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Armis Labs Report 2026: Früherkennung als Schlüsselfaktor im Finanzsektor angesichts KI-gestützter Bedrohungen

19. Februar 2026

Die globale Finanzinfrastruktur ist heute enger vernetzt als je zuvor. Diese Vernetzung steigert Effizienz und Innovationskraft, erhöht jedoch zugleich die systemische Angriffsfläche. Geschwindigkeit, Automatisierung und technologische Komplexität haben die Branche in ein permanentes Hochrisiko-Umfeld verwandelt. Klassische, reaktive Sicherheitskonzepte geraten angesichts hochentwickelter digitaler Angreifer zunehmend an ihre Grenzen.

Aus Sicht des Armis Labs Teams prägen drei Entwicklungen die aktuelle Bedrohungslage:

  • Geschwindigkeit: Angriffe erfolgen schneller, als manuelle oder isolierte Abwehrmaßnahmen reagieren können.
  • Interdependenz: Einzelne Schwachstellen können sich kaskadenartig auf die gesamte Finanzarchitektur auswirken.
  • Professionalisierung der Angreifer: Moderne Bedrohungsakteure umgehen gezielt traditionelle Schutzmechanismen.

Der aktuelle Armis Labs Report „Catch Attackers Before They Strike – Early Warning Insights for the Financial Services Industry“ analysiert diese Dynamik im Detail. Zentrales Fazit: Ein „Left-of-Boom“-Ansatz, also konsequente Früherkennung und frühzeitige Reaktion, ist für Finanzinstitute entscheidend, um das Zeitfenster zwischen identifizierter Schwachstelle und tatsächlicher Ausnutzung nachhaltig zu verkürzen.

Top 3 Cyberbedrohungen für Finanzdienstleister
  • Die Instrumentalisierung von GenAI
  • Von Deepfake-basiertem CEO-Betrug mit durchschnittlichen Schäden von 600.000 US-Dollar pro Vorfall bis hin zu KI-gestütztem Social Engineering, das klassische Awareness-Programme umgeht: Das „Exposure Window“ schrumpft deutlich.
  • Schwachstelle Lieferkette
  • 63 Prozent der Exploits im Finanzsektor gehen mittlerweile auf Hard- oder Softwarehersteller zurück. Angreifer umgehen die Schutzmechanismen großer Institute, indem sie gezielt kleinere, weniger abgesicherte Zulieferer kompromittieren und sich über diese lateral Zugang verschaffen.
  • Edge-Devices als Einfallstor
  • Ausgerechnet Systeme zum Perimeterschutz – etwa Firewalls und VPN-Lösungen – fungierten 2024–2025 in 40 Prozent der untersuchten Sicherheitsvorfälle als primärer Einstiegspunkt.
Warum „Early Warning“ zum neuen Standard wird

Reaktives Handeln auf Basis öffentlicher Warnmeldungen genügt zunehmend nicht mehr: 28 Prozent der Schwachstellen werden bereits am Tag ihrer Aufnahme in den CISA-KEV-Katalog aktiv ausgenutzt. Das Zeitfenster zwischen Veröffentlichung und Angriff schrumpft damit auf ein Minimum.

Vor diesem Hintergrund gewinnen Frühwarnmechanismen an Bedeutung, die Schwachstellen bereits vor ihrer offiziellen Listung identifizieren und kontinuierlich beobachten. Entsprechende Lösungen erfassen tausende noch nicht katalogisierte CVEs und verschaffen Organisationen so einen relevanten zeitlichen Vorsprung, um Risiken proaktiv zu bewerten und geeignete Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Fazit

Ein systemisches Risiko entsteht, wenn ein großer Teil des Finanzsektors von wenigen zentralen Technologieanbietern, wie etwa Hyperscale-Cloud-Providern, abhängig ist. Kommt es bei einem dieser Anbieter zu einer erheblichen technischen Störung oder einem großflächigen operativen Ausfall, können Daten und Systeme zahlreicher Finanzinstitute gleichzeitig betroffen sein. Die Folgen reichen damit weit über einzelne Organisationen hinaus und berühren die Stabilität des gesamten Finanzsystems weltweit, weil alle miteinander vernetzt sind.

Den vollständigen Report von Armis Labs finden Sie hier: https://www.armis.com/research/early-warning-insights-for-the-financial-services-industry/