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Im Visier des ZeuS

Im Visier des ZeuS

Dank des Internet können wir heute fast alles von zu Hause aus kaufen und Rechnungen schnell und problemlos begleichen. Alles ist so komfortabel, dass man sich fast selbst beneiden könnte. Von den Zutaten fürs Mittagessen bis zur Yacht oder dem Ferienhaus steht uns im Internet die Wahl zum Kauf frei.

Es ist zudem heute keine Seltenheit mehr, dass Zahlungen zwischen Unternehmen über das Internet abgewickelt werden und jedermann an der Börse spekulieren kann. Um diese Möglichkeiten nutzen zu können, muss sich der Anwender selbstverständlich im jeweiligen Computersystem autorisieren und seine Kontodaten angeben.

Immer, wenn es um Geld geht, lassen die Geier nicht lange auf sich warten. Die effektivste Methode ist das Ausspionieren der wichtigen Daten für Geldgeschäfte, also der Inhabername nebst Kreditkartennummer, der PIN-Code, das Kennwort – alles, was eben nötig ist, um Geldgeschäfte online zu tätigen. Doch wie kommt der Cyberkriminelle die persönlichen Daten des Anwenders? Die Kriminellen verfügen hier über ein überaus effektives Werkzeug – das trojanische Programm. Mit diesem „Helferchen“ lässt sich praktisch jede Information über den User abschöpfen – und zwar so, dass dieser noch nicht einmal bemerkt, dass seine Daten gekapert wurden.

Schädliche Spione

Sich in den unermesslichen Weiten des Internets einen Schädling einzufangen, ist nicht schwer, sofern der Anwender nicht auf ein Antiviren-Programm setzt. Da heutige Betriebssysteme und auch viele Anwendungen überaus komplex sind, finden sich immer wieder Unzulänglichkeiten, die bei normalem, planmäßigen Betrieb des Programms nicht zutage treten, allerdings in unvorhergesehenen Situationen zu kritischen Fehlern führen können. Solche Fehler können ausgenutzt werden, um im System des Anwenders ein schädliches Programm zu starten. Schadprogramme haben viele Gesichter, doch unter den Trojanern gibt es die meisten Spielarten.

Klickt der Internet-User ungeschützt und arglos auf einen Link, beispielsweise in einer E-Mail oder einer ICQ-Nachricht, oder besucht er eine unbekannte (und manchmal sogar eine bekannte, aber mittlerweile gehackte) Website, so lädt er sich unter Umständen ein Schadprogramm auf seinen Computer. Dieser Trojaner verankert sich unbemerkt im System des eigenen PCs. Damit der Anwender die Aktivität des Schädlings für die Aktivität eines legalen und nützlichen Programms hält, dringt der Trojaner entweder in die Systemdienste ein und führt hier seinen Code aus, oder er maskiert sich als irgendein wichtiger Systemdienst.

Zu den Aufgaben eines solchen Trojaners gehört das Ausspionieren der Anwenderaktivität und der Arbeit der Programme, die der Anwender benutzt sowie der Daten, die der Anwender eingibt oder empfängt. Eines der gefährlichsten trojanischen Spionage-Programme ist ein Programm namens ZBot oder länger ZeuS Bot. Bot steht für Roboterprogramm, das in der Lage ist, ihm gestellte Aufgaben selbstständig auszuführen. In diesem Fall lautet die Aufgabe: Stiehl die persönlichen Daten des Anwenders!

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