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Google verschärft Sicherheitsvorgaben für Android-Apps

26. August 2025

Android soll weiterhin Offenheit mit Sicherheit verbinden. Laut Google zeigt die Integration von Sicherheitsfunktionen direkt in das Betriebssystem, dass beides möglich ist. Angesichts neuer Bedrohungen habe man die Abwehrmaßnahmen kontinuierlich ausgebaut.

Hintergrund sind jüngste Angriffe, bei denen auch Finanzdaten von Nutzern im Visier standen. Um Missbrauch einzudämmen, will Google die Verantwortung von Entwicklern stärker in den Fokus rücken. Kriminelle hätten sich wiederholt hinter Anonymität verborgen, indem sie sich als Entwickler ausgaben, Marken imitierten und täuschend echt wirkende Fake-Apps veröffentlichten.

Die Gefahr sei erheblich: Nach einer aktuellen Analyse findet sich in frei heruntergeladenen Apps aus dem Internet über 50-mal häufiger Malware als in Anwendungen, die über den offiziellen Play Store verfügbar sind.

Zum besseren Schutz der Nutzer führt Google daher eine zusätzliche Sicherheitsebene ein: die verpflichtende Entwicklerüberprüfung. Sie soll die Installation von Apps insgesamt sicherer machen und wiederholte Angriffe erschweren.

Ab dem kommenden Jahr dürfen Android-Apps nur noch dann auf zertifizierten Geräten installiert werden, wenn sie von verifizierten Entwicklern registriert sind. Damit soll mehr Verantwortlichkeit geschaffen und verhindert werden, dass Kriminelle nach der Entfernung einer schädlichen Anwendung schnell eine neue verbreiten. Google vergleicht den Prozess mit einer Ausweiskontrolle am Flughafen: Geprüft wird die Identität des Entwicklers, nicht jedoch der Inhalt oder die Herkunft der App.

Die Maßnahme startet zunächst in ausgewählten Ländern, die besonders stark von betrügerischen App-Maschen betroffen sind und in denen Täter häufig mehrfach aktiv werden.

Bereits seit 2023 gelten im Play Store strengere Überprüfungsanforderungen. Nach Angaben von Google hat sich gezeigt, dass die Identifizierung von Entwicklern entscheidend dazu beiträgt, Missbrauch durch Anonymität zu unterbinden, Malware zu verbreiten, Finanzbetrug zu ermöglichen oder sensible Daten zu stehlen. Mit der Einführung eines vergleichbaren Verfahrens für das gesamte Android-System soll eine einheitliche Grundlage für die Verantwortlichkeit von Entwicklern geschaffen werden.

Die geplante Entwicklerverifizierung stößt bereits auf breite Zustimmung. In Brasilien bezeichnet der Bankenverband FEBRABAN sie als „bedeutenden Fortschritt beim Schutz der Nutzer und bei der Förderung der Rechenschaftspflicht“. Auch Regierungen unterstützen die Initiative: Das indonesische Ministerium für Kommunikation und digitale Angelegenheiten spricht von einem „ausgewogenen Ansatz“, der Sicherheit mit Offenheit verbinde, während das thailändische Ministerium für digitale Wirtschaft und Gesellschaft die Maßnahme als „positive und proaktive“ Ergänzung der nationalen Sicherheitsrichtlinien einordnet. Partner wie die Developer’s Alliance werten die Einführung zudem als „entscheidenden Schritt“, um Vertrauen, Verantwortlichkeit und Sicherheit im Ökosystem zu stärken.

Um den Übergang für Entwickler möglichst einfach zu gestalten, arbeitet Google an einer neuen Android Developer Console für Anbieter, die ihre Apps ausschließlich außerhalb des Play Stores vertreiben. Dort soll die Verifizierung unkompliziert möglich sein. Für studentische und Hobby-Entwickler wird es eigene Accounts geben, die auf ihre besonderen Anforderungen zugeschnitten sind.

Entwickler, die ihre Anwendungen bereits über Google Play veröffentlichen, erfüllen die Verifizierungsanforderungen in der Regel schon durch den bestehenden Play Console-Prozess. Nähere Informationen dazu stellt Google in Leitfäden bereit.

Am Grundprinzip ändert sich nichts: Entwickler können ihre Apps weiterhin per Sideloading oder über alternative App-Stores verbreiten. Google betont, dass ein offenes System Wahlmöglichkeiten bewahren und zugleich die Sicherheit verbessern müsse. Weitere Details zu den neuen Anforderungen sollen in den kommenden Monaten folgen.

Zeitplan und Vorbereitungen

„Um Ihnen bei den Vorbereitungen zu helfen, empfehlen wir allen Entwicklern, die Apps auf zertifizierten Android-Geräten vertreiben, sich für den frühen Zugriff anzumelden. Dies ist die beste Möglichkeit, sich vorzubereiten und auf dem Laufenden zu bleiben.“

Frühzeitige Teilnehmer erhalten außerdem:

    • Eine Einladung zu einem exklusiven Community-Diskussionsforum.
    • Vorrangigen Support für diese neuen Anforderungen.
    • Die Möglichkeit, Feedback zu geben und uns bei der Gestaltung der Benutzererfahrung zu unterstützen.

Melden Sie sich jetzt für den frühen Zugriff an

Hier ist der Zeitplan, der Ihnen bei der Planung hilft:

    • Oktober 2025: Der frühzeitige Zugang beginnt. Die Einladungen werden nach und nach versandt.
    • März 2026: Die Überprüfung wird für alle Entwickler geöffnet.
    • September 2026: Diese Anforderungen treten in Brasilien, Indonesien, Singapur und Thailand in Kraft. Ab diesem Zeitpunkt müssen alle Apps, die auf einem zertifizierten Android-Gerät in diesen Regionen installiert sind, von einem verifizierten Entwickler registriert sein.
    • 2027 und darüber hinaus: Wir werden diese Anforderungen weltweit weiter ausrollen.

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Bild/Quelle: https://depositphotos.com/de/home.html

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