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E-ID in der Praxis: Vom Papierformular zum digitalen Wallet-Nachweis

26. September 2025

Konto eröffnen, Versicherung wechseln oder Adresse ändern – solche alltäglichen Vorgänge sind oft mit lästigen Formularen, Medienbrüchen und aufwendigen Identifikationsprozessen verbunden. Die geplante staatliche E-ID, über die die Schweiz am 28. September 2025 abstimmt, soll diese Hürden beseitigen.

Mit der E-ID können verifizierte Nachweise direkt aus einer digitalen Wallet geteilt und kryptografisch überprüft werden. Für Unternehmen bedeutet das: schnelleres Onboarding, geringeres Betrugsrisiko, eine verbesserte Nutzererfahrung und niedrigere Bearbeitungskosten.

Airlock zieht Bilanz: Aus Fehlern der ersten E-ID lernen

Die erste Vorlage zur staatlichen E-ID wurde am 7. März 2021 mit 64,4 % Nein-Stimmen abgelehnt – vor allem wegen Datenschutzbedenken und der Beteiligung privater Anbieter. Die neue Vorlage greift diese Kritikpunkte auf:

  • Staatliche Souveränität: Der Bund stellt die E-ID aus und betreibt die Vertrauensinfrastruktur. Die Nutzung bleibt freiwillig und für Bürger kostenlos. Der analoge Weg bleibt erhalten.

  • Privacy by Design: Identitätsdaten liegen dezentral in der Wallet der Nutzer. Unternehmen erhalten nur die für den jeweiligen Prozess notwendigen Informationen – zum Beispiel den Nachweis, dass eine Person über 18 ist, ohne das vollständige Geburtsdatum preiszugeben. Eine zentrale Datensammelstelle entsteht nicht.

  • Offene Standards: Basierend auf Self-Sovereign Identity (SSI) und Verifiable Credentials, lässt sich die E-ID nahtlos in bestehende Prozesse und Protokolle wie OIDC einbinden.

  • Mehr als nur E-ID: Das Gesetz schafft die Grundlage für weitere digitale Nachweise, etwa Wohnsitzbestätigungen oder Mitgliedsausweise.

  • Europäischer Rückenwind: Mit eIDAS 2.0 und der EUDI-Wallet steigen Interoperabilität und Nutzererwartung – Wallet-basierte Nachweise werden zum Standard.

Praktische Vorteile: Weniger Medienbrüche, besseres Kundenerlebnis

Banking & Insurance: Onboarding in Sekunden

Formulare ausdrucken, unterschreiben, einscannen – klassische Onboarding-Prozesse sind umständlich und teuer. Durchschnittliche Kosten: rund CHF 50 pro Fall.
Mit der E-ID teilen Kunden Attribute wie Name, Geburtsdatum oder Einkommen direkt aus der Wallet. Das Unternehmen prüft die Signaturen kryptografisch – ohne manuelle Nacharbeit. Resultat: Durchlaufzeiten sinken von Tagen auf Sekunden, Abbrüche nehmen ab, Konto- oder Policenabschlüsse werden rund um die Uhr möglich.

Konto-Lifecycle: Self-Service statt Callcenter

Passwort-Resets, Adressänderungen oder Gerätewechsel laufen bisher oft über Briefversand oder Video-Ident. Mit der E-ID legitimieren sich Kunden direkt per Wallet. Signaturen werden geprüft und Vorgänge risikobasiert ausgeführt. Vorteil: höhere Kundenzufriedenheit, weniger Missbrauch, entlastete Support-Abteilungen.

Gen-Z ready: Mobile-first-Journeys

Jüngere Nutzer sind ohne physische Ausweise unterwegs. Sie erwarten Self-Service auf dem Smartphone: schnell, eigenständig, papierlos. Mit der E-ID lassen sich Nachweise per Tap auf dem Handy zeigen – in der Filiale oder online. Abschlussquoten steigen, „Time-to-Yes“ sinkt, Supportkontakte gehen zurück.

Vorteile für Unternehmen im Überblick

  • Kostenreduktion: Weniger manuelle Prüfungen, Identifikations-Sessions und Rückfragen – von CHF 50 pro Onboarding-Case auf wenige Rappen pro Verifikation.

  • Conversion-Steigerung: Weniger Medienbrüche, schnellere Entscheidungen.

  • Bessere Sicherheit: Signierte, prüfbare Nachweise reduzieren Fake-Identitäten und Social Engineering.

  • Compliance & Datenschutz: Datenminimierung und selektive Offenlegung sind Standard.

  • Time-to-Yes: Konto, Police oder Vertrag in Minuten statt Tagen.

Technologie hinter der E-ID

Die E-ID basiert auf Self-Sovereign Identity mit Verifiable Credentials in einer Wallet, selektiver Offenlegung und kryptografisch signierten Nachweisen. Airlock integriert diese SSI-Nachweise nahtlos in bestehende Anmelde- und Kundenprozesse über Protokolle wie OpenID Connect, OAuth oder SAML. Policies werden konsistent entlang der Journey umgesetzt, und wo nötig ergänzt 2FA den Flow.

Bereit für die E-ID? Machen Sie den Readiness-Check

Airlocks E-ID-Readiness-Check kombiniert einen strukturierten Ideation-Workshop mit einer technischen Kurzprüfung durch unsere Security-Experten. So erhalten Sie schnell Klarheit über Use Cases und Entscheidungsgrundlagen für die Implementierung. Sie bekommen einen Kurzbericht mit:

  • Einschätzung von Chancen und Risiken
  • Priorisierte Use Cases für Ihre cIAM- und Authentifizierungs-Journeys
  • Umsetzbare Pilot-Flows (inkl. Risikobetrachtung)

Mehr zum Readiness-Check 


Bild/Quelle: https://depositphotos.com/de/home.html

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