
Die Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) gilt eigentlich als eine der sichersten Methoden zum Schutz vor Bankkontenbetrug. Neben herkömmlichen Anmeldedaten wie Benutzername und PIN oder Passwort ist ein zusätzlicher Faktor erforderlich, um die Anmeldung erfolgreich abzuschließen. Dies kann ein Token oder ein Code sein. Darüber hinaus werden passwortlose Authentifizierungsverfahren mit biometrischer Unterstützung immer beliebter.
Cyber-Kriminelle verfügen jedoch über Methoden, um auch das beste MFA-Verfahren zu umgehen. Bei „einfachen“ passwortbasierten MFA-Verfahren nutzen sie gängige Social-Engineering-Attacken wie Phishing, Smishing oder Vishing. Bei als besonders sicher geltenden Authentisierungsverfahren, etwa auf Basis von Public-Key-Kryptographie und Biometrie, verlegen sich die Betrüger auf Social-Engineering-Angriffe in Echtzeit – zum Beispiel Law Enforcement Scams.
Beim Law Enforcement Scam geben sich Hacker als vermeintliche Mitarbeiter von Banken oder seriösen Behörden aus und drängen ihre Opfer in Echtzeit – beispielsweise per Telefon – dazu, sich in ihr Konto einzuloggen und eine Überweisung auszulösen. Auch WhatsApp wird für diese Masche immer beliebter. „Hier gibt sich der Betrüger als Familienmitglied aus, das sein Smartphone verloren hat und deshalb eine Nachricht von einer unbekannten Nummer versendet. Der vermeintliche Familienangehörige muss dringend eine Rechnung begleichen und fordert das Opfer auf, einen den entsprechenden Betrag auf ein bestimmtes Konto zu überweisen“, erklärt Wiebe Fokma, Director EMEA Global Advisory bei BioCatch.
Zusätzliche Sicherheit durch Verhaltensbiometrie
Das Problem: Herkömmliche Lösungen zur Betrugserkennung reichen hier nicht mehr aus. Da sich der Bankkunde selbst in sein Konto einloggt und die Transaktion auslöst, kann der Betrüger sogar die MFA umgehen. Es gibt aber Möglichkeiten, solche Betrugsfälle zu erkennen und zu stoppen. Ein wirksames Mittel ist die Beobachtung des Nutzerverhaltens, insbesondere wenn dieses vom bisherigen Muster abweicht. Ein für den Bankkunden bislang untypisches Verhalten kann ein Zeichen dafür sein, dass ein Betrugsversuch in Echtzeit vorliegt. Mit Hilfe von Verhaltensbiometrie lassen sich daher auch kriminelle Aktivitäten aufdecken, bei denen der Betrüger einen „legitimen“ Dritten für seine Zwecke einspannt.
Zu ungewöhnlichen Verhaltensweisen kann es kommen, weil der zu überweisende Geldbetrag und die Kontodaten von einer dritten Person diktiert werden. Dadurch ist das Opfer verunsichert, was sich in seinem zögerlichen Verhalten während der Kontositzung äußert. Beim Mobile Banking via Smartphone wird der Anruf zudem auf dem Gerät registriert, und die Bewegung des Mobilgeräts erfolgt vom Ohr des Bankkunden (Empfang der Anweisung) zum Gesicht (Eingabe beziehungsweise Bestätigung der Eingabe) und zurück. Analysen von BioCatch zeigen, dass die Opfer bei rund 40 Prozent der weltweit bestätigten Betrugsversuche während der aktiven Kontositzung ein Telefongespräch führten.
Erfolgt die Überweisung am PC, können ziellose Mausbewegungen ein zusätzliches Indiz für einen Betrugsfall sein. Denn das Opfer befindet sich im Gespräch mit dem Kriminellen und muss gleichzeitig die Live-Sitzung aufrechterhalten. Ein weiteres Zeichen für Echtzeitbetrug sind verzögerte Tastatureingaben, da der getäuschte Bankkunde auf die Anweisungen des Anrufers wartet, während er die Überweisung tätigt.
Der Einsatz verhaltensbiometrischer Technologien ergänzt sichere MFA-Verfahren und bietet einen zusätzlichen Schutz vor Echtzeitbetrug: „Gerade Betrugsformen wie Law Enforcement Scams erfordern zusätzliche Methoden, um einen zusätzlichen Schutz von Banken und deren Kunden zu gewährleisten“, fasst Fokma zusammen.
Unter folgendem Link finden Sie weitere Informationen: www.biocatch.com
Fachartikel

AWS Security Hub: Echtzeit-Risikoanalyse und automatisierte Bedrohungskorrelation jetzt verfügbar

Sicherheitslücke: OpenAI Codex CLI führt versteckte Befehle aus Repository-Dateien aus

Rekord-Botnet Aisuru: DDoS-Angriffe erreichen 29,7 Terabit pro Sekunde

Wann Cyberoperationen die Grenze überschreiten: 7 kritische Warnsignale für unverantwortliches Verhalten
![Featured image for “Phishing-Studie deckt auf: [EXTERN]-Markierung schützt Klinikpersonal kaum”](https://www.all-about-security.de/wp-content/uploads/2025/12/phishing-4.jpg)
Phishing-Studie deckt auf: [EXTERN]-Markierung schützt Klinikpersonal kaum
Studien
![Featured image for “Phishing-Studie deckt auf: [EXTERN]-Markierung schützt Klinikpersonal kaum”](https://www.all-about-security.de/wp-content/uploads/2025/12/phishing-4.jpg)
Phishing-Studie deckt auf: [EXTERN]-Markierung schützt Klinikpersonal kaum

Gartner-Umfrage: Mehrheit der nicht geschäftsführenden Direktoren zweifelt am wirtschaftlichen Wert von Cybersicherheit

49 Prozent der IT-Verantwortlichen in Sicherheitsirrtum

Deutschland im Glasfaserausbau international abgehängt

NIS2 kommt – Proliance-Studie zeigt die Lage im Mittelstand
Whitepaper

BSI definiert neue Sicherheitsstandards für Webmail-Dienste

CISA gibt Handlungsempfehlungen gegen Bulletproof-Hosting heraus: So schützen sich ISPs vor Cyberkriminellen

Digitale Transformation erhöht das Cyberrisiko im Finanzsektor

Industrial AI: KI als Treiber der Wettbewerbsfähigkeit

Vorbereitung auf künftige Cyberbedrohungen: Google veröffentlicht „Cybersecurity Forecast 2026“
Hamsterrad-Rebell

Daten in eigener Hand: Europas Souveränität im Fokus

Sicherer Remote-Zugriff (SRA) für Operational Technology (OT) und industrielle Steuerungs- und Produktionssysteme (ICS)

Identity und Access Management (IAM) im Zeitalter der KI-Agenten: Sichere Integration von KI in Unternehmenssysteme

Infoblox zeigt praxisnahe IT-Security-Strategien auf it-sa 2025 und exklusivem Führungskräfte-Event in Frankfurt






