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E-Mail-Verschlüsselung kommt aus der Nische

Repräsentative Umfrage: Jedes zweite deutsche Unternehmen will in Zukunft E-Mail-Inhalte verschlüsseln + 4 von 10 Unternehmen schützen derzeit ihre E-Mails auf dem Transportweg + 2 von 10 Unternehmen verschlüsseln E-Mail-Inhalte

Die verschlüsselte E-Mail-Kommunikation hat sich in der Breite noch nicht durchgesetzt, derzeit steht das Thema jedoch weit oben auf der Agenda der IT- und Business-Entscheider. Das ergab eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Bundesdruckerei im Rahmen der „Initiative Mittelstand verschlüsselt!“. Demnach plant jedes zweite deutsche Unternehmen, in Lösungen für die E-Mail-Verschlüsselung zu investieren. „Das Problembewusstsein für die sichere E-Mail steigt stark an“, sagt Dr. Kim Nguyen, Geschäftsführer der Bundesdruckerei-Tochter D-TRUST. „Ob Wirtschafts-spionage oder Datendiebstahl: E-Mails sind häufig Einfallstore für Cyberangriffe. Zudem verpflichtet die neue Datenschutz-Grundverordnung Unternehmen, den Missbrauch von Kunden- und Mitarbeiterdaten zu verhindern.“ Hier präsentiert sich das Verschlüsseln von E-Mails als effektives Instrument der IT-Sicherheit und IT-Compliance. 

Aktuell haben über 40 Prozent der deutschen Unternehmen die Transportverschlüsselung von E-Mails umgesetzt. Diese schützt die E-Mail auf dem Übertragungsweg, beispielsweise zwischen dem Absender und dem Server des E-Mail-Anbieters. Auf dem Server selbst und im Postfach des Empfängers liegen die E-Mails hingegen weiterhin unverschlüsselt. 

Um E-Mails auf der gesamten Strecke vom Sender zum Empfänger vor unbefugtem Zugriff zu sichern, ist zusätzlich eine Inhaltsverschlüsselung ratsam. Dabei werden die Inhalte der Nachricht im E-Mail-Programm komplett verschlüsselt, sodass nur der Empfänger sie wieder entschlüsseln kann. Dieses Verfahren wird laut Umfrage von jedem fünften Unternehmen in Deutschland (22 Prozent) genutzt. Vorreiter sind der Finanzsektor und die Industrie: So haben 36 Prozent der Banken und Versicherungen sowie knapp jedes dritte Industrie-Unternehmen (28 Prozent) bereits Lösungen für die Verschlüsselung von E-Mail-Inhalten umgesetzt. Nachholbedarf haben der Handel (8 Prozent) und die öffentliche Verwaltung (13 Prozent).

Viele Unternehmen wollen in Zukunft ihre Verschlüsselungsaktivitäten intensivieren. Die Chancen für eine schnelle Umsetzung stehen gut. Denn die organisatorischen Grundlagen sind größtenteils bereits vorhanden. So gibt es gemäß Umfrage bei 7 von 10 Unternehmen bereits konkrete Regeln zur Verschlüsselung von Mails. Diese geben zum Beispiel vor, unter welchen Voraussetzungen und auf welche Weise  Kunden- und Mitarbeiterdaten per Mail verschickt werden dürfen.

Nguyen: „Die E-Mail-Verschlüsselung kommt aus der Nische und gewinnt in der IT-Sicherheit immer mehr an Bedeutung. Unternehmen sind für das Thema sensibilisiert, doch jetzt ist es wichtig, aus den Plänen konkrete Projekte aufzusetzen.“

Im Showpavillon der Bundesdruckerei erhalten IT- und Business-Entscheider weiterführende Informationen zur E-Mail-Verschlüsselung. Interaktive Exponate erklären verständlich die Mittel und Werkzeuge für eine sichere E-Mail-Kommunikation. Während des European Cyber Security Month (ECSM) bietet die Bundesdruckerei mehrere kostenlose Führungen zu verschiedenen IT-Sicherheitsthemen an. 

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die das Marktforschungsunternehmen techconsult im Auftrag der Bundesdruckerei im Rahmen der Initiative Mittelstand verschlüsselt! durchgeführt hat. Befragt wurden 250 Unternehmen aus fünf Branchen (Industrie, Handel, Dienstleistungen, Banken und Versicherungen, öffentliche Verwaltung). Ansprechpartner für die Telefon-Interviews waren IT-Entscheider, IT-Mitarbeiter in verantwortungsvollen Positionen (wie IT-Administratoren und IT-Sicherheitsbeauftragte) sowie Führungskräfte auf Abteilungs- und Management-Ebene. Die Umfrage ist repräsentativ für die Grundgesamtheit der deutschen Unternehmen ab 20 Mitarbeitern.

Autor: kro

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