Fehlersuche und -Analyse im Netzwerk
Sie reduzieren damit Kosten für Endgeräte, Infrastruktur und Wartung. Der enorme Nutzen integrierter Kommunikationskanäle dank Unified Communications spiegelt sich in einer effizienteren Kommunikation, der gesteigerten Mobilität sowie einer erhöhten Produktivität und Erreichbarkeit des Anwenders wider.
Mit konvergierten Sprach- und Datennetzen schreitet auch die Verknüpfung von IT- und TK-Welt voran. So wird es in Zukunft für Unternehmen zunehmend wichtig, Tools zu evaluieren und einzusetzen, um die Kommunikation zwischen Mitarbeitern im Team, mit Kunden und Lieferanten effektiver zu gestalten. Die Integration verschiedener Dienste in die Telefonie, vielfältige Kommunikationswege und zunehmende Mobilität stellen dabei die zentralen Themen dar. Möglich wird dies erst durch IP-Telefonie. Unausweichlich zeichnet sich dabei die Abkehr von der traditionellen Telefonie hin zu IP-basierenden Lösungen ab. Entscheidend für den Erfolg von Unified Communications sind vor allem eine intelligente Verknüpfung aller Kommunikationskanäle auf einer Plattform, die weite Integration aller Dienste und Anwendungen sowie die intuitive Bedienbarkeit. Zudem empfiehlt sich der Einsatz einer Kommunikationsinfrastruktur mit einheitlicher Wartung und niedrigeren Betriebskosten.
An die Anbieter von Unified-Communications-Lösungen stellen die komplexen und schnellem Wandel unterworfenen Technologien hohe Ansprüche: So erfordern konvergente Technologien und Netzelemente Erfahrung und Kompetenz sowohl im IT- als auch im TK-Umfeld. Zudem bestehen hohe Anforderungen an Dienste und darunterliegende Plattformen hinsichtlich der Skalierbarkeit und Stabilität, etwa bei der Integration herkömmlicher und neuer Technologien. Dabei garantiert nur ein modularer Aufbau des Systems ohne Performance-Verluste den Kunden die notwendige Investitionssicherheit und die daraus resultierenden Wettbewerbsvorteile. Zuletzt muss außerdem die Verfügbarkeit verschiedenster Dienste in einem System – unabhängig von herkömmlicher oder neuer Technologie – gewährleistet sein.
Für das Suchen, Finden und Beseitigen von System- und Netzproblemen in einem UC-Umfeld sind nicht nur die notwendigen Protokollkenntnisse sondern auch ein umfassendes Wissen um die Kommunikationsprozesse erforderlich. Auch in der Wahl und der Platzierung des Analysewerkzeugs müssen die richtigen Entscheidungen getroffen werden.
Die erste Entscheidung, die sich bei jedem Troubleshooting stellt, ist die Wahl der richtigen Platzierung des Messgerätes. Hier muss man zwischen folgenden Anwendungsfällen unterscheiden:
- Messen und Analysieren in shared Media-Netzen
- Messen und Analysieren in geswitchten Netzwerken
Unter dem Begriff „Sniffing“ (Englisch: schnüffeln oder riechen) wird das Abhören von Netzwerkkommunikationen verstanden. Dabei steht das Sammeln, Speichern und Auswerten von Paketen anderer Teilnehmer im Vordergrund. Beim Auswerten spielen die verwendeten Protokolle eine wichtige Rolle, da sensible Informationen, wie Passwort und Benutzername immer an derselben Stelle im Paket stehen. Häufig werden diese im Klartext übertragen. Die Programme oder Geräte, die Netzwerkpakete aufzeichnen, werden als Sniffer bezeichnet. Ein Sniffer wird somit direkt an das Netzwerk angeschlossen und agiert als selbständiges Analysesystem.
Zur Aufzeichnung des Datenverkehrs ist eine leistungsfähige Netzwerkkarte mit einer entsprechenden Capture Engine notwendig. Diese hat die Aufgabe, alle Datenpakete kontinuierlich und vollständig auf der Festplatte abzulegen. Es ist dabei zu beachten, dass dabei unter Umständen (bei Messung über einen längeren Zeitraum) sehr große Datenmengen anfallen können.
Zur Netzwerkanalyse wird zwischen folgenden Arbeitsmethoden des Netzadapters unterschieden:
- Non-Promiscous-Mode: Im Non-Promiscous-Mode kann das Analyse/Messwerkzeug nur solche Pakete analysieren, die an den eigenen Adapter/PC gesendet werden oder welche vom eigenen Adapter/PC aus abgehen. Alle anderen Datenpakete (mit fremder Empfängeradresse) werden verworfen.
- Promiscous-Mode: Im Promiscous-Mode können alle Datenpakete, welche an dem Netzwerkport des Analysators vorbeikommen, analysiert werden. In diesem Arbeitsmodus akzeptiert der lokale Adapter/Rechner auch Datenpakete mit fremden Empfängeradressen.
Die Firma Nextragen GmbH entwickelt modernste Messtechnik für TriplePlay-Anwendungen. Die Analysesoftware der Firma Nextragen GmbH wurde auf VoIP und die damit verbundenen QoS-Problematiken optimiert. Durch die Aufzeichnung der Signalisierunspakete hat der Netzadministrator die Möglichkeit, die über das Netz übertragenen Pakete und Inhalte im Detail zu untersuchen. Anhand einer solchen Aufzeichnung werden die einzelnen Verbindungen dargestellt und anhand eines Pfeildiagramms der Ablauf der SIP-Nachrichten übersichtlich dargestellt. Fehler und Anomalitäten lassen sich auf einen Blick erkennen. Zu jeder Nachricht werden sämtliche Protokolldetails und die genauen Zeitstempel bereitgestellt. Damit lassen sich beispielsweise die Antwortzeiten der einzelnen Nachrichten miteinander korrelieren und Fehler erkennen, die durch zu hohe Antwortzeiten hervorgerufen werden. Durch den Einsatz eines solchen Analysators lassen sich Fehler in einem Voice over IP Netzwerk zielgerichtet und schnell finden.
Messen und Analysieren in shared Media-Netzen
Ein klassisches shared Media-LAN basiert auf einem gemeinsamen Kabelmedium. Dieses stellt den gemeinsamen Kommunikationskanal im Netzwerk dar, über den die daran angeschlossenen Clients mit den Servern kommunizieren. Ein VoIP-Analysator agiert in einem solchen Netzkonstrukt nur als stiller Beobachter, da von diesem Gerät alle auf dem Netz übermittelten Pakete empfangen werden. Aus der Paketanalyse lassen sich alle Sender, Empfänger, Protokolltypen und viele weitere Details ausfiltern. Damit lassen sich die Verkehrslasten, Protokolldetails sowie die klassischen Fehler des LANs darstellen und schnell die Problemzonen aufdecken bzw. die auftretende Fehler diagnostizieren. Wichtig im shared LAN: Es kann immer nur ein Paket auf dem Medium zu einer Zeit transportiert werden!
Ein Hub stellt ein Netzwerk auf engstem Raum dar und unterscheidet sich von der Funktion her nicht von einem klassischen shared Media-LAN. Jedes Endgerät erhält über einen eigenen physikalischen Port den Zugang zum Netzwerk. Dieses Netzwerk simuliert der Hub. Bei Kurzschlüssen oder bei Kabelunterbrechungen isoliert der betreffende Repeater Port den angeschlossenen Rechner vom Rest des Netzes und verhindert, dass das gesamte Netz von dem Kabelfehler in Mitleidenschaft gezogen wird.
Datenpakete und auch Fehler breiten sich in einem shared Medium mit annähernder Lichtgeschwindigkeit aus. Von Vorteil für die Analyse ist, dass die Platzierung des Analysators im Grunde gleichgültig ist. Nachteilig für das gesamte Netzwerk ist jedoch, dass auftretende Fehler auch das gesamte Netzwerk betreffen, und im schlechtesten Fall auch den gesamten Datenverkehr aller Stationen in Mitleidenschaft ziehen können. Wird der Analysator zur Überwachung an einen beliebigen Port des Hubs angeschlossen, lassen sich alle Datenströme aufzeichnen und analysieren. Der Hub arbeitet somit als Repeater (Verstärker), der physikalische Segmente terminiert, jedoch keinerlei Einfluss auf den Inhalt der Datenpakete nimmt.
Hat eine Station im shared Media LAN festgestellt, dass das Übertragungsmedium frei ist, übermittelt diese die Daten über das LAN-Segment an den Empfänger. Ist im gleichen Moment eine andere Station derselben Meinung und sendet diese zeitgleich ein Paket auf das Netz, so prallen die beiden Pakete zusammen und es entsteht eine Kollision. Findet eine solche Kollision statt, sorgen die sendenden Netzadapter für die Wiederholung der Nachrichten. Erst ab der kritischen Lastgrenze von 50 bis 70 Prozent der maximalen Übertragungsbandbreite (10 oder 100 MBit/s) kommt es beim Ethernet zu echten Durchsatzproblemen bzw. zum Verlust der Daten. Mit Hilfe eines Netzanalysators lassen sich die im Netz auftretenden Lasten und Fehler leicht ermitteln. Hierzu gehören:
- Netzlasten bzw. Überlasten
- Runts (zu kleine Pakete mit einer geringeren Länge als 64 Bytes)
- Jabbers (zu große Pakete mit einer größeren Länge als 1518 Bytes)
- CRC-Fehler (Pakete mit fehlerhafter CRC-Prüfsumme)
- Alignment-Fehler (Pakete, deren Gesamtzahl der Bits nicht durch 8 teilbar ist)
- Kollisionen
- Fragments (Bruchstücke von Paketen, deren Länge kleiner als 64 Bytes ist)
- Broadcast- bzw. Multicast-Stürme (zu hoher Anteil von Broadcasts/ Multicasts im LAN)
- Kurzschluss bzw. Kabelbruch auf dem Medium (alle oder ein Teil der Teilnehmer im Netzsegment sind von der Kommunikation abgeschnitten)
- Kommunikationsschleifen (Loops), die durch falsches (redundantes) Verbinden von Netzsegmenten

Abbildung: Shared LAN
Bildupload
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