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10.03.2009 Virtualisierung, Fachartikel

Green IT – von der Worthülse zu zukunftsweisenden Technikstrategie

Die Zahlen [1] sind alarmierend – der Ausstoß an CO2 erreichte 2007 einen neuen Rekordwert, IT-Technologien generierten dabei genauso viele Schadstoffe wie der internationale Flugverkehr. Namhafte Analysten wie A.T. Kearney prognostizieren für Deutschland eine Verdreifachung der CO2-Belastung auf 31 Millionen Tonnen im Jahre 2020, ...

...maßgeblich daran beteiligt ist der stete Anstieg des Energieverbrauchs großer Rechenzentren (Verdoppelung auf 8,7 Milliarden Kilowattstunden im Zeitraum 2000 – 2006).

Global ergibt sich kein anderes Bild: Verbrauchten im Jahr 2000 rund 14 Millionen Server weltweit etwa 58 Milliarden Kilowattstunden Energie, so werden 2010 dreimal so viele Server 216 Milliarden Kilowattstunden benötigen.

Gerade erst hat das Marktforschungsunternehmen IDC alarmierende Zahlen bekannt gegeben: Einer aktuellen Studie vom Oktober 2008 zufolge ist der Energieverbrauch von Servern und Datencentern in Europa von 2007 im Vergleich zu 2006 um weitere 13 Prozent gestiegen.

Austausch – Virtualisierung – Einsatz von Blade-Servern

Die oben genannten Zahlen sind erschreckend, doch ist gerade die IT-Industrie im ureigensten Interesse mit zahlreichen neuartigen Lösungsansätzen des uns Alle betreffenden Themas befasst. Im Vordergrund steht dabei immer öfter die Modernisierung bestehender Messaging-Infrastrukturen, was Performance und Serverkapazität anlangt. Mit einer entsprechenden Lösung können die in heutigen Rechenzentren entscheidenden Kenngrößen wie Emissions- und Betriebskosten gesenkt werden.

Viele Unternehmen machen dabei aber einen entscheidenden Fehler - sie rüsten auf und investieren in zahlreiche singuläre Lösungen, die ihrerseits eine erhöhte Komplexität zur Folge haben.

Das Ergebnis: Höhere Ausgaben für Pflege und Wartung, unnötige IT-Schwierigkeiten und eine größere Fehlerrate, die wiederum zu längeren Downtimes und höheren Reparaturkosten führen. So meldet Osterman Research, dass fast zwei Drittel aller Unternehmen nach einer integrierten Lösung suchen, um Einzellösungen zu ersetzen und diese Problem in den Griff zu bekommen. Diese Insellösungen erweisen sich aber in nahezu allen Fällen als unwirtschaftlich. Wann immer Unternehmen versuchen, Sicherheitslücken im Email-System durch das Hinzufügen neuer Einzellösungen zu beseitigen, erhöht sich die Komplexität der Email-Infrastruktur, die Upgrade-Zyklen der unterschiedlichen Software und die Inkompatibilität einzelner Komponenten.

Besonders vielversprechend erscheint dabei die sogenannte Virtualisierung von Rechnertopologien, d.h. die Zusammenführung von Server und Anwendung und damit optimale Ausschöpfung aller Verarbeitungskapazitäten n einem logischen Server-Verbund. Dadurch kann die Serveranzahl nachhaltig verkleinert werden, was wiederum zu einer Reduzierung an Flächen- und Energiebedarf führt. Die dafür verwendeten virtuellen Appliances erzielen eine deutlich höhere Auslastung der Server, was zu einer Stromersparnis von bis zu 80 Prozent führt. Eine weitere Möglichkeit ist das Ersetzen veralteter Server, was oft auch dringend benötigten Platz in den Racks/Datencentern freisetzt, neue Skalierungsmöglichkeiten schafft und die TCO der IT ebenfalls spürbar senkt. Im Bereich des High-Density-Computings, also möglichst großer Rechenleistung auf kleinstem Raum, bietet der Einsatz von Blades ebenfalls ungeahntes Einsparungspotential, das mit der steigenden Anzahl eingesetzter Geräte exponentiell steigt. Im Ergebnis bringen alle drei Lösungsansätze deutliche Vorteile bei Emission und laufenden Betriebskosten, danach gestaltete Rechenzentren sparen nicht nur Geld, sondern schonen auch Ressourcen und damit die Umwelt.

Wichtig bei der Umsetzung derartiger Green-IT-Strategien ist eine objektive und umfassende Gesamtbetrachtung des jeweiligen Projekts – vermeintlich mittelbare Faktoren wie Abschreibung, Alter, Recycle- und Virtualisierungsfähigkeit der bestehenden IT und eine ungefähre Einschätzung der mittelfristigen Auslastung sowie gerade heutzutage die ungefähre Entwicklung der Strompreise sollten bei der Konzeptionierung eine wichtige Rolle spielen, um auch abseits der reinen Technologie alle Eckdaten abzustecken und zu einem optimalen Ergebnis zu kommen.    

Fazit:
Der Weg für Green IT in Deutschland ist jedenfalls geebnet, inländische Unternehmen sind bei den Themen Umweltschutz und optimale Nutzung von Energie und Ressourcen Vorreiter. Das Bewusstsein für „grüne“ Themen in der IT ist in den Köpfen der Verantwortlichen fest verankert, Strategiepapiere vorbereitet und Budgets allokiert.

Green IT ist auch der medialen Worthülse entwachsen und stellt auch bei den Anbietern entsprechender Technologien einen wichtigen Bestandteil des eigenen Portfolios dar.

 


Oliver Kiefer – Sendmail, Regional Sales Director Central Europe

http://sendmail.com/



[1]Quellen: IDC, BITKOM, A.T.Kearney, Borderstep Institut

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Autor: Oliver Kiefer