
Während die Pandemie in den vergangenen beiden Jahren viele Einschnitte mit sich gebracht hat, hat sie einem Bereich einen gigantischen Schub nach vorn verliehen: der Digitalisierung. Die Unternehmensberatung McKinsey hat dazu interessante Zahlen veröffentlicht: Der Anteil digitaler Kundeninteraktionen hat sich laut Erkenntnissen der Studie auf ein Niveau erhöht, das normalerweise erst drei Jahre später erreicht worden wäre. Heißt im Klartext: Dass die IT unterbrechungsfrei funktioniert, ist für Unternehmen heute wichtiger denn je.
Mehrheitlich mindestens ein IT-Systemausfall pro Woche
Umso ernster nehmen sollten C-Levels und IT-Entscheider vor diesem Hintergrund das Ergebnis einer aktuellen Studie von New Relic. Sie förderte zutage, dass 62 % der deutschen Unternehmen mindestens einen IT-Systemausfall pro Woche verzeichnen. Schlimmer noch: 20 % der Unternehmen erleben sogar einmal pro Tag einen Ausfall, 7 % gar mehrmals täglich.
Die Ironie dabei: Einer IDC-Studie nach sind gerade einmal 11 % der Verantwortlichen der Meinung, dass ihre IT-Systeme gut gegen Ausfälle geschützt seien. In dem Zusammenhang ist es eine gute Nachricht, dass immer mehr Unternehmen erkennen: Mit Observability lassen sich Resilienz und Sicherheit von IT-Anwendungen deutlich erhöhen, egal, ob es sich hier um On-Premise-Apps oder um containerbasierte Kubernetes-Anwendungen in der Cloud handelt.
72 % der deutschen Befragten im New Relic Observability Forecast 2021 planen, ihr Budget für Observability im nächsten Jahr zu erhöhen. Weitere 22 % möchten es auf dem gleichen Niveau halten. Lediglich 6 % denken an eine Verringerung. Kein Wunder, denn 72 % aller weltweiten Studienteilnehmer gaben an, mindestens zwei verschiedene Tools zum Monitoring der Systemgesundheit zu verwenden. Bei 13 % sind es sogar 10 Tools.
Weltweite Observability-Trends
Weltweit befragt hat New Relic Unternehmen in Amerika, Asien und Europa. Davon sind 90 % aller Teilnehmenden der Meinung, dass Observability eine strategisch wichtige Rolle für ihr Unternehmen spielt. 91 % aller IT-Entscheider bescheinigen Observability an jedem Punkt des Software-Lebenszyklus kritische Bedeutung. Dies sowohl während der Planung als auch im operativen Geschäft. 42 % identifizieren Observability als wichtigen Faktor bei ihrer digitalen Transformation. 25 % der Befragten sagen, ihr Unternehmen sei durch Observability effektiver geworden.
Die klaren Vorteile von Observability sind den Fachleuten in den Unternehmen also bewusst. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Denn die Zusammenhänge zwischen Netzwerken, Infrastruktur-Komponenten, Anwendungen und weiteren Systemen werden immer zahlreicher und komplexer. Klassische Monitoring-Tools liefern darauf keine ausreichende Antwort.
Die Top 3 der Observability-Chancen
Interessant ist in diesem Zusammenhang, wo die Studienteilnehmer, weltweit betrachtet, die drei größten Vorteile von Observability für ihr Business sehen:
- 27 Prozent sehen eine höhere Geschwindigkeit bei der Entwicklung sowie mehr Qualität und Agilität.
- 25 Prozent bringen Observability mit mehr Kosteneffektivität in Verbindung.
- 23 Prozent erwarten eine verbesserte digitale Nutzererfahrung.
Wo liegen die Hürden bei der Observability-Implementierung?
Noch fehlt es vielen Unternehmen an einer klaren Strategie und Roadmap für die Einführung von Observability. Weltweit sagen nur etwa die Hälfte der Unternehmen, dass sie bereits in der Implementierungsphase sind.
Als Grund nennen sie vor allem fehlende Ressourcen (38 %) und mangelnde Expertise (29 %). Die Folge: 60 %der an der Studie Teilnehmenden geben an, dass sie das Monitoring ihrer Telemetriedaten nach wie vor auf Anwendungsebene angehen. Doch dabei entstehen schnell Blind Spots, und Stack-Bereiche bleiben gänzlich unbeobachtet.
Die Schlussfolgerung: IT-Teams und Unternehmensleitung sollten gemeinsam die Grundlagen schaffen, ausreichend Ressourcen für die anstehende Observability-Einführung bereitstellen und eine klare Strategie und Roadmap entwickeln.
Fazit: Tipps zur Observability-Einführung
Unternehmen sollten möglichst rasch durchgehende Observability einführen. Das verschafft den Engineers einen vollständigen Überblick über alle Telemetriedaten, einschließlich Events, Metriken, Logs und Traces. Eingeführte Monitoring-Tools sollten in eine zentrale Observability-Plattform integriert werden, mit der sich der gesamte Stack im Auge behalten lässt, und dies über den gesamten Lifecycle hinweg, von der Planung über die Implementierung bis hin zum Betrieb. Dank verbrauchsabhängiger Bepreisung bleiben die Kosten für Observability überschaubar. Und wenn IT-Entscheider ihren C-Levels die zahlreichen geschäftskritischen Vorteile von Observability vor Augen führen, ist ihnen Rückenwind bei der jetzt immer dringender werdenden Einführung gewiss.
Klaus Kurz ist seit Herbst 2019 Director, Solutions Consulting Central Europe bei New Relic. Hier führt er ein stetig wachsendes Team an Solution Engineers, Solution Consultants und Solution Architects, das Kunden bei der Umsetzung ihrer Digitalisierungspläne unterstützt. Zuvor arbeitete er 15 Jahre bei Adobe und füllte Positionen vom Manager Business Development bis zum Head of Solution Consulting für Zentral- und Osteuropa.
Für den ersten jährlichen New Relic Observability Forecast hat CITE Research nahezu 1.300 Engineers, Entwickler, IT Leaders und Executives befragt. Regional umfasst die Studie Amerika, Asien und Europa.
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