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Nur 20% der Unternehmen geben an, die DSGVO vollständig implementiert zu haben

Aktuelle Forschungsergebnisse zum Status der Einhaltung der DSGVO, zu Budgets und Plänen zeigen auf, dass ein Großteil der Unternehmen immer noch an der Umstellung ihrer Strukturen arbeiten

Das im Bereich des Managements von Datenschutz führende Unternehmen TrustArc hat heute Forschungsergebnisse einer Untersuchung des Instituts Dimensional Research bekanntgegeben. Untersucht wurde der Status der Einhaltung der DSGVO durch Unternehmen der Vereinigten Staaten, des Vereinigten Königreichs und der EU. Die Umfrage fand einen Monat nach der Deadline für die Implementierung statt. 

Eine zentrale Erkenntnis der Untersuchung: Nur 20 Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass sie DSGVO-konform arbeiten.  In der EU sind es 27 Prozent, in den Staaten zwölf Prozent und im Vereinigten Königreich 21 Prozent. Der Umfrage zu folge befinden sich 53 Prozent der Unternehmen derzeit in der Implementierungsphase. 27 Prozent haben mit der Implementierung noch nicht begonnen. Obwohl es in vielen Unternehmen noch ein langer Weg zur Konformität ist, geben 74 Prozent an, die DSGVO bis zum Ende des Jahres implementiert zu haben. Bis Ende 2019 soll diese Zahl auf 93 Prozent wachsen. 

„TrustArc hat mit Unternehmen aller Größen weltweit daran gearbeitet, die DSGVO zu implementieren. Wir haben den Unternehmen geholfen, zu verstehen, welche Voraussetzungen sie erfüllen müssen. Außerdem haben wir ihnen gezeigt, welche Technologien sie einsetzen müssen, um die Einhaltung der Richtlinien zu erreichen und gleichzeitig die Ziele des Risikomanagements nicht aus den Augen zu verlieren“, berichtet Chris Babel, CEO von TrustArc. „Der Aufwand bis zur Deadline am 25. Mai war enorm. Nun wartet weitere substantielle Arbeit auf uns. Nicht nur, um die vollständige Implementierung zu erreichen, sondern auch, um die Einhaltung langfristig zu gewährleisten.“

Ein Vergleich der Ergebnisse mit welchen vom August 2017 zeigt, dass in den letzten zehn Monaten ein signifikanter Fortschritt verzeichnet werden konnte – und das obwohl viele Unternehmen noch einen weiten Weg vor sich haben. Die Zahl der Unternehmen, die die Implementierung der DSGVO auf den Weg gebracht oder vollständig vollzogen haben, ist in den Staaten von 38 Prozent auf 66 Prozent und im Vereinigten Königreich von 37 Prozent auf 73 Prozent gestiegen 

Weitere Erkenntnisse der Untersuchung sind:

Die Kosten für die Einhaltung sind hoch

● 27 Prozent der Unternehmen haben mehr als eine halbe Million Dollar (c. €430.000) ausgegeben, um die DSGVO zu implementieren.

● 31 Prozent der Unternehmen planen für die Umsetzung der Richtlinien von Juni bis Dezember Ausgaben von über einer halben Million Dollar ein.

● Während je acht Prozent der Unternehmen im Vereinigten Königreich sowie der EU über eine Million Dollar für die Einhaltung ausgegeben haben, sind es bei US-amerikanischen  Unternehmen 18 Prozent.

Die meisten Unternehmen stehen der DSGVO positiv gegenüber  

● Trotz der Erschwernisse, die mit der DSGVO aufgekommen sind, geben 65 Prozent der befragten Unternehmen an, dass die Implementierung einen positiven Effekt auf ihr Unternehmen hat. Nur 15 Prozent geben an, dass die DSGVO negative Auswirkungen auf ihr Unternehmen hätte. 

● Die Komplexität der DSGVO stellte die größte Herausforderung für die Einhaltung dar.

Kundenerwartungen waren top DSGVO Treiber

● Den Erwartungen der Kunden gerecht zu werden, war der größte Treiber für die Umsetzung der Richtlinien (57 Prozent). Dieser Faktor ist sogar signifikant höher als die Angst vor Bußgeldern (39 Prozent).

Die DSGVO wird weiterhin Investitionen in den Datenschutz antreiben 

● 87 Prozent der Unternehmen haben angegeben, dass der Datenschutz nach dem 25. Mai an Relevanz gewinnt. 

● 80 Prozent der Unternehmen planen für die Einhaltung der Richtlinien ihre Ausgaben für DSGVO-Technologien und -Tools zu erhöhen. 

Zur Studie 

Die Studie wurde vom 4. bis 15. Juni 2018 online unter 600 Datenschutz beauftragten IT- und Rechtsexperten aus Unternehmen, die die DSGVO umsetzen müssen, durchgeführt. Sie kommen zu gleichen Anteilen aus den Vereinigten Staaten, dem Vereinigten Königreich und der EU. Das Thema Datenschutz betrifft entweder das gesamte Aufgabenfeld oder mehr als 25 Prozent der Tätigkeiten der Befragten. Bei der Befragung waren alle Schlüsselindustrien vertreten. Unter den Top-Industrien finden sich Technologie, Finanzdienstleistungen und Versicherungen, Produktion sowie Einzelhandel.

Autor: pat

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