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02.11.2011 Security-Management, White Paper

Zwei aktuelle Umfragen zu Security-Management und Software-Qualität

Die meisten Unternehmen investieren mehr als 20 Prozent der IT-Projektausgaben in Software-Qualität. Für fast alle Führungskräfte (91 Prozent) zählt Software-Qualitätssicherung zu den wichtigsten IT-Disziplinen in ihrem Unternehmen. Dies belegt die internationale Studie „Wachstumsmarkt Software-Testing“ von Pierre Audoin Consultants (PAC).

Dies belegt die internationale Studie „Wachstumsmarkt Software-Testing“ von Pierre Audoin Consultants (PAC).

  • Und wohin geht der Trend speziell in Deutschland?
  • Was tun Unternehmen bereits und was planen sie?

Ein interaktives SMS-Voting auf der Düsseldorfer IT-Konferenz iqnite zeigte im Mai dieses Jahres, worauf es den anwesenden IT-Managern bei der Qualitätssicherung ankommt.

Unternehmen investieren in Qualität

„Je komplexer ein IT-Projekt, desto wichtiger ist dessen Qualitätssicherung. Durchschnittlich sollten Unternehmen mindestens 20 Prozent des Gesamtbudgets für Qualitätsmanagement und Software-Testen einkalkulieren“, weiß Dr. Frank Simon, Leiter von SQS Research, aus Erfahrung. Dass dies mittlerweile die meisten IT-Entscheider genauso sehen, zeigt das Ergebnis des SMS-Votings auf der iqnite: Drei Viertel der Teilnehmer investieren mehr als 20 Prozent in Qualität und Sicherheit, lediglich bei einem Viertel sind es weniger. Auch der frühe Einsatz von Techniken zur Qualitätssicherung (QS) in Software-Entwicklungsprojekten verdeutlicht deren hohen Stellenwert: Nahezu 80 Prozent der Unternehmen setzen QS-Maßnahmen bereits in der Anforderungsanalyse- und Planungsphase ein. Nur knapp 20 Prozent erst in den Phasen Design und  Architektur, Codierung und Testen.

Sowohl das SMS-Voting als auch die PAC-Studie zeigen, dass das Bewusstsein für IT-Qualität kontinuierlich steigt – auf nationaler und internationaler Ebene. So gehen beim SMS-Voting nahezu 60 Prozent der Teilnehmer davon aus, dass der Wert und damit auch die Wertschätzung von IT-Qualität in den nächsten Jahren zunehmen wird: Ein „Geht irgendwie“ wird also in Zukunft immer kritischer. Daher sehen auch nur rund 20 Prozent einen gleichbleibenden oder gar abnehmenden Wert. Die Ergebnisse der internationalen PAC-Studie kommen zugleich zu dem Ergebnis: Zwei Drittel der Befragten optimieren bereits ihre Testaktivitäten oder planen, dies innerhalb der kommenden zwei Jahren zu tun. Der Wunsch nach reiferen Produkten steht dabei im Vordergrund: 61 Prozent der befragten Unternehmen wollen durch Software-Testmanagement die Qualität ihrer Angebote erhöhen.

Risikomanagement und Testen kaum miteinander verknüpft

Nach Auffassung von Simon förderte das SMS-Voting der iqnite-Konferenz ein Manko der aktuell betriebenen Qualitätssicherung zu Tage. „Software-Testen ist klar dem Risikomanagement zuzuordnen“, ist Simon überzeugt. „Denn wer testet bringt Licht in das Dunkel der Frage, wieviele und wie große Risiken in einer Software schlummern. Dennoch kommunizieren diese Einheiten nur unzureichend oder überhaupt nicht miteinander: In über einem Drittel der Fälle besteht überhaupt kein Austausch und in über 40 Prozent findet dieser lediglich ad hoc oder unregelmäßig statt, zum Beispiel monatlich. Bei nur knapp einem Viertel der Befragten steht das Risikomanagement täglich in Kontakt mit den Testeinheiten. „Gründe dafür sind nicht standardisierte Vorgehen, die eine Kommunikation mit dem Risikomanagement daher erschweren, als auch ein falsches Verständnis vom Testziel.“, so Simon. Dadurch ließe sich auch erklären, warum Unternehmen zunehmend bei externen Test-Spezialisten Unterstützung suchen und diese in ihre Prozesse einbinden. Laut der PAC-Studie tun dies bereits zwei Drittel aller befragten Unternehmen. Gleichzeitig kommt das SMS-Voting zu dem Ergebnis, dass drei Viertel der Teilnehmer unabhängige Test-Ressourcen für wichtig oder sehr wichtig einstufen.

Zusammenarbeit mit Externen nimmt zu

In den meisten Fällen erfolgt die Zusammenarbeit regelmäßig oder auf Basis mehrjähriger Managed-Testing-Services-Verträge. In diesem Kontext bekräftigen in der PAC-Studie über 80 Prozent der Befragten, dass sich durch externe Testdienstleister die Testzeiten verringern und sich die Flexibilität im Testprozess erhöht. Weitere Vorteile sehen Unternehmen, die bereits mit Externen zusammenarbeiten, in der Entlastung der eigenen internen IT- und Test-Teams (83 Prozent) sowie im verbesserten Zugang zu qualifizierten Testspezialisten (86 Prozent).

Bei der Auswahl des Testanbieters legen IT-Entscheider laut der PAC-Studie ihren Fokus insbesondere auf Qualitätsorientierung sowie auf das Geschäftsfeld Software-Testen (jeweils zwei Drittel). Auch Branchen- und Geschäftsprozesskenntnisse und ein hohes Technologie- und Produktwissen zählen mit jeweils über 50 Prozent zu den Top-Auswahlkriterien.


Bei der  Studie „Wachstumsmarkt Software-Testing“, durchgeführt vom unabhängigen Marktanalysten PAC im Auftrag der SQS Software Quality Systems AG, wurden Anfang 2011 branchenübergreifend 309 Führungskräfte und IT-Entscheider aus Unternehmen in Europa und Nordamerika befragt.

Dr. Frank Simon, Leiter von SQS Research

 

 

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