15.10.08

Von: Harald Jung

Siemens IT Solutions and Services: Wie IT hilft, weltweit rasch die richtigen Entscheidungen zu treffen

Zwischen Stabilisierung und Prävention. Ein Blick in die Zeitung oder die Nachrichten im Fernsehen reicht aus: Die Bedrohungs- und Sicherheitslagen wechseln heute beinahe tagtäglich. Das fordert die internationale Staatengemeinschaft sowie ihre militärischen Organisationen und Einrichtungen, müssen sie darauf doch flexibel, aber vor allem auch präventiv und nachhaltig reagieren können.

Moderne Informations- und Kommunikationsinfrastrukturen unterstützen dabei, sowohl die materielle Ausstattung als auch die Strukturen dynamisch anzupassen. Als Basis dafür dienen – wie auch in Politik und Wirtschaft – Informationen, die in der globalisierten und scheinbar grenzenlosen Welt des 21. Jahrhunderts eines der wichtigsten Elemente militärischer Gestaltungs- und Handlungsfähigkeit sind. Dabei führen die neuen Strukturen weg von der statischen Territorialarmee mit den typischen drei Teilstreitkräften Heer, Luftwaffe und Marine hin zu einer Truppe mit kleinen, flexiblen und mobilen Einheiten, die zeitnah überall auf der Welt eingesetzt werden können.


Worauf es ankommt: leicht, klein, robust, verlegefähig


Sämtliche Einheiten sollten in der Lage sein, allerorts und jederzeit auf aktuelle Informationen zugreifen zu können und diese sofort für einen Einsatz zu verwenden. Den Grundstein hierfür legen Führungsinformations- und Einsatzplanungssysteme mit entsprechenden Kommunikationslösungen. Dabei spielen auch Supportleistungen und Wartung eine wichtige Rolle.


Bei heutigen Militäreinsätzen müssen die Informations- und Kommunikationsinfrastrukturen leicht, klein und vor allem verlegefähig sein. Gleichzeitig sind hohe Anforderungen an die Robustheit der IT-Systeme zu erfüllen, da sie während der Lagerung, des Transports und im Einsatz oft großen Erschütterungen und unterschiedlichen Umgebungen wie beispielsweise Staub, Feuchtigkeit, großer Hitze oder Kälte ausgesetzt sind. Auch auf der technischen Ebene ist es notwendig, von groß und statisch in Richtung klein, flexibel und verlegefähig umzudenken. In der Folge sind die Prozessabläufe zu überarbeiten und anzupassen, da heute mehrere – weil kleinere – verteilte Einheiten erreicht werden müssen. Ein Beispiel: Früher war alleine der Zugführer kommunikativ eingebunden, heute kann jeder Soldat einen Knopf im Ohr tragen und Teil des Netzes werden. Dass dies eine umfassende 360-Grad-Kommunikation im militärischen Einsatz erfordert, liegt auf der Hand.

 

Um rasch das notwendige Personal und Material an den Einsatzort zu transportieren, sind Frachtflugzeuge unverzichtbar. (Quelle: US Department of Defense)

 

In allen Fällen spielt die Verlegefähigkeit beziehungsweise Mobilität die entscheidende Rolle. Als Generalunternehmer liefert Siemens IT Solutions and Services verlegefähige, schlüsselfertige Lösungen inklusive zeitgerechtem Service. Denn auch wenn der IT-Dienstleister nichts mit dem operativen Einsatz der Systeme zu tun hat, so ist er doch verantwortlich für die Lauffähigkeit und Kompatibilität der oft jahrelang eingesetzten Lösungen. Entsprechend müssen Updates und Versionen der Software kontinuierlich eingespielt sowie die Hardware zyklisch ausgetauscht werden. Die Aufgabe ist durchaus komplex: Ein teilstreitkraftübergreifendes System kann aus einem Konglomerat von über 160 unterschiedlichen Software-Applikationen bestehen.

Ein Lagebild mit allen Informationen


Wenn verschiedene Akteure zusammenkommen, müssen Aktionen koordiniert und  synchronisiert durchgeführt werden. Dafür liefern Führungsinformationssysteme (FIS) einen entscheidenden Wertbeitrag: ein umfassendes eigenes Lagebild, um die Gesamtlage zu beurteilen. Dies umfasst die Einschätzung der Fremdlage sowie der eigenen Ressourcen und Aufgaben. Das Fundament dafür bilden die Informationen der Nachrichtendienste, die Meldungen der eigenen Truppenteile und die Aufklärungsergebnisse durch Satelliten oder Drohnen. Anhand der zusätzlich eingesetzten Geoinformationssysteme (GIS) sind alle Daten in nahezu Echtzeit darstellbar und dreidimensional referenziert. Auf der digitalen Karte mit den Statusinformationen ist so jederzeit ersichtlich, wo und in welchem Zustand sich Personal und Material befinden.

 

Informationsüberlegenheit garantiert: Via Screenshot haben die Verantwortlichen stets die aktuelle Lage im Blick. (Quelle: Siemens IT Solutions and Services) Bildupload

 

Was die Einsatzbereiche betrifft, gibt es Unterschiede: FIS können zum einen taktischer Natur sein und als Lösungen für Teilstreitkräfte dienen. Das ist der Fall, um Einsätze von Geschwadern der Luftwaffe zu steuern. Zum anderen dienen teilstreitkraftübergreifende Systeme dazu, eine Operation in ihrer Gesamtheit mit mehreren Beteiligten zu führen. Als Beispiel lässt sich das deutsche Einsatzführungskommando der NATO in Potsdam nennen.

Im Einsatz bewährt


Auf eine neue Kommunikationsinfrastruktur von Siemens IT Solutions and Services setzt auch die NAPMA, die NATO Airborne Early Warning and Control Programme Management Agency mit Sitz in Brunssum in den Niederlanden. Sie leitet den Routinebetrieb des Nato-Programms zur luftgestützten Frühwarnung und Überwachung (NAPMO – NATO Airborne Early Warning and Control Programme Management Organisation). Mit der AWACS-Flotte (Airborne Early Warning and Control System) setzt die NATO das Programm um. Die eingesetzten Systeme lassen sich bei Einsätzen außerhalb des NATO-Bündnis-Gebietes zudem leicht verlegen.


Die vernetzte Operationsführung innerhalb der deutschen Luftwaffe erfolgt ebenfalls mittels eines FIS. Es unterstützt die Aktionsplanung und Aktionsführung mit Echtzeitdaten in allen Situationen und auf allen Kommandoebenen. Neue und bereits bestehende Anwendungen lassen sich leicht integrieren. Zudem existieren Schnittstellen zu Systemen für den Planungsstab, See- und Landstreitkräfte und zivile Instanzen. Die Streitkraft erhält die nötigen Informationen, um einen Einsatz zu organisieren und auszuführen: von der Planung, Verteilung, Führung bis hin zur Aktionsnachbearbeitung und Einsatzinformationen. 

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Donnerstag, 02. September 2010
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