
Energieverbrauch von KI: ChatGPT-Anfragen der Deutschen könnten 48 Haushalte versorgen + Die zunehmende Nutzung von Künstlicher Intelligenz hat nicht nur gesellschaftliche, sondern auch ökologische Folgen. Laut einer aktuellen Analyse des VPN-Anbieters Surfshark könnte der Energieverbrauch, der durch eine einzige ChatGPT-Anfrage aller Deutschen entsteht, theoretisch ausreichen, um 48 Haushalte ein ganzes Jahr lang mit Strom zu versorgen. Zum Vergleich: 26 ChatGPT-Abfragen entsprechen dem Energieaufwand von etwa drei Minuten Mikrowellenbetrieb beim Erwärmen eines Mittagessens.
Angesichts solcher Zahlen ruft Surfshark die Nutzerinnen und Nutzer dazu auf, KI-Tools wie ChatGPT bewusster einzusetzen.
Während sich die Nutzung von KI rasant verbreitet – etwa durch neue Angebote wie den kostenlosen Zugang zu ChatGPT Plus für alle Einwohner der Vereinigten Arabischen Emirate – rückt auch der ökologische Fußabdruck digitaler Technologien verstärkt in den Fokus der Diskussion.
Surfshark hat den Energieverbrauch von ChatGPT mit alltäglichen Aktivitäten verglichen. Eine einzelne ChatGPT-Anfrage verbraucht beispielsweise etwa so viel Energie wie das Aufladen Ihres Telefons mit einem 5-W-Ladegerät für 24 Minuten. Multiplizieren Sie das mit 26 Anfragen, und Sie erhalten den Energieverbrauch, der dem Erhitzen Ihres Mittagessens in der Mikrowelle für drei Minuten entspricht. Mit 42 Suchanfragen entspricht der Energieverbrauch 50 Minuten ununterbrochenem TV-Konsum. Bemerkenswert ist, dass eine einzige ChatGPT-Anfrage etwa zehnmal mehr Energie verbraucht als eine normale Google-Suche, nämlich etwa 0,0029 Kilowattstunden (kWh) gegenüber 0,0003 kWh.
„Die Zahlen sind nicht überraschend, wenn man bedenkt, dass für KI-Abfragen riesige Rechenzentren erforderlich sind, von denen viele noch immer mit Strom aus fossilen Brennstoffen betrieben werden, was zu erheblichen CO₂-Emissionen führt“, erklärt Luís Costa, Research Lead bei Surfshark. „Wenn beispielsweise jeder Einwohner der USA an einem einzigen Tag nur eine ChatGPT-Anfrage stellen würde, könnten dadurch rund 1.479 Tonnen CO₂ ausgestoßen werden – das entspricht den jährlichen Emissionen von 322 durchschnittlichen benzinverbrauchenden Fahrzeugen oder dem CO₂-Fußabdruck von 1.500 Personen, die von London nach New York und zurück fliegen.“
Wenn Sie kein Autofahrer sind oder keinen Transatlantikflug planen, sollten Sie Folgendes bedenken: Wahrscheinlich werden Sie in diesem Jahr irgendwann Ihre Wohnung heizen müssen. Wenn jede Person in Deutschlands nur eine ChatGPT-Anfrage stellen würde, würde dies schätzungsweise 169 Megawattstunden (MWh) Energie verbrauchen. Das reicht aus, um etwa 48 durchschnittliche deutsche Haushalte ein ganzes Jahr lang mit Strom zu versorgen – basierend auf einem durchschnittlichen Haushaltsverbrauch von 3,5 MWh pro Jahr.
Die Situation wird sich wahrscheinlich nicht verbessern, da die weltweite Zahl der KI-Nutzer im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 20 % steigen wird – die höchste jemals verzeichnete jährliche Steigerungsrate. Das bedeutet allein im Jahr 2025 fast 65 Millionen neue Nutzer, wodurch die Gesamtzahl auf 378 Millionen steigen würde.
Wir können uns ein Leben ohne KI-Tools nicht mehr vorstellen, da sie für viele zu einem unverzichtbaren Instrument geworden sind. Angesichts ihrer erheblichen Auswirkungen auf die Umwelt sollten wir uns jedoch um eine verantwortungsvolle Nutzung der KI bemühen. Beispielsweise können wir häufiger Suchmaschinen verwenden, da diese deutlich weniger Energie verbrauchen.
Eine weitere Frage ist, ob Ihre Anfragen wirklich notwendig sind – oder ob sie möglicherweise irrelevant sind, lediglich aus Neugier gestellt werden und dazu führen, dass die riesigen Rechenzentren mehr arbeiten müssen, um die erwarteten Ergebnisse zu liefern? Nehmen Sie als Beispiel den viralen Trend der KI-Puppen, der Anfang dieses Jahres boomte. Das ist offensichtlich reine Energieverschwendung.
Wenn Sie die Nutzung Ihrer KI-Tools überwachen, empfiehlt es sich, auch Chatbots zu verwenden, die weniger Daten benötigen. Surfshark hat kürzlich 11 KI-Chatbots untersucht und festgestellt, dass Meta AI die meisten Nutzerdaten sammelt.
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METHODIK
Die Methodik dieser Forschungsstudie finden Sie hier, und das genaue Datenblatt mit allen Berechnungen ist hier verfügbar.
Bild/Quelle: https://depositphotos.com/de/home.html
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