
Um digitale Geschäftsmodelle erfolgreich zur Anwendung bringen zu können, müssen Unternehmen sicherstellen, dass ihre Mitarbeiter, Partner, Zulieferer und Kunden ihren digitalen Ökosystemen – ihren Infrastrukturen und sämtlichen auf diesen operierenden digitalen Identitäten – das größtmögliche digitale Vertrauen entgegenbringen.
Dieses beruht, zu einem wesentlichen Teil, auf befristet gültigen digitalen Zertifikaten, die mit den einzelnen Identitäten verknüpft sind. Über sie lässt sich sicherstellen, dass jede in einem Unternehmensnetzwerk operierende digitale Identität auch wirklich die ist, für die sie sich ausgibt – egal ob es sich nun um eine natürliche Person, ein Gerät oder eine Maschine handelt.
Um hier nun zu verhindern, dass ein abgelaufenes Zertifikat einer Entität zu einem Prozessausfall, zur Bildung einer Systemschwachstelle oder zu einem Verstoß gegen die Compliance-Vorgaben führt, müssen sämtliche digitalen Zertifikate stets umfassend im Blick behalten und regelmäßig erneuert werden.
Das Problem: Viele Unternehmen haben ihr Zertifikatsmanagement in den vergangenen Jahren, synchron mit dem Ausbau ihres Ökosystems, organisch wachsen lassen. In der Folge entwickelte sich, in aller Regel, eine hybride, dezentrale Zertifikatsmanagementarchitektur – häufig eine dezentrale Public Key-Infrastruktur (PKI). Und nicht selten brachten unterschiedliche Teams eines Unternehmens dabei unterschiedliche Verfahren zur Anwendung. Eine zentrale Nachverfolgung der Zertifizierungen fand nicht statt. Das Ergebnis: viele Unternehmen wissen heute nicht, wie viele Zertifikate in ihrem Ökosystem im Umlauf sind, wer sie kontrolliert und wann sie erneuert werden müssen.
Immer mehr IT- und OT-Teams geben in Umfragen zu Protokoll, mit dem Management ihrer digitalen Identitäten und der mit diesen verbundenen digitalen Zertifikate kaum noch hinterher zu kommen. Laut Keyfactors 2024 PKI & Digital Trust Report hatte ein Unternehmen in den vergangen zwei Jahren im Schnitt
- drei Vorfälle zu beklagen, in denen abgelaufene Zertifikate für einen Ausfall verantwortlich waren,
- drei weitere, in denen fehlende Audits und Compliance-Vorgaben des Schlüssel- und Zertifikatsmanagements der Auslöser waren, und schließlich
- drei, bei denen es durch verloren gegangene oder gestohlene Schlüssel und Zertifikate zu Datenschutzverletzungen oder Sicherheitsvorfällen kam.
Im Schnitt, so die Keyfactor-Untersuchung, benötigte ein Unternehmen drei Stunden, um einen Vorfall aufzuspüren, drei weitere, um ihn zu beheben; bei einem durchschnittlichen Personalbedarf von acht Personen – pro Vorfall. Da ist es kein Wunder, dass 98 Prozent der befragten IT-Spezialisten zu Protokoll gaben, ihre Public Key-Infrastruktur (PKI) gerne von Grund auf erneuern zu wollen, hätten sie nur die Möglichkeit dazu.
Sollten sie die Runderneuerung ihres Zertifikatsmanagements tatsächlich in Angriff nehmen, werden sie um eines nicht herumkommen: Die Abkehr von ihrer dezentralen, die Hinwendung zu einer zentralisierten PKI.
Deren großer Vorteil: über zentralisierte PKIs können sämtliche Prozesse des Identitäts- und Zertifikatsmanagements automatisiert umgesetzt werden – über das gesamte IT-Ökosystem eines Unternehmens hinweg. Von der Erfassung, über die Überwachung, bis hin zur aktiven Erneuerung der Entitäten und ihrer Zertifikate. Ohne größeren Personaleinsatz können so Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit der digitalen Zertifikate sichergestellt werden.
Über dieses Mehr an Transparenz, Übersichtlichkeit, Zuverlässigkeit und Sicherheit ist es dann auch in komplexen, diversen Ökosystemen wieder möglich, das erforderliche Maß an Vertrauen in die eigenen digitalen Identitäten kontinuierlich zu halten und auszubauen.
Ein Kommentar von Andreas Philipp, Business Development Manager bei Keyfactor
Fachartikel

Umfassender Schutz für geschäftskritische SAP-Systeme: Strategien und Best Practices

Perfide Masche: Wie Cyberkriminelle über WhatsApp-Pairing ganze Konten übernehmen

KI-Agenten erreichen Profi-Niveau bei Penetrationstests: Studie zeigt überraschende Ergebnisse

React-Server-Komponenten: Neue Sicherheitslücken trotz React2Shell-Patch

KI-gestützte Cyberangriffe: Zwischen Medienhype und tatsächlicher Bedrohungslage
Studien
![Featured image for “Phishing-Studie deckt auf: [EXTERN]-Markierung schützt Klinikpersonal kaum”](https://www.all-about-security.de/wp-content/uploads/2025/12/phishing-4.jpg)
Phishing-Studie deckt auf: [EXTERN]-Markierung schützt Klinikpersonal kaum

Gartner-Umfrage: Mehrheit der nicht geschäftsführenden Direktoren zweifelt am wirtschaftlichen Wert von Cybersicherheit

49 Prozent der IT-Verantwortlichen in Sicherheitsirrtum

Deutschland im Glasfaserausbau international abgehängt

NIS2 kommt – Proliance-Studie zeigt die Lage im Mittelstand
Whitepaper

BITMi zum Gutachten zum Datenzugriff von US-Behörden: EU-Unternehmen als Schlüssel zur Datensouveränität

Agentic AI als Katalysator: Wie die Software Defined Industry die Produktion revolutioniert

OWASP veröffentlicht Security-Framework für autonome KI-Systeme

Malware in Bewegung: Wie animierte Köder Nutzer in die Infektionsfalle locken

Ransomware-Welle: Über 2 Milliarden Dollar Lösegeldzahlungen in drei Jahren
Hamsterrad-Rebell

Platform Security: Warum ERP-Systeme besondere Sicherheitsmaßnahmen erfordern

Daten in eigener Hand: Europas Souveränität im Fokus

Sicherer Remote-Zugriff (SRA) für Operational Technology (OT) und industrielle Steuerungs- und Produktionssysteme (ICS)

Identity und Access Management (IAM) im Zeitalter der KI-Agenten: Sichere Integration von KI in Unternehmenssysteme






