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GitHub Actions führt Plattformgebühr ein: Was Entwickler jetzt wissen müssen

1. Januar 2026

Ab dem 1. März 2026 verändert GitHub grundlegend die Kostenstruktur seiner Actions-Plattform. Erstmals wird eine minutenbasierte Gebühr für die Nutzung der Steuerungsebene fällig – unabhängig davon, wo die Jobs tatsächlich ausgeführt werden. Parallel dazu sinken die Preise für von GitHub verwaltete Runner. Was auf den ersten Blick wie eine gemischte Nachricht aussieht, hat weitreichende Konsequenzen für die CI/CD-Strategien vieler Unternehmen.

Neue Gebührenstruktur: Plattformnutzung wird kostenpflichtig

GitHub strukturiert die Preisgestaltung für Actions um. Das Unternehmen verlangt künftig 0,002 US-Dollar pro Minute für die Verwendung der Actions-Infrastruktur. Diese Gebühr gilt universell – sowohl für Nutzer der von GitHub bereitgestellten Runner als auch für jene, die ihre Workloads auf eigener Hardware, bei Cloud-Anbietern oder über spezialisierte Dienstleister ausführen.

Bislang entstanden Kosten nur für die tatsächlich genutzten Rechenressourcen der GitHub-Runner. Wer seine Jobs extern laufen ließ, zahlte an GitHub nichts. Mit der Einführung der Plattformgebühr entsteht nun eine zweite Kostenkomponente neben den Rechenkosten.

Hintergründe der Preisänderung

Die Anpassung adressiert ein strukturelles Problem, wie Aditya Jayaprakash, Co-Founder und CEO von Blacksmith, berichtet: Größere Organisationen mit wachsenden CI-Anforderungen wechselten zunehmend zu eigenen Infrastrukturen oder Drittanbietern. GitHubs von Haus aus bereitgestellte Runner erwiesen sich für umfangreiche Workloads oft als zu langsam oder zu teuer. Der Wechsel bedeutete jedoch, dass GitHub zwar die Orchestrierung und Automatisierung bereitstellte, aber keine Einnahmen aus der eigentlichen Ausführung generierte.

Die minutenbasierte Gebühr schafft nun eine Einnahmenbasis unabhängig vom Ausführungsort der Jobs. Gleichzeitig wurden die Preise für GitHub-eigene Runner reduziert. Diese Kombination macht das offizielle Angebot attraktiver, während Self-Hosting-Optionen zusätzliche Kosten verursachen.

Auswirkungen auf Self-Hosting-Strategien

Self-Hosting diente bisher als Möglichkeit, GitHub-Gebühren komplett zu umgehen. Diese Option entfällt. Organisationen, die eigene Runner betreiben, tragen weiterhin die operative Last der Infrastruktur und zahlen zusätzlich die neue minutenbasierte Gebühr.

In dieser Konstellation wird die Dauer der CI-Jobs zur entscheidenden Variable. Kürzere Laufzeiten bedeuten geringere Kosten. Ansätze zur Optimierung umfassen:

Leistungsfähigere Hardware: Prozessoren mit höherer Single-Core-Performance reduzieren die Ausführungszeit bei rechenintensiven Tasks. Anbieter wie Blacksmith setzen auf CPUs, die mehr als 50 Prozent schnellere Single-Core-Leistung als GitHubs Standard-Runner bieten. Neuere Instanztypen versprechen weitere Verbesserungen von 15 bis 25 Prozent.

Persistente Caches: Docker-Layer-Caches, die über mehrere Durchläufe bestehen bleiben, ermöglichen die Wiederverwendung unveränderter Komponenten. Build-Vorgänge, die zuvor mehrere Minuten dauerten, können so auf Sekunden reduziert werden.

Vorab geladene Container: Service-Container lassen sich auf Runnern vorhalten, was wiederholtes Herunterladen und Entpacken von Images überflüssig macht.

Einordnung der strategischen Ausrichtung

Die Preisänderung zeigt, wie GitHub künftig mit Drittanbietern umgeht. Statt diese als Umgehung zu betrachten, werden sie Teil des Ökosystems. GitHub monetarisiert die Plattform selbst, während die Ausführung flexibel bleibt.

Aus wirtschaftlicher Sicht tauscht GitHub Margen im kapitalintensiven Rechengeschäft gegen höhere Margen bei der Software-Plattform. Plattformgebühren skalieren ohne proportionale Infrastrukturkosten – ein Modell mit besserer Stückkostenrechnung bei wachsender Nutzung.

Für kleinere Runner dürften die Preissenkungen kaum Auswirkungen auf den Umsatz haben. Die Plattformgebühr hingegen schafft eine neue, planbare Einnahmequelle über alle Nutzergruppen hinweg.

Fazit

Mit der Einführung der Plattformgebühr verändert sich die Kalkulation für CI/CD-Infrastrukturen grundlegend. Self-Hosting bleibt eine Option, ist aber nicht mehr kostenfrei. Die Optimierung der Job-Laufzeiten gewinnt an Bedeutung – unabhängig davon, wo die Workloads ausgeführt werden. Organisationen sollten ihre CI-Strategien vor dem Stichtag im März überprüfen und die Gesamtkosten neu bewerten.

Hier die Mitteilung GitHub vom 14. Dezember 2025

Preisänderungen für GitHub Actions

Nach kritischem Feedback aus der Entwickler-Community nimmt GitHub seine angekündigten Abrechnungsänderungen für selbst-gehostete Actions-Runner zurück. Das Unternehmen will seinen Ansatz grundlegend überdenken. Die bereits kommunizierten Preissenkungen für GitHub-gehostete Runner um bis zu 39 Prozent treten wie geplant zum 1. Januar 2026 in Kraft.

Kurskorrektur nach Community-Reaktion

GitHub hat am 14. Dezember 2025 bekannt gegeben, die ursprünglich für März 2026 vorgesehene Einführung einer Plattformgebühr für selbst-gehostete Runner zu verschieben. Das Unternehmen reagiert damit auf deutliche Kritik von Nutzern und räumt ein, die Community nicht ausreichend in die Planungen einbezogen zu haben.

Die Entscheidung betrifft die geplante Gebühr von 0,002 US-Dollar pro Minute für die Nutzung der Actions-Cloud-Plattform bei selbst-gehosteten Runners. Diese sollte die tatsächlichen Betriebskosten der Actions-Infrastruktur abbilden, die bisher überwiegend durch die Einnahmen von GitHub-gehosteten Runners finanziert wurden.

Preissenkungen bleiben unverändert

Unabhängig von der Verschiebung setzt GitHub die Preisreduzierung für gehostete Runner wie angekündigt um. Ab Januar 2026 sinken die Minutenpreise für alle Runner-Größen um circa 40 Prozent. Zusammen mit der neuen Plattformgebühr, die bei gehosteten Runners bereits im Preis enthalten ist, ergibt sich eine Nettoeinsparung von bis zu 39 Prozent.

Laut GitHub profitieren vor allem Nutzer größerer Maschinen von der Preisanpassung. Kleinere Runner-Typen erhalten eine geringere prozentuale Reduzierung. Nach Unternehmensangaben werden 96 Prozent der Kunden keine Veränderung ihrer Rechnung feststellen. Von den verbleibenden vier Prozent sollen 85 Prozent mit niedrigeren Kosten rechnen können.

Hintergrund der Preisanpassung

Die Anpassungen stehen im Zusammenhang mit einer umfassenden Modernisierung der Actions-Infrastruktur. Seit der Einführung 2018 hat sich die Nutzung vervielfacht. Anfang 2024 verarbeitete die Plattform täglich rund 23 Millionen Jobs, aktuell sind es 71 Millionen. Die alte Architektur konnte dieses Wachstum nicht mehr zuverlässig bewältigen.

GitHub hat daher seit August 2025 alle Jobs auf eine neu konzipierte Backend-Infrastruktur migriert. Die neue Architektur ermöglicht einzelnen Organisationen, siebenmal mehr Jobs pro Minute zu starten als zuvor möglich. Gleichzeitig verbesserten sich Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit.

Öffentliche Repositories weiterhin kostenfrei

Die kostenlose Nutzung von GitHub Actions für öffentliche Repositories bleibt von allen Änderungen unberührt. Im Jahr 2025 nutzten Entwickler laut GitHub insgesamt 11,5 Milliarden Actions-Minuten in Open-Source-Projekten ohne Kosten. Dies entspricht einem kalkulierten Wert von etwa 184 Millionen US-Dollar.

Auch für GitHub Enterprise Server-Kunden ergeben sich keine Preisänderungen. Die Anpassungen betreffen ausschließlich die Cloud-gehostete Variante von GitHub Actions.

Geplante Produktverbesserungen

Parallel zur Preisanpassung kündigte GitHub mehrere Neuerungen für die selbst-gehostete Actions-Nutzung an. Dazu zählt der GitHub Scale Set Client, ein Go SDK für benutzerdefinierte Autoscaling-Lösungen ohne Kubernetes-Abhängigkeit. Das Tool soll die Integration in bestehende Infrastrukturen vereinfachen.

Weitere angekündigte Features umfassen die Wiedereinführung der Multi-Label-Funktionalität für Runner, die Version 0.14.0 des Actions Runner Controllers mit vereinfachter Konfiguration sowie den Actions Data Stream für Echtzeit-Monitoring von Workflow-Ereignissen.

Dialog mit der Community

GitHub hat eine öffentliche Diskussion gestartet, um direktes Feedback einzuholen. Die Rückmeldungen sollen in die weitere Roadmap für GitHub Actions einfließen. Das Unternehmen betont, mehr Zeit für Gespräche mit Entwicklern, Kunden und Partnern investieren zu wollen.

Zur Transparenz stellt GitHub einen Preisrechner bereit, mit dem Nutzer ihre künftigen Kosten kalkulieren können. Für Kunden, die von Erhöhungen betroffen sind, gibt das Unternehmen eine durchschnittliche Steigerung von 13 US-Dollar pro Monat an.

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