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Cyberangriffe auf die Software Supply Chain sind auf dem Vormarsch

Unternehmen mangelt es an einem Bewusstsein für das Risiko von Angriffen auf die Software Supply Chain, obwohl die meisten von ihnen Vorstöße erlebt haben, zeigt eine weltweite Umfrage. Für die Studie im Auftrag von CrowdStrike befragte das unabhängige Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne 1.300 führende IT-Entscheider und IT-Sicherheitsexperten in den USA, Kanada, Großbritannien, Mexiko, Australien, Deutschland, Japan und Singapur in den wichtigsten Branchen. Darunter waren 200 Befragte aus Deutschland.

Bedrohungen der IT-Infrastruktur sind Alltag

Die Ergebnisse zeigen, dass Cyberangriffe im Grunde Normalität sind: Fast alle (97%) der Befragten haben in den letzten zwölf Monaten wenigstens einen Cyberangriff erlebt - unter anderem Phishing, Ransomware, Hacking oder DDOS-Attacken. Doch die Malware kommt inzwischen nicht mehr nur über die üblichen Wege wie beispielsweise Phishing-Mails oder bösartige Komponenten in Webseiten, sondern auch über Software-Updates. 

Negativer Vorreiter in dieser Hinsicht war 2017 der Angriff auf die Software-Lieferkette „NotPetya“, der zuerst über ein Update einer Steuersoftware verbreitet wurde. Das perfide daran: Neue Software-Versionen werden oft in gutem Glauben und ohne vorherige Prüfung installiert. Entsprechend verbreiten sich zerstörerische Angriffe relativ rasch. Security-Experten gehen davon aus, dass es sich bei diesem Vorfall um einen Testlauf gehandelt hat, der Schlimmeres erwarten lässt.

Cyberangriffe auf die Software-Lieferkette – und die Folgen

Diese neuartige Form von Cyberangriffen auf die Software-Lieferkette wird von der Mehrheit der Unternehmen als Bedrohung erkannt. Fast 80 Prozent glauben, dass solche Attacken das Potenzial haben, in den nächsten drei Jahren zu einer der größten Cyberbedrohungen zu werden. 

Leider ist die Situation in Deutschland etwas anders: Im globalen Vergleich ist das Bewusstsein für Sicherheit in der Lieferkette schwächer ausgeprägt. Lediglich 67,5 Prozent der deutschen Befragten glauben, dass Cyberangriffe auf die Lieferkette zu einer der größten Bedrohungen werden können. Der Abstand zu anderen Ländern ist groß und liegt bei mindestens zehn Prozentpunkten. Hier wird deutlich, dass deutsche Unternehmen eine der größten IT-Sicherheitsrisiken unterschätzen.

Dabei sind die Kosten solcher Angriffe enorm, bereits heute kommt es regelmäßig zu hohen finanziellen Verlusten. Die deutschen Unternehmen berichten, dass die durchschnittlichen Verluste pro Attacke bei einer Million US-Dollar liegen. Doch es geht nicht nur um Geld: Solche Angriffe blockieren IT-Systeme, führen zu Datenverlusten und vergraulen Kunden.

Die häufigsten Folgen sind ein vollständiger Neuaufbau von IT-Systemen (36%), eine Störung in den Abläufen im Unternehmens (34%), eine Unterbrechung des IT-Betriebs (32%), Vertrauensverlust bei den Kunden (28%) und der Verlust von Kundendaten (27%). Diese und ähnliche Probleme verschonen fast niemanden: 97 Prozent der angegriffenen Unternehmen litten unter finanziellen oder anderen Folgen.

Angriffserkennung und Gegenmaßnahmen

Deutschland liegt bei den Reaktionen auf Angriffe im guten Mittelfeld, es gibt jedoch Nachholbedarf bei der Entdeckung von Cyberangriffen: Im Durchschnitt können Hacker 12 Stunden lang unbehelligt auf die IT-Systeme der Unternehmen zugreifen, bevor sie von Mitarbeiter der IT-Security entdeckt werden.

Immerhin: Die übergroße Mehrheit (87%) der angegriffenen Unternehmen hatte entweder eine umfassende Strategie zur Begegnung solcher Attacken (34%) oder zumindest eine gewisse Vorausplanung (52%). Zu den getroffenen Maßnahmen gehörten allerdings bei 18 Prozent der Unternehmen auch die Zahlung von Lösegeld bei Ransomware-Attacken. Experten raten zwar davon ab, aber einige Unternehmen scheinen sich anders nicht helfen zu wissen.

Autor: kro

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