
Der Black Friday lockt mit Rabatten und zieht Cyberkriminelle an, die ihre betrügerischen Bestellungen im Transaktionschaos verstecken wollen. Besonders problematisch wird die Gemengelage durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz zur Aufpolierung von Phishing-Angriffen. Eine überzeugend aussehende Phishing-Email erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass interessierte Kunden ihre Zugangsdaten preisgeben. Diese werden dann gezielt für Account-Takeover-Attacken missbraucht.
Spam- und Phishing-Flut zur Rabattschlacht
Die Webmail-Anbieter Web.de und GMX registrierten im Zeitraum um den Black Friday 2024 einen Anstieg von Spam- und Phishing-E-Mails um zehn Prozent, was rund 2,1 Milliarden potenziell schadhafter Nachrichten pro Woche entspricht. Im Rausch der Schnäppchenjagd neigt der ein oder andere Nutzer gerne dazu, sein gesundes Misstrauen über Bord zu werfen. Und genau darauf setzen opportunistische Kriminelle.
Verschärft wird das Problem durch Künstliche Intelligenz. Betrüger nutzen KI zunehmend, um fehlerfreie, personalisierte Phishing-Nachrichten zu erstellen, bei denen traditionelle Warnsignale wie Rechtschreib- oder Grammatikfehler als Erkennungsmerkmal wegfallen. Die erbeuteten Zugangsdaten werden anschließend von den Kriminellen für das Kapern ihres Nutzerkontos missbraucht, dem sogenannten Account-Takeover. Die Betrüger übernehmen bei dieser Methode den Account ihrer Opfer und missbrauchen hinterlegte Zahlungsdaten für ihre Zwecke.
Wenn Betrug in der Masse untergeht
Die Strategie der Betrüger liegt im Timing. Am letztjährigen Black Friday wurden nahezu doppelt so viele Bestellanfragen wie an durchschnittlichen Tagen verzeichnet, bei einem Gesamtvolumen von 5,9 Milliarden Euro. Kriminelle spekulieren darauf, dass ihre betrügerischen Transaktionen im Volumen der legitimen Bestellungen untergehen. Die Betrugsbearbeitung vieler Online-Händler stößt nämlich bei diesem Ansturm an ihre Grenzen.
Mit FRIDA und DEVICE IDENT kombiniert RISK IDENT Machine-Learning-Algorithmen mit menschlicher Expertise, um auch beim größten Ansturm die Übersicht zu behalten. Die Systeme analysieren in Echtzeit Transaktionsmuster, Gerätedaten und Verhaltensanomalien, um auch bei hohem Bestellvolumen betrügerische Transaktionen identifizieren zu können.
Professionelle Fake-Shops werden immer mehr
Parallel warnen Verbraucherschützer vor einer Häufung gefälschter Online-Shops in der Black-Friday-Woche. Die Shops wirken in ihrer Aufmachung hochprofessionell und vertrauenswürdig, existieren jedoch entweder gar nicht oder verschicken minderwertige Ware. Nach vollzogener Zahlung ist das Geld der Betrugsopfer meist unwiederbringlich verloren.
Verbraucher sollten deshalb auf sichere Verbindungen achten (https und Schloss-Symbol in der Adresszeile), unrealistische Rabatte kritisch hinterfragen und unbekannte Shops über den Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen prüfen – damit die Schnäppchenjagd am Black Friday nicht in einem Samstag der Enttäuschungen endet.
Ein Kommentar von Frank Heisel, CEO von RISK IDENT
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