
CIOs halten sich mit neuen Investitionen zurück aufgrund makroökonomischer Unsicherheiten + 62 % der CEOs und Topmanager sehen Künstliche Intelligenz als entscheidenden Wettbewerbsfaktor der nächsten zehn Jahre + 61 % der Unternehmen sind mit besseren Voraussetzungen ins Jahr 2025 gestartet als im Vorjahr, aber nur 24 % erwarten, ihre Jahresziele zu übertreffen
Die weltweiten IT-Ausgaben werden laut Gartner 2025 voraussichtlich 5,43 Billionen US-Dollar erreichen – 7,9 % mehr als im Vorjahr.
„Zwar führt der Anstieg globaler Unsicherheiten zu einer vorübergehenden Investitionspause bei neuen Projekten, doch wird dieser Effekt durch die anhaltenden Digitalisierungsinitiativen im Bereich Künstliche Intelligenz und generative KI (GenAI) weitgehend aufgefangen“, sagt John-David Lovelock, Distinguished VP Analyst bei Gartner. „So wird zwar erwartet, dass das Ausgabenwachstum für Software und Services 2025 durch diese ‚Unsicherheitspause‘ etwas nachlässt, doch die Investitionen in KI-nahe Infrastruktur wie Rechenzentren steigen weiterhin deutlich an (siehe Tabelle 1).“
Tabelle 1: Prognose der weltweiten IT-Ausgaben (in Millionen US-Dollar)
| 2024 Ausgaben | 2024 Wachstum (%) | 2025 Ausgaben | 2025 Wachstum (%) | |
| Rechenzentrums-Systeme | 333,372 | 40.3 | 474,883 | 42.4 |
| Endgeräte | 720,681 | 4.6 | 759,615 | 5.4 |
| Software | 1,114,604 | 11.9 | 1,232,145 | 10.5 |
| IT-Dienstleistungen | 1,614 756 | 4.8 | 1,686,321 | 4.4 |
| Kommunikationsdienste | 1,256,287 | 2.2 | 1,282,592 | 2.1 |
| Gesamter IT-Markt | 5,039,699 | 7.4 | 5,435,555 | 7.9 |
Quelle: Gartner (Juli 2025)
„Rechenzentren erleben derzeit einen Boom, ausgelöst durch generative KI. Die Ausgaben für KI-optimierte Server, die 2021 praktisch noch keine Rolle spielten, dürften bis 2027 das Dreifache der Investitionen in traditionelle Server erreichen“, so Lovelock.
Das deckt sich mit einer Gartner-Umfrage unter 252 Führungskräften aus verschiedenen Branchen in Nordamerika und Westeuropa, deren Unternehmen einen Jahresumsatz von mindestens 500 Millionen US-Dollar erzielen. Die Befragung fand zwischen März und Mai 2025 statt. Dabei gaben 62 Prozent der Teilnehmer an, dass Künstliche Intelligenz die Wettbewerbslandschaft der nächsten zehn Jahre maßgeblich prägen wird. Wettbewerbsfähigkeit ist in einem sich verschlechternden Umfeld der Hauptgrund, warum Organisationen in Technologie und geschäftlichen Wandel investieren werden – 64 Prozent gaben dies als Motiv an.
„Da sich GenAI zunehmend dem ‚Tal der Enttäuschungen‘ nähert, richten Unternehmen mehr Zeit und Budget auf die konkrete Funktionalität etablierter Softwareanbieter“, sagte Lovelock. „CIOs interessieren sich verstärkt für einfache Plug-and-Play-Anwendungen – sie lassen sich von GenAI-Funktionalitäten überzeugen, kaufen diese aber nicht zwangsläufig auch ein.“
Folgen der Unsicherheitspause
Seit Beginn des zweiten Quartals 2025 ist in vielen Branchen eine strategische Zurückhaltung bei neuen Investitionen zu beobachten, darunter auch der IT-Sektor. Diese sogenannte „Unsicherheitspause“ ist eine Reaktion auf zunehmende wirtschaftliche Unwägbarkeiten und geopolitische Risiken. Unternehmen weltweit agieren vorsichtiger und versuchen, potenziell negative Auswirkungen dieser komplexen Herausforderungen abzufedern.
In derselben Gartner-Umfrage gaben 61 Prozent der Unternehmen an, mit besseren Voraussetzungen ins Jahr 2025 gestartet zu sein als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. Gleichzeitig erwarten jedoch nur 24 Prozent, ihre eigenen Jahresziele für 2025 tatsächlich zu übertreffen. Diese Einschätzung zeigte sich branchenübergreifend – wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung (siehe Abbildung 1).
Abbildung 1: Wirtschaftliche Stimmungslage in den Führungsetagen großer Unternehmen
Quelle: Gartner (Juli 2025)
„Diese Pause ist nicht auf Budgetkürzungen zurückzuführen – die Mittel sind nach wie vor vollständig verplant“, so Lovelock. „Vielmehr handelt es sich um eine strategische Entscheidung, neue Ausgaben vorerst zu verschieben. Besonders betroffen sind die Bereiche IT-Hardware und Infrastruktur – aufgrund von Preisanstiegen und Störungen in den Lieferketten. Stabiler bleiben dagegen laufende oder wiederkehrende Ausgaben, etwa für Cloud- und Managed Services.“
Wirtschaftliche (41 %) und geopolitische (32 %) Schocks gelten aus Sicht der Unternehmensführung als größte Risiken. Den Druck durch Kunden, Wettbewerb und Regulierung hingegen halten die meisten Führungskräfte für beherrschbar.
Die Prognosemethodik von Gartner zur Entwicklung der IT-Ausgaben basiert auf einer fundierten Analyse der Verkaufszahlen von über tausend Anbietern aus dem gesamten Spektrum an IT-Produkten und -Dienstleistungen. Grundlage ist vor allem Primärforschung, ergänzt durch ausgewählte Sekundärquellen. Auf dieser Basis erstellt Gartner eine umfassende Datenbank zur Marktgröße, die als Fundament für die Prognose dient.
Die vierteljährliche IT-Ausgabenprognose von Gartner bietet einen einzigartigen Überblick über die Entwicklung der IT-Ausgaben in den Bereichen Hardware, Software, IT-Dienstleistungen und Telekommunikation. Die Reports unterstützen Gartner-Kunden dabei, Marktpotenziale und Herausforderungen besser zu verstehen. Die aktuelle Ausgabe der Prognose ist im Gartner Market Databook, Update für das zweite Quartal 2025, für Kunden verfügbar.
Weitere Informationen zur Prognose bietet das kostenlose Gartner-Webinar „IT Spending Forecast, 2Q25 Update: Navigate the Complexities of the Current IT Landscape“. Gartner-Kunden finden zusätzliche Analysen im Bericht „Competitiveness Will Drive Tech Investment as Enterprise Economic Confidence Erodes in 2Q25.“
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