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Was uns nicht umbringt, macht uns stärker

"Studie belegt, dass CISO, die bereits einen schweren Breach erlitten und überstanden haben, erfolgreicher sind"*

Neue Studie belegt, dass Erfahrungen mit Cyber-Security-Vorfällen positive Auswirkungen auf Cyber-Security-Experten haben. Langfristig bedeutet diese „gelebte Erfahrung“ weniger Stress und eine höhere Bereitschaft, das Wissen über erfolgreich angewendete Angriffsmethoden der Cyberkriminellen mit dem Team zu teilen.

Eine neue Symantec Studie empfiehlt Unternehmen Cyber-Security-Experten einzustellen, die bereits eigene Erfahrungen mit vermeidbaren Sicherheitsvorfällen gemacht haben. Die Studie zeigt, dass nachdem die Spezialisten solche Vorfälle bereits erlebt haben, sich das Verhalten dieser Mitarbeiter positiv verändert. Sie werden selbstbewusster und insgesamt aufmerksamer.

Die Studie basiert auf einer Befragung von 3.045 Cyber-Security-Entscheidern aus Frankreich, Deutschland und Großbritannien. Durchgeführt wurde sie von Dr. Chris Brauer, Director of Innovation bei Goldsmiths, University of London, und seinem Team im Auftrag von Symantec. Die Ergebnisse zeigen deutlich: Ein überstandener Sicherheitsvorfall reduziert die künftige – gefühlte – Belastung am Arbeitsplatz der Security-Experten erheblich und erhöht gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihre Erfahrungen mit erfolgreichen Angriffen teilen, um dem gesamten Team diesen Erfahrungsschatz zugänglich zu machen.

"Es mag zunächst widersprüchlich klingen", kommentiert Darren Thomson, CTO, Symantec EMEA, "aber wenn ich Ihnen zwei CISO-Kandidaten mit identischen Fähigkeiten anbieten würde, aber einer von ihnen den Umgang mit Regulierung weniger stressig findet, weniger wahrscheinlich an Burnout leidet und eher bereit ist, das selbst Gelernte – und dazu zählen auch Misserfolge – zu teilen, wen werden Sie wählen?"

Bei Cyber-Security-Experten, die bereits einen vermeidbaren Sicherheitsvorfall erlebt haben, ist es: 

  • 24% weniger wahrscheinlich, dass sie das Gefühl haben, "ausgebrannt" zu sein.
  • 20% weniger wahrscheinlich, dass sie gegenüber ihrer Arbeit Gleichgültigkeit empfinden.
  • 15% weniger wahrscheinlich, dass sie sich persönlich für einen Vorfall verantwortlich fühlen, der hätte vermieden werden können.
  • 14% weniger wahrscheinlich, dass sie sich ständig "zum Scheitern verurteilt" fühlen.
  • 14% eher wahrscheinlich, dass sie ihre Lernerfolge teilen.
  • 14% weniger wahrscheinlich, dass sie darüber nachdenken, ihren Job zu kündigen.

Aus Fehlern lernen

Ein Ergebnis ist für Cyber-Security-Teams besonders positiv: Experten, die bereits einen Sicherheitsvorfall erlebt haben, teilen ihre Erfahrung zu 14 Prozent häufiger mit ihren Kollegen. Dies ist enorm wichtig, da die Studie gleichzeitig einen Mangel an strategischem und operativem Informationsaustausch innerhalb der Branche zeigt.  

Schwerwiegende Sicherheitsvorfälle sind entscheidende Momente der Laufbahn von Cyber-Security-Experten. Aufgrund des fehlenden Informationsaustauschs, den die Studie aufdeckte, ist es schwierig, aus den Erfahrungen anderer zu lernen.

  • 54 Prozent diskutieren bewusst nicht über Vorfälle oder Angriffe mit Kollegen innerhalb der Branche
  • 50 Prozent berichten von einem deutlichen Mangel eines branchenübergreifenden Informationsaustausches hinsichtlich des Umgangs mit Sicherheitsvorfällen. Dies ist ein deutlicher Kontrast zu ihren Gegnern – den Cyber-Kriminellen – die Malware austauschen und auch anderweitig zusammenarbeiten.

Ein Grund für den mangelnden Informations- und Wissensaustausch scheint die Sorge um den eigenen Ruf zu sein. Dies ist allerdings nicht der einzige Faktor. 36 Prozent der Befragten geben an, dass sie besorgt sind, dass ein Angriff unter ihre Aufsicht sich negativ auf ihre Karriere auswirken kann. Daher tauschen sie sich nicht mit Kollegen oder potenziellen Arbeitgebern dazu aus.

In jeder Krise steckt auch eine Chance

Fast die Hälfte der Befragten sieht eine Krise als unvermeidlich an – es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie stattfindet. Cyber-Security-Experten, die einen Sicherheitsvorfall erlebt haben, sind jedoch aufmerksamer. Gleichzeitig priorisiert die Geschäftsleitung in solchen Unternehmen die Implementierung von Security-Maßnahmen.

Darren Thomson empfiehlt: „Mein Rat an CEOs ist: Sie sollen bei Cyber-Security-Experten die Tatsache, dass sie bereits einen Sicherheitsvorfall erlebt haben, als Vorteil ansehen und nicht als Schwäche. Die aus dem Sicherheitsvorfall resultierende Erfahrung wirkt sich positiv auf die Eignung eines Kandidaten aus: Sie sind weniger emotional, können besser mit Druck umgehen und unterstützen ihre Kollegen besser.“

Ben King, Chief Security Officer, Symantec EMEA, ergänzt, „Mein Rat an CISOs ist, aus jeder „Krise in der IT-Sicherheit“ etwas zu lernen. Ein Sicherheitsvorfall bietet Unternehmen die Möglichkeit, neue und verbesserte Abläufe und Services einzuführen. Cyber-Security-Teams erhalten durch einen Vorfall die seltene Chance, Kollegen die Security-Herausforderungen und sich wandelnden Angriffsmethoden zu verdeutlichen. Weiterhin ist es eine Chance, höhere Budgets und meist dringend benötigte Team-Mitglieder einzufordern. Cyber-Security-Experten erhalten so die Möglichkeit, Veränderungen voranzutreiben, die im normalen Tagesgeschäft nur schwer durchzusetzen sind.“

Aus der qualitativen Forschung, die aus intensiven Gesprächen mit Sicherheitsverantwortlichen im Rahmen der High-Alert-Studie gewonnen wurde, ergaben sich fünf wichtige Empfehlungen, um den Umdenkungsprozess im Unternehmen voranzutreiben und um nach einem Breach, die Katastrophe in eine Chance zu entwickeln.

Um Alarmstufe Rot: Nach dem Angriff herunterzuladen und diese Empfehlungen zu lesen, folgen Sie bitte diesem Link hier.  

*Anmerkung und Tipp der Redaktion:

"So schnell wie nur möglich einen schweren Breach erleiden."


Über die Studie

Die High Alert-Studie wurde von Symantec in Zusammenarbeit mit Dr Chris Brauer, Director of Innovation, Goldsmiths, University of London, und der Forschungs-Beratung Thread durchgeführt. Die Forschungsarbeit wurde von Dr Chris Brauer und Dr Jennifer Barth begleitet und von Sean Duggan geleitet. Die deutschen und französischen Zahlen für die quantitative Studie stammen von Censuswide; die britischen Zahlen von YouGov.

Die Feldarbeit wurde im Winter 2018 durchgeführt. Die Forschung verwendete quantitative Methoden, um die Einschätzungen von Cyber-Security-Experten in Führungspositionen in den drei Ländern Frankreich, Deutschland und Großbritannien zu messen, auszuwerten und zu differenzieren.

Die Befragungen wurde an 3.045 Personen in Frankreich (1.002 Teilnehmer), Deutschland (1.003 Teilnehmer) und in Großbritannien (1.040 Teilnehmer) in mittleren oder oberen Führungspositionen mit einer Entscheider-Rolle im Cyber-Security-Bereich verteilt.

Die Ergebnisse basieren auf einer Sekundärerhebung, der erfahrenen Cyber-Security-Experten einen persönlichen Einblick gaben. Die Umfrage bestand aus 43 Punkten, die in neun Fragegruppen organisiert waren, mit einer fünf-stufigen Antwortskala, die es den Befragten ermöglicht, im Rahmen dieser spezifischen Untersuchung selbst zu berichten. Die Umfrage enthielt auch Fragen zur Erhebung demographischer Daten.


Autor: pat

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