17.11.08

Von: TandbergData

TandbergData: Strategien für professionelle Datensicherung

Nach wie vor ist die Datensicherung gerade im Bereich kleiner und mittlerer Firmen eine vernachlässigte Disziplin. Wo in Großunternehmen IT-Spezialisten und schrankgroße Bandautomaten die Aufgabe übernehmen, sind in Büroumgebungen oder ausgelagerten Abteilungen häufig improvisierte Lösungen im Einsatz.

Neben den stetig wachsenden Datenmengen fordern auch gesetzliche Richtlinien wie Basel II eine professionelle Backup-Lösung. Dabei gilt es, den für die eigenen Anforderungen sinnvollen Technikmix zu finden.

Eine Datensicherung ist keine Datenkopie innerhalb der Produktivsysteme, sondern eine auslagerbare Sicherung. Backup und Archivierung gehen dabei Hand in Hand, sind jedoch nicht gleichzusetzen. Während das Backup die fortlaufenden Änderungen von Dateien aufzeichnet, bedeutet Archivierung die langfristige Auslagerung der Datensicherungen. Um die Schäden bei Systemausfällen zu begrenzen, müssen beide im Notfall wiederhergestellt werden können. Dazu gehören passende Technologien und Prozesse, ebenso wie eine einheitliche Datensicherungsstrategie. Hier wird die Datensicherung zur Chefsache.

Einige grundlegende Prinzipien sind zu beachten:

  • Backup ist keine Datenkopie innerhalb eines Produktivsystems. Eine Sicherung muss auslagerbar sein!
  • Backup bedeutet fortlaufende Änderung, Archivierung die sichere Auslagerung von Daten; beide müssen im Notfall wiederherstellt werden können!
  • Zum Backup gehören die passende Technologie, klare Prozesse und Zuständigkeiten

Dauerbrenner: Datensicherung auf Band


Das klassische Datensicherungsmedium, auch in mittelständischen Unternehmen, ist nach wie vor das Magnetband. Bänder sind robust, zuverlässig, kostengünstig, transportabel und im Gegensatz zu herkömmlichen Disks - speziell auf eine langfristige Lagerung ausgerichtet. Die heute angebotenen Laufwerksformate unterscheiden sich durch unterschiedliche Beschreibungstechnik und –dichte in Kapazität, Geschwindigkeit und nicht zuletzt im Preis. Band-Medien kosten dabei zwischen etwa 19 (LTO-2) und 80 Euro (LTO-4) und sind bei den Kosten pro Gigabyte nach wie vor die günstigsten Medien.

Tape                     Kapazität in GB (unkomprimiert/komprimiert)


SLR7                     20/40
SLR75                   37/75
SLR100                 50/100
SLR140                 70/140
VXA-172                86/172
VXA-320                160/320
LTO-2 (FH/HH)       200/400
LTO-3 (FH/HH)       400/800
LTO-4 (FH)             800/1600

Quelle: Tandberg Data 2007

 



Kapazitätsplanung


Bei der Bestimmung des Backupvolumens sollte im vornherein festgelegt werden, in welchem Rhythmus gesichert werden soll. Für System- und Software-Dateien genügt meist eine wöchentliche Sicherung, Anwendungsdaten hingegen sollen täglich gesichert werden. Eine vollständige Datensicherung wird in der Regel wöchentlich oder zweiwöchentlich durchgeführt.

Neben der Kapazität spielt bei der Wahl des Formats auch Backup-Fenster und Geschwindigkeit der Wiederherstellung eine wichtige Rolle. Hier gilt es also zu kalkulieren, wie lange im Notfall der Wiederherstellungsprozess dauern soll bzw. darf, ehe großer Geschäftschaden auftritt. Das geeignete Bandformat lässt sich einfach mit Hilfe einer Mischkalkulation aus Geschwindigkeit und Kapazität identifizieren (siehe Tabelle).

 



Neben der Planung von vollständigen und teilweisen Datensicherungen sollte auch der Gebrauch der Medien geplant werden und einem festen Rhythmus folgen. Dies ist unerläßlich, um anhand der Herstellerangaben durch Gebrauchsdauer und –häufigkeit festzustellen, welches Band noch geeignet und welches altersbedingt ausgetauscht werden muss. Eine saubere Dokumentation der eingesetzten Technik und der Prozesse ist unabdingbar.

 



Der Backup-Prozess


Für den elementarsten Datensicherungszyklus benötigt man drei Speichermedien. Eine Vollkopie vor Ort für eine sofortige Rücksicherung, eine ausgelagerte Vollkopie für Archivierungszwecke und eine Notfallwiederherstellung sowie einen Datenträger mit täglichen Zwischensicherungen. Mit sechs Medieneinheiten lässt sich ein einfacher Rotationszyklus einrichten, der typisch für einen kleineren Mittelständler ist. Das erste Band (Freitag 1) ist eine Vollsicherung und wird ausgelagert, vier weitere Bänder dienen der Teilsicherungen Montag bis Donnerstag, das sechste Band (Freitag 2) sichert voll und ersetzt “Freitag1”.  

Am verbreitetsten ist das Verfahren “Großvater – Vater – Sohn”, das 20 Medieneinheiten für ein Jahr erfordert. Vier tägliche Tapes mit Teilsicherung (“Söhne”), vier  wöchentliche Vollsicherungen (“Vater”) und zwölf monatliche Vollsicherungen zum Auslagern sieht dieses Konzept vor.  Andere Verfahren sind komplexer und eignen sich eher für Großunternehmen.

Dem Vollbackup folgen während der Wochentage inkrementelle Sicherungen, die jeweils die Änderungen seit der letzten Teilsicherung erfasst. Dadurch sinkt die beanspruchte Zeit für die Sicherung, die Wiederherstellung von einer Vollkopie und mehreren inkrementellen Backups nimmt jedoch Zeit in Anspruch. Als Alternative können die Daten täglich im differentiellen Backupverfahren gesichert werden. Dabei wird täglich vollständig aufgezeichnet, was seit dem letzten Full-Backup auf Band geschrieben wurde. Das dauert länger als bei der inkrementellen Sicherung, jedoch bedarf es lediglich zweier Bandkassetten und damit weniger Zeit zur Wiederherstellung.

Bei der Planung der Medienzahl muss zusätzlich entschieden werden, in welchem Rhythmus eine vollständige Sicherung archiviert und ausgelagert werden soll. Unabhängig davon, welches Verfahren gewählt wird, sind regelmäßige Tests der Rücksicherung (Recovery) ausschlaggebend. Dies wird häufig vernachlässigt.

Automaten und Bibliotheken


Der Einsatz von Bandautomaten kann auch bereits für kleinere Unternehmen mit einer Gesamtkapazität von deutlich unter einem Terabyte sinnvoll sein, sicher aber für einen Mittelständler mit mehreren Servern. Durch die Automation wird eines der größten Fehlerrisiken beim Backup, der manuelle Austausch der Bänder, eliminiert. Bandautomaten ermöglichen eine Zentralisierung der Datensicherung, und werden auch durch das Fortschreiten von Speicher-Netzwerken begünstigt.

Bandautomaten und professionelle Backup-Software automatisieren den Austausch der Bänder. Der einzig notwendige Eingriff ist die Entnahme der wöchentlichen oder monatlichen Vollsicherungen aus dem Automaten zur Verwahrung an einem sicheren Ort außerhalb des Unternehmens. Lösungen wie der Tandberg StorageLoader integrieren ein Laufwerk, beanspruchen nur ein oder zwei Höheneinheiten und können bis zu 32 TB sichern. Generell ist bei diesen Profi-Lösungen die Robustheit und Zuverlässigkeit groß.

Mittlere und größere Unternehmen nutzen äußerst skalierbare Bandautomaten mit mehreren Laufwerken wie die StorageLibrary T40+, bei denen die Zuverlässigkeit und Skalierbarkeit zu den wichtigsten Kriterien gehören. Durch die Kombination von bis zu fünf Modulen kann die T40+ von 24 bis 188 Slots skaliert werden. Bandautomaten wie diese sind meist mit LTO-3- oder LTO-4-Laufwerken erhältlich, seltener kommen in diesem Segment AIT-Technologien zum Einsatz.

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Dienstag, 16. März 2010
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