
Cyberangriffe bleiben 2026 das dominierende Geschäftsrisiko für Unternehmen weltweit. Gleichzeitig gewinnt Künstliche Intelligenz deutlich an Relevanz und rückt im Allianz Risk Barometer auf den zweiten Platz vor. In Deutschland verschieben sich die Risikoschwerpunkte zusätzlich durch regulatorische Veränderungen.
Allianz Risk Barometer 2026: Cyber bleibt größtes Unternehmensrisiko
Cybervorfälle stehen auch 2026 an der Spitze der globalen Geschäftsrisiken. Laut Allianz Risk Barometer bewerten 42 Prozent der weltweit Befragten Cyberangriffe, insbesondere Ransomware, als größtes Risiko für ihr Unternehmen. Damit führt diese Risikokategorie das Ranking bereits zum fünften Mal in Folge an und erreicht zugleich den höchsten jemals gemessenen Wert.
Deutlich an Bedeutung gewonnen hat Künstliche Intelligenz. Mit 32 Prozent der Nennungen steigt KI von Platz zehn im Vorjahr auf Rang zwei und verzeichnet damit den größten Positionsgewinn im aktuellen Barometer. Die Einschätzung spiegelt wider, dass Unternehmen KI zunehmend nicht nur als Innovationsfaktor, sondern auch als operative, rechtliche und reputationsbezogene Herausforderung wahrnehmen. Gleichzeitig sieht knapp die Hälfte der Befragten in KI mehr Nutzen als Risiken, während rund 20 Prozent eine gegenteilige Einschätzung vertreten.
Betriebsunterbrechungen rutschen im globalen Ranking auf Platz drei ab. Trotz dieser Verschiebung bleiben sie ein zentrales Thema, da sie häufig als Folge anderer Risiken auftreten, die in den Top Ten des Barometers vertreten sind.
Naturgefahren und politische Risiken im internationalen Vergleich
Naturkatastrophen verlieren im Vergleich zum Vorjahr an Gewicht und fallen auf Rang fünf zurück. Ausschlaggebend dafür ist unter anderem eine weniger intensive Hurrikansaison im Jahr 2025. Parallel dazu gewinnen politische Risiken und Gewalt an Bedeutung und verbessern sich von Platz neun auf Platz sieben. Diese Entwicklung ist vor allem auf anhaltende geopolitische Spannungen und internationale Konflikte zurückzuführen.
Risikobewertung in Deutschland: Regulierung rückt in den Fokus
In Deutschland bestätigen die Studienergebnisse die bisherige Risikolage. Cyberangriffe und Betriebsunterbrechungen belegen erneut die Plätze eins und zwei. Neu auf Rang drei liegen Änderungen in Gesetzgebung und Regulierung, was auf steigende Anforderungen und Unsicherheiten im regulatorischen Umfeld hinweist.
Künstliche Intelligenz wird erstmals im deutschen Ranking geführt und erreicht Platz vier. Politische Risiken und Gewalt verlieren hingegen an Bedeutung und fallen von Platz sechs auf Rang zehn zurück.
Cyberrisiken als dauerhafte Herausforderung
Cyberrisiken dominieren das Allianz Risk Barometer in allen Weltregionen – von Amerika über Europa und Asien-Pazifik bis Afrika und den Nahen Osten. Die anhaltende Spitzenposition verdeutlicht die wachsende Abhängigkeit von digitalen Systemen in einem Umfeld, das sich technologisch, geopolitisch und regulatorisch dynamisch verändert.
Während größere Unternehmen zunehmend in Sicherheitsstrukturen investieren und ihre Widerstandsfähigkeit ausbauen, geraten kleine und mittelständische Betriebe verstärkt unter Druck. Begrenzte Ressourcen im Bereich der Cybersicherheit machen sie anfälliger für Angriffe.
Künstliche Intelligenz zwischen Innovation und Risiko
Der rasche Einsatz von KI in Geschäftsprozessen führt zu neuen Fragestellungen, insbesondere in Bezug auf Haftung, Datenqualität und Systemzuverlässigkeit. Mit der zunehmenden Nutzung generativer KI wächst auch das Bewusstsein für mögliche Fehlentscheidungen, Verzerrungen in Modellen sowie ungeklärte Verantwortlichkeiten bei Schäden durch automatisierte Prozesse.
Unternehmen aller Größenordnungen sehen sich daher mit der Aufgabe konfrontiert, technologische Entwicklung, interne Governance-Strukturen und regulatorische Anforderungen in Einklang zu bringen.
Geopolitik und Lieferketten als Risikofaktoren
Geopolitische Spannungen und protektionistische Tendenzen belasten weiterhin die globalen Lieferketten. Handelshemmnisse haben sich innerhalb eines Jahres deutlich ausgeweitet und betreffen einen erheblichen Anteil des weltweiten Warenverkehrs. Nur ein kleiner Teil der befragten Unternehmen stuft die eigenen Lieferketten als sehr widerstandsfähig ein.
Diese Rahmenbedingungen tragen dazu bei, dass Betriebsunterbrechungen weiterhin zu den zentralen Geschäftsrisiken zählen. Mehr als die Hälfte der Befragten hält eine massive Störung globaler Lieferketten infolge geopolitischer Konflikte für ein mögliches Szenario in den kommenden fünf Jahren.
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