Zudem wünschen sich Betroffene eine klar benannte Zuständigkeit sowie eine Selbstbedienungsoption zur Überprüfung des Kontostatus.
Mehrere Nutzer erklärten, als direkte Folge der Ereignisse den Wechsel zu Alternativen wie Cursor, GitHub Copilot oder Claude Code zu erwägen.
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