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CISA gibt Handlungsempfehlungen gegen Bulletproof-Hosting heraus: So schützen sich ISPs vor Cyberkriminellen

19. November 2025

Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA hat gemeinsam mit nationalen und internationalen Partnern einen praxisorientierten Leitfaden vorgelegt, der Internetdienstanbieter und Netzwerkadministratoren im Kampf gegen kriminelle Hosting-Infrastrukturen unterstützt. Der Fokus liegt auf Bulletproof-Hosting-Anbietern, die wissentlich ihre Dienste für illegale Cyberaktivitäten zur Verfügung stellen und damit kritische Systeme gefährden.

Bulletproof-Hosting als Enabler für organisierte Cyberkriminalität

Bei Bulletproof-Hosting-Anbietern handelt es sich um Infrastruktur-Provider, die bewusst Ressourcen an kriminelle Akteure vermieten. Diese spezialisierten Anbieter ermöglichen ein breites Spektrum illegaler Aktivitäten – von Ransomware-Kampagnen über großangelegte Phishing-Operationen bis hin zu Malware-Distributionsnetzwerken und koordinierten Denial-of-Service-Attacken.

Der neu veröffentlichte Leitfaden „Bulletproof Defense: Mitigating Risks from Bulletproof Hosting Providers“ wurde von der Cybersecurity and Infrastructure Security Agency in Kooperation mit der National Security Agency, dem Cyber Crime Center des Verteidigungsministeriums, dem Federal Bureau of Investigation sowie internationalen Sicherheitsbehörden entwickelt.

Kernmaßnahmen für Internetdienstanbieter und Netzwerkverantwortliche

Der Leitfaden definiert konkrete Handlungsschritte, um die Effektivität krimineller Hosting-Infrastrukturen zu reduzieren, ohne dabei legitime Geschäftsaktivitäten zu beeinträchtigen:

Threat-Intelligence-basierte Ressourcenverwaltung
Netzwerkbetreiber sollten aktuelle Threat-Intelligence-Feeds nutzen und sich an Informationsaustausch-Plattformen beteiligen, um kontinuierlich aktualisierte Listen kompromittierter oder bösartiger Ressourcen zu pflegen.

Implementierung intelligenter Filterungsmechanismen
Die Einrichtung gezielter Filter ermöglicht es, schädlichen Datenverkehr effektiv zu blockieren. Dabei gilt es, Fehlalarme zu minimieren und legitime Kommunikationsströme unbeeinträchtigt zu lassen.

Proaktive Verkehrsanalyse
Durch systematisches Monitoring des Netzwerkverkehrs lassen sich Anomalien frühzeitig identifizieren. Die gewonnenen Erkenntnisse sollten zur kontinuierlichen Verbesserung der Blocklisten genutzt werden.

Umfassende Protokollierung
Moderne Logging-Systeme sollten Autonomous System Numbers und IP-Adressen erfassen, automatisierte Warnmeldungen bei verdächtigen Aktivitäten generieren und die Protokolldaten regelmäßig aktualisieren.

Kooperative Informationsweitergabe
Die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Institutionen und privaten Unternehmen stärkt die kollektive Abwehrfähigkeit gegen Cyberbedrohungen erheblich.

Erweiterte Pflichten für Internetdienstanbieter

Für ISPs formuliert der Leitfaden zusätzliche Verantwortungsbereiche:

Transparente Kundenkommunikation
Provider sollten ihre Kunden proaktiv über eingesetzte Sicherheitsmaßnahmen wie Blocklisten und Filterungssysteme informieren und gleichzeitig Opt-out-Optionen anbieten.

Bereitstellung von Sicherheitstools
Die Entwicklung vorkonfigurierter Filterlösungen, die Kunden in ihren eigenen Netzwerkumgebungen einsetzen können, reduziert die Angriffsfläche über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg.

Branchenweite Verhaltensstandards
ISPs sollten gemeinsam mit Branchenpartnern verbindliche Kodizes entwickeln, die den Missbrauch durch Bulletproof-Hosting-Anbieter erschweren.

Umfassende Kundenverifizierung
Durch sorgfältige Prüfung und Validierung von Kundeninformationen können Provider verhindern, dass kriminelle Hosting-Anbieter ihre Infrastruktur für illegale Zwecke nutzen.

Strategisches Ziel: Verdrängung aus der Schattenwirtschaft

Die veröffentlichten Empfehlungen zielen darauf ab, kriminellen Akteuren die spezialisierte Infrastruktur zu entziehen. Durch konsequente Umsetzung der Maßnahmen sollen Cyberkriminelle gezwungen werden, auf reguläre Hosting-Anbieter auszuweichen – die jedoch rechtlichen Verpflichtungen und behördlichen Verfahren unterliegen und somit Ermittlungen erleichtern.

CISA und die beteiligten Partner appellieren eindringlich an alle Internetdienstanbieter und Netzwerksicherheitsverantwortlichen, die vorgeschlagenen Maßnahmen zeitnah zu implementieren. Der vollständige Leitfaden mit detaillierten technischen Spezifikationen und Implementierungshinweisen steht auf der CISA-Website zur Verfügung.

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