
Eine neu entdeckte Phishing-as-a-Service-Plattform (PhaaS) namens „Morphing Meerkat“ nutzt das DNS-over-HTTPS-Protokoll (DoH), um der Entdeckung zu entgehen. Zudem setzt sie DNS-Mail-Exchange-Datensätze (MX) ein, um die E-Mail-Anbieter der Opfer zu identifizieren und dynamisch täuschend echte Anmeldeseiten für über 114 Marken zu generieren. Morphing Meerkat ist seit mindestens 2020 aktiv und wurde von Sicherheitsforschern bei Infoblox aufgedeckt. Trotz vereinzelter Dokumentationen blieb die Bedrohung über Jahre hinweg weitgehend unbemerkt.
Senden einer DNS-Abfrage an Cloudflare, um den MX-Eintrag zu erhalten Quelle: Infoblox
Die Sichtbarkeit und Überwachung von Netzwerken sind essenzielle Bestandteile effektiver Unternehmenssicherheitsstrategien. Das oben genannte Prinzip dient sowohl als Warnung als auch als wertvolle Leitlinie im Bereich der Cybersicherheit: Wenn ein Sicherheitssystem eine Bedrohung nicht sehen kann, kann es sie auch nicht erkennen. Genau aus diesem Grund bleiben viele fortschrittliche, hartnäckige Bedrohungen (Advanced Persistent Threats, APTs) über Jahre hinweg unentdeckt und infiltrieren Unternehmensnetzwerke.
Diese Hartnäckigkeit ist jedoch nicht nur auf staatlich gesteuerte Bedrohungsakteure beschränkt. Frühere Analysen haben gezeigt, dass weitverbreitete Angriffe wie VexTrio Viper seit fast einem Jahrzehnt ein bösartiges Affiliate-Netzwerk betreiben und schädliche Webinhalte verbreiten. Indem sie ihre Infrastruktur ähnlich wie legitime Werbenetzwerke aufbauen, verbergen sie ihre Kommunikation im DNS und setzen fortschrittliche Tarntechniken ein.
Morphing Meerkat ist ein weiteres Beispiel für eine langanhaltende und schwer erkennbare Cyberbedrohung, die gezielt Sicherheitslücken ausnutzt. Die Betreiber nutzen offene Weiterleitungen in Adtech, verschlüsselte DoH-Kommunikation und populäre Dateifreigabedienste, um Schutzmechanismen zu umgehen.
Unternehmen können sich gegen derartige Angriffe schützen, indem sie ihre Netzwerksicherheit mit einer robusten DNS-Schutzschicht verstärken. Dazu gehören Maßnahmen wie:
-
Strengere DNS-Kontrollen, um die Kommunikation mit DoH-Servern zu unterbinden
-
Einschränkung oder Sperrung des Zugriffs auf Adtech- und Filesharing-Infrastrukturen, die für das Unternehmen nicht essenziell sind
Durch die Reduzierung unnötiger Dienste innerhalb des Netzwerks verkleinern Unternehmen ihre Angriffsfläche und erschweren es Cyberkriminellen, ihre Bedrohungen zu verbreiten.
Die vollständigen Indikatoren für Kompromittierungen (IoC), die mit der Aktivität von Morphing Meerkat in Verbindung stehen, wurden in diesem GitHub-Repository veröffentlicht.
Fachartikel

KI-Agenten als interne Sicherheitsrisiken: Was Experimente zeigen

MCP-Sicherheitsstudie: 555 Server mit riskanten Tool-Kombinationen identifiziert

SOX-Compliance in SAP: Anforderungen, IT-Kontrollen und der Weg zur Automatisierung

Irans Cyberoperationen vor „Epic Fury“: Gezielter Infrastrukturaufbau und Hacktivisten-Welle nach den Angriffen

Steuersaison als Angriffsfläche: Phishing-Kampagnen und Malware-Wellen im Überblick
Studien

Drucksicherheit bleibt in vielen KMU ein vernachlässigter Bereich

Sieben Regierungen einigen sich auf 6G-Sicherheitsrahmen

Lieferkettenkollaps und Internetausfall: Unternehmen rechnen mit dem Unwahrscheinlichen

KI als Werkzeug für schnelle, kostengünstige Cyberangriffe

KI beschleunigt Cyberangriffe: IBM X-Force warnt vor wachsenden Schwachstellen in Unternehmen
Whitepaper

Quantifizierung und Sicherheit mit modernster Quantentechnologie

KI-Betrug: Interpol warnt vor industrialisierter Finanzkriminalität – 4,5-fach profitabler

Cloudflare Threat Report 2026: Ransomware beginnt mit dem Login – KI und Botnetze treiben die Industrialisierung von Cyberangriffen

EBA-Folgebericht: Fortschritte bei IKT-Risikoaufsicht unter DORA – weitere Harmonisierung nötig

Böswillige KI-Nutzung erkennen und verhindern: Anthropics neuer Bedrohungsbericht mit Fallstudien
Hamsterrad-Rebell

Sichere Enterprise Browser und Application Delivery für moderne IT-Organisationen

Sicherer Remote-Zugriff (SRA) für Operational Technology (OT) und industrielle Steuerungs- und Produktionssysteme (ICS) – Teil 2

Incident Response Retainer – worauf sollte man achten?

KI‑basierte E‑Mail‑Angriffe: Einfach gestartet, kaum zu stoppen









