Wirtschaftsspionage – ein Risiko für Ihr Unternehmen!
Zum anderen öffnen die gefährdeten Unternehmen der Wirtschaftsspionage unbeabsichtigt selbst Tür und Tor, wenn Sparmaßnahmen an der falschen Stelle vorgenommen werden: finanzielle Kürzungen im Sicherheits- und Personalbereich wirken sich hier erfahrungsgemäß kontraproduktiv aus. Kurzfristige Kostensenkungen können langfristig wirtschaftliche Schäden nach sich ziehen, wenn entscheidendes Know-How abgezogen wurde und damit Aufträge verloren gehen oder sogar das wirtschaftliche Überleben des Unternehmens in Gefahr gerät.
Wer ist bedroht und welches Know-how wird ausspioniert?
Im Zentrum der Ausforschung durch fremde Nachrichtendienste stehen wegen ihres enormen ökonomischen Potenzials auch die Wirtschaftsunternehmen in Bayern. Die Begehrlichkeiten richten sich dabei nach den spezifischen Bedürfnissen und Möglichkeiten des „Angreifers“. Bei der Auswahl der Unternehmen wird das Instrument der Zielobjektanalyse angewendet. Dabei wird eine Reihe unternehmensspezifischer Gesichtspunkte wie Struktur, Strategien, Zugangsmöglichkeiten, Personalaufbau und Sicherheitseinrichtungen unter die Lupe genommen. Für fremde Nachrichtendienste stehen demnach nicht nur das Know-how des Produktes sondern auch wirtschaftliche oder wirtschaftspolitische Strategien im Vordergrund. Das Interesse richtet sich dabei nicht nur auf global tätige Branchenführer beziehungsweise auf forschungsintensive Unternehmen mit herausragendem Know-how. Auch innovative Kleinbetriebe können lohnenswerte Ausspähungsziele sein. Die Schwerpunkte der Ausspähungsbemühungen liegen nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes weiterhin in den traditionell besonders innovativen Branchen wie Maschinen-, Fahrzeug- und Motorenbau sowie Elektronik, Mess- und Steuerungstechnik aber auch Biotechnik, Medizin, Nanotechnologie, Energie- und Umwelttechnik.
Von wem geht Spionage aus?
Auslandsaufklärung wird von fast allen Staaten der Welt betrieben, um weltwirtschaftliche Lagebilder zu erstellen. Einige Nachrichtendienste haben aber auch die Aufgabe, die Wirtschaft ihres Landes unmittelbar zu unterstützen, indem sie für die Unternehmen ihres Heimatlandes Informationen beschaffen. Die Hauptträger der Wirtschaftsspionage sind nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes die Nachrichtendienste Russlands und Chinas, die eine offensive Vorgehensweise bei der Informationsbeschaffung zeigen. Auch in einigen westlichen Staaten kann die Wirtschaft auf die Unterstützung der Nachrichtendienste zählen. Daneben interessieren sich aber auch konkurrierende Firmen (sog. Konkurrenz- oder Industriespionage) aus dem In- und Ausland für das Know-how der deutschen Wirtschaft.
Welche Methoden der Wirtschaftsspionage werden angewandt?
Die Methoden der Wirtschaftsspionage sind vielfältig und werden durch die fortschreitenden Entwicklungen der modernen Informations- und Kommunikationstechniken immer facettenreicher.
Die offene Informationsbeschaffung reicht von der Auswertung von Veröffentlichungen (Internet, Datenbanken) über den Besuch öffentlicher Veranstaltungen (Messen, Kongresse, Symposien), der Teilnahme an wissenschaftlichen Projekten (Gastwissenschaftler, Praktikanten) bis hin zur Abschöpfung im Gespräch, dem sog. „Social Engeneering“. Dies ist eine Methode, unberechtigten Zugang zu Informationen oder IT-Systemen durch „Aushorchen“ zu erlangen, indem menschliche Eigenschaften wie Hilfsbereitschaft, Angst oder Mitteilungsbedürfnis ausgenutzt werden. Aber nicht nur dieser Aspekt macht den „Faktor Mensch“ zu einem unberechenbaren Risiko. Hier reicht die Bandbreite von der Anwerbung eines mit Insiderkenntnissen ausgestatteten Mitarbeiters, der aufgrund Unzufriedenheit oder Geldmangels schutzwürdige Informationen beschaffen kann, über das „Outsourcen“ sensibler Bereiche bis hin zum Verlust von Datenträgern (Laptop, Handy, USB-Stick) durch Firmenangehörige.
Die konspirative, verdeckte Beschaffung reicht vom Einsatz menschlicher Quellen, also dem „Innentäter“ (z.B. auch Reinigungskräfte einer Fremdfirma), bis hin zur Vielzahl der technischen Möglichkeiten wie Überwachung von Telekommunikation oder dem Eindringen in Informationssysteme. Seit Jahren werden verstärkt gezielte Online-Angriffe über vorhandene Kommunikationswege (Email, Internet) auf Firmencomputer festgestellt, die durch übliche Maßnahmen der Netzsicherheit (Firewall, Virenscanner) nicht abgewehrt werden können. Ziel dieser Attacken ist, durch den Einsatz von Schadsoftware (Trojaner) Zugang zu den Daten des Unternehmens zu erhalten. Daher ist es für den Schutz des Firmen-Know-how unabdingbar, sensible Datenbestände und die elektronische Kommunikation vor Datenverlust und -missbrauch zu schützen.
Zusätzlich ist - gerade bei Auslandsreisen in kritische Länder - zu beachten, dass die nahezu flächendeckende Überwachung der elektronischen Kommunikation durch die dortigen Nachrichtendienste bereits heute Realität ist.
Maßnahmen zum Schutz vor Wirtschafts- und Konkurrenzausspähung
Voraussetzung einer erfolgreichen Abwehr von Wirtschaftsspionage sind Kenntnisse über die Methoden und Ziele der Angreifer, Sensibilität gegenüber den Angriffsverfahren, der Einsatz geeigneter Schutzmaßnahmen und die Einsicht in deren Notwendigkeit. Das heißt in erster Linie: Informationsschutz als wichtigen Bestandteil der Firmenphilosophie und -strategie zu verankern und im Rahmen eines ganzheitlichen Schutzkonzeptes umzusetzen.
Nutzen Sie die professionelle Unterstützung durch den Verfassungsschutz – Ihr Partner in Fragen der Sicherheit:
Lassen Sie uns einen Beitrag zu Ihrer Unternehmenssicherheit leisten:
wirtschaftsschutz at lfv.bayern.de oder 089/31201-500 (Infotelefon)
Das Bayerische Landesamt für Verfassungsschutz führt kostenfrei individuelle Informationsveranstaltungen zu den Themen Wirtschaftsspionage, Awareness und IT-Sicherheit sowie persönliche Beratungen vor Ort durch.
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