
Wie CNBC kürzlich berichtete, hat ein Bundesrichter einen 1,5-Milliarden-Dollar-Vergleich zwischen dem KI-Unternehmen Anthropic und Autoren, die behaupten, ihre Bücher seien für das Training von Chatbots illegal kopiert worden, abgelehnt. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Fall doch vor Gericht verhandelt wird.
US-Bezirksrichter William Alsup in San Francisco äußerte sich fast eine Stunde lang kritisch über die geplante Einigung, die seiner Ansicht nach zu viele Unklarheiten aufweise. Eine weitere Anhörung ist nun für den 25. September angesetzt, um zu prüfen, ob die Bedenken ausgeräumt werden können. „Wir werden sehen, ob ich mich dazu durchringen kann, sie zu genehmigen“, sagte Alsup vor der Vertagung der Anhörung am Montag.
Wie CNBC berichtete, war die Einigung wenige Tage zuvor von Anthropic und den Anwälten der Sammelklage angekündigt worden. Sie sollte die Piraterievorwürfe beilegen und einen für Dezember geplanten Prozess vermeiden. Der Vergleich sah vor, dass Autoren und Verlage etwa 3.000 Dollar pro betroffenem Buch erhalten. Insgesamt geht es um rund 465.000 Werke, die laut Anwalt Justin Nelson auf der Liste stehen.
Alsup forderte jedoch strengere Zusicherungen, dass diese Zahl nicht weiter ansteige, um sicherzustellen, dass das Unternehmen nicht von weiteren Klagen überrascht werde. Eine endgültige Liste aller raubkopierten Bücher muss bis zum 15. September vorgelegt werden. Zudem soll bis zum 22. September ein Antragsformular erstellt werden, das sicherstellt, dass alle Berechtigten von der Einigung erfahren.
Der Richter äußerte außerdem Bedenken, dass die Authors Guild und die Association of American Publishers „hinter den Kulissen“ Druck auf Autoren ausüben könnten, den Vergleich ohne vollständiges Verständnis zu akzeptieren. Beide Verbandschefs nahmen an der Anhörung teil, äußerten sich jedoch nicht. Auch die drei klagenden Autoren – Andrea Bartz, Charles Graeber und Kirk Wallace Johnson – waren anwesend, meldeten sich jedoch nicht zu Wort.
Vor der Anhörung bezeichnete Johnson den Vergleich als „Beginn eines Kampfes im Namen der Menschen, die nicht glauben, dass wir alles auf dem Altar der KI opfern müssen“. Nelson betonte, dass die Einigung fair verteilt werde, zumal der Fall bereits breit in den Medien behandelt worden sei.
Alsup machte jedoch deutlich, dass er skeptisch bleibe und sich im Zweifel für eine gerichtliche Auseinandersetzung entscheiden könnte. „Ich habe ein ungutes Gefühl wegen all der Mitläufer im Hintergrund“, sagte der Richter.
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