Innentäter bedrohen Unternehmenssicherheit

Sergej Schlotthauer, CEO von EgoSecure

„Während Unternehmen ihren Fokus beim Thema IT-Sicherheit vor allem auf Angriffe von außen legen, unterschätzen viele Verantwortliche die Gefahr, die von den eigenen Reihen ausgeht. Zu selten finden sogenannte Innentäter den Weg in die Medien, während über folgenschwere Malware- und Ransomware-Attacken nahezu täglich berichtet wird. Organisationen jeder Größe sollten bei ihrer Sicherheitsstrategie stets das Gefährdungspotenzial, das von den eigenen Mitarbeitern ausgeht, im Blick haben. Dabei muss es sich gar nicht um böswillige Angriffe handeln, auch völlig unbeabsichtigt oder aus Bequemlichkeit können Sicherheitsvorgaben missachtet werden, was Datenverluste und immense Schäden für das Unternehmen zur Folge haben kann. Auch die Manipulation einzelner Teammitglieder durch sogenannte Social-Engineering-Techniken kann den Verlust von wichtigen Passwörtern und Zugriffsrechten bedeuten. Somit ist der unerlaubte Zutritt ins Firmennetzwerk, geschützt von der digitalen Identität des Innentäters, ein Leichtes für Kriminelle."

Wie eine aktuelle Studie des SANS Instituts deutlich macht, ist das Bewusstsein für Insider-Angriffe bei einigen Entscheidern bereits vorhanden, 40 Prozent der Befragten stufen eine Insider-Attacke als gefährlich ein, dennoch sind zu wenige Firmen vor Innentätern gewappnet. Lediglich 18 Prozent haben im Falle einer Insider-Bedrohung einen Incident-Response-Plan zur Hand.

Den Umfrageergebnissen zufolge haben 62 Prozent der Studienteilnehmer noch keinen internen Angriff erlebt. Dies lässt sich jedoch auch auf eine geringe Sichtbarkeit zurückführen und könnte offenbaren, dass ein Insider-Angriff gar nicht identifiziert werden kann.

Mit umfassenden Data Protection Lösungen sind Unternehmensdaten effektiv geschützt, auch bei Angriffen, die von eigenen Mitarbeitern verübt werden. Hierbei punkten Anwendungen, die die Analyse des Datenflusses mit geeigneten Schutzmaßnahmen kombinieren, denn nur wer die datenschutzrelevanten Vorgänge im Firmennetzwerk kennt, kann den individuellen Schutzbedarf ermitteln und Maßnahmen effizient einsetzen.

Mit Hilfe von Schutzfunktionen wie Access Control, Application Control und Device Management lässt sich klar definieren, wer welche Anwendungen, Devices und Schnittstellen in welchem Umfang nutzen darf. Dadurch lässt sich das Missbrauchsrisiko einschränken. Ein Unternehmen sollte zudem in der Lage sein, die Datenflüsse mit Hilfe einer Audit-Funktion detailliert sichtbar zu machen – natürlich ohne dabei das Recht der Arbeitnehmer auf Datenschutz einzuschränken.

Idealerweise wird das Audit-Modul durch eine intelligente Komponente ergänzt. Bei auftretenden Anomalien, wie dem Abzug ungewöhnlich großer Datenmengen, lässt sich die Schwachstelle identifizieren und eine Reaktion kann sofort erfolgen. Auf Grundlage eines vorher festgelegten Regelwerks werden Schutzreaktionen dann automatisch ausgelöst.“

Die komplette Studie lässt sich unter dem folgenden Link einsehen: https://www.sans.org/reading-room/whitepapers/analyst/defending-wrong-enemy-2017-insider-threat-survey-37890 

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